Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hündin ist sehr misstrauisch und bellt Fremde Leute an

  Bayern
BibiFeichtmayr schrieb am 02.05.2016   Bayern
Angaben zum Hund: Podenko-Mischling, weiblich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Hallo zusammen,
unsere Lotta ist mit 8 Wochen zu uns gekommen, inzwischen ist sie 11 Monate alt. Sie hat eigentlich ein super Hundeleben, Gott sei dank keine traumatische Erfahrung erlebt, sie ist den ganzen Tag unter ihren Artgenossen im Freien und an sich sehr ausgelassen und lieb.

Unser einziges Problem ist Folgendes: Bekommen wir Besuch von Fremden, bellt sie wie verrückt. Sie wird nicht aggressiv oder so, aber sie bellt und wir haben das Gefühl, dass sie uns beschützen möchte. Wir stellen uns dann immer zu den Personen und fassen sie an, damit wollen wir ihr zeigen dass es keine Feinde sind. Ich gebe den Personen dann meist ein Leckerli, dass sie ihr geben sobald sie Sitz gemacht hat. Dann ist sie einen Moment ruhig und das ganze Spiel geht von vorne los. Das dauert dann meistens ca. 10 Minuten bis sie sich beruhigt hat. Dann lässt sie sich auch anfassen etc.
Die "Anfass-Methode" brachte bisher kaum bis keinen Erfolg, genauso wie die Leckerli Methode. Ignorieren bringt auch nichts. Loben, so lange sie ruhig ist brachte ebenso nichts.

Das Verhalten gegenüber Fremden ist uns sehr unangenehm und ich muss jeden vorwarnen, der uns besuchen kommt. Wie kann ich ihr die Angst nehmen? Das selbe passiert übrigens nicht nur bei uns zu Hause, sondern auch draußen, wenn Fremde Leute direkt auf uns zugehen.

Besten Dank im Voraus für Tipps!

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Antworten(5)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 02.05.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Bibi,
    meistens reagieren Hunde auf unser Verhalten. Dass die Kleine Sie beschützen will, ist schon möglich. Jetzt müssen wir noch heraus finden, warum sie meint, Sie beschützen zu müssen. Sie schreiben, Sie wollen ihr zeigen, dass die Leute keine Feinde sind. Reden Sie dann auch mit Lotta (die tun doch nichts, schau mal, oder ähnliches)? Ist Lotta dann vor oder hinter Ihnen?

    Auf Ihre Antwort freut sich
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • BibiFeichtmayrr
    BibiFeichtmayrr
    schrieb am 02.05.2016

    Hallo Ellen,

    Danke erst einmal für die schnelle Antwort! Ich schreibe eben mit einem anderen Benutzernamen, da ich noch nicht ganz verstanden habe wie man sich anmeldet am Handy.

    In diesen Situation ist sie meistens vor mir. Ich versuche mich aber vor sie zu stellen, leider klappt das nicht immer so wie ich mir das vorstelle. Sie hört dann einfach nicht, obwohl sie sobald wir "unter uns" sind aufs Wort hört.
    Ich gehe mit dem Besucher dann in die Hocke, lasse sie schnuppern und sage, in möglichst neutralen Ton, dass doch alles halb so wild ist und lobe sobald sie ruhig ist. Oft geht es dann aber wieder von vorne los. Ich weiß nicht, was icj falsch mache :( danke schon einmal für die Rückmeldung!
    Bibi

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 03.05.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Bibi,
    deshalb habe ich gefragt, ob Sie mit Lotta reden. Die meisten Leute reden mit ihren aufgeregten/ängstlichen Hunden.
    Wenn Sie eine Fremdsprache sprechen, wissen Sie, wie lange es dauert, bis man sie beherrscht. Seltsamerweise denken aber die meisten Leute, dass ihre Hunde sie verstehen, wenn sie mit ihnen reden und das, ohne Vokabeln lernen oder dass es ihnen sonst irgendwie beigebracht wurde. Danach wäre der Intelligenzquotient der Hunde unendlich hoch, vor allem, wenn sie als Welpe schon alles verstehen sollten. Ganz davon abgesehen werden Hunde unsere Sprache nie verstehen denn sie kommunizieren körpersprachlich. Sie werden einfache Kommandos ausführen wenn es ihnen beigebracht wurde, das war's dann aber schon.
    Wenn Sie zu Lotta sagen, dass alles halb so wild ist, denkt sie, Frauchen bellt, im ruhigen Ton, mit. Wenn Sie sie loben, sobald sie ruhig ist, genau das gleiche. Lotta weiß nur, Sie reagieren auch, also ist die Person gefährlich. Egal, wie Sie reagieren auf ihre Angst, Sie reagieren für Lotta unverständlich.
    Am besten üben Sie zuhause zuerst mit dem Hund, auf Kommando an einen festen Platz zu gehen und dort zu bleiben, bis Sie das Kommando wieder auflösen. Bleiben Sie dabei am Anfang neben dem Korb oder der Decke stehen. Wenn Lotta den Platz verlassen will, bringen Sie sie kommentarlos wieder hin. Wenn sie dort bleibt, geben Sie ihm ein Leckerchen. Dann entfernen Sie sich immer weiter von dem Platz, gehen zurück und geben ein Leckerchen.
    Wenn das funktioniert, bitten Sie jemanden, Sie zu besuchen und machen das dann ganz genau so, wie vorher geübt.
    Bei einem ängstlichen Hund kommt es immer auf die Ausstrahlung des Besitzers an. Versuchen Sie deshalb, wenn Sie mit ihr draußen sind und Menschen begegnen, Ruhe und Sicherheit auszustrahlen, selbst, wenn sie bellt. Gehen Sie weiter oder reden mit den Leuten als wäre das ganz normal, was es ja auch ist. Achten Sie vor allem auf die Leinenführung, auch, wenn Sie mit Lotta alleine sind. Wenn Lotta vorgeht, evtl. zieht, führt sie und muss auch regeln. Stress pur für einen unsicheren/ängstlichen Hund.
    Geben Sie Lotta Sicherheit, indem Sie Situationen im Griff haben und regeln. Das heißt, SIE agieren, Lotta reagiert.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • BibiFeichtmayrr
    BibiFeichtmayrr
    schrieb am 03.05.2016

    Danke noch einmal für die Infos. Dass sie natürlich nicht versteht was ich zu ihr sage, dachte ich mir bereits :-) Aber ich dachte, wenn ich sage "fein" (das Kommando kennt sie vom Stubenreinheitstraining etc.) wäre es okay, wenn sie ruhig ist, oder ist das Lob dann verfrüht?

    Sie kennt ihren Platz und kann eigentlich auch auf Kommando dort bleiben, bis wir das Kommando auflösen. Aber wenn Besuch kommt, ist alles vergessen. :-(

    Ja das stimmt, an der Leine zieht sie gerne. Ich bleibe dann meistens wie angewurzelt stehen, warte bis sie sich zu mir orientiert, lobe und gehe weiter. 10 Meter später das selbe Spiel :-D ansonsten hört sie tatsächlich ziemlich gut, aber ich habe so langsam wirklich das Gefühl, sie übernimmt in diesen Situationen die Führung, wenn ich so darüber nachdenken...

    Ich hoffe, wir bekommen das in den Griff. Danke für die Tipps und die schnelle Rückmeldung.

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 03.05.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Bibi,
    das ist gar nicht so selbstverständlich, dass die Menschen meinen, der Hund versteht alles. Ich hatte das bei meinen Kunden immer wieder, dass die bitter enttäuscht waren, weil ihr Hund nicht gemacht hat, was sie sagen :-). Hunde sind manchmal sehr "menschlich", da kommt man eben in Versuchung zu meinen, sie verstehen unsere Sprache.
    Ein Lob ist immer gut, wenn der Hund was gut macht. Meiner Erfahrung nach bringt es aber nicht viel, wenn er was unterlässt wie z. B. bellen, an der Leine ziehen u.s.w..
    Dass Sie stehen bleiben, ist an sich nicht schlecht, wird aber von Lotta offensichtlich nicht oder falsch verstanden. Steigern Sie das ganze, indem Sie sofort die Richtung wechseln, am besten schon, wenn sie versucht, Sie zu überholen. Sie kommen dann am Anfang nicht sehr weit. Deshalb ist es immer gut, irgendwo hin mit dem Auto zu fahren, den Hund sich auspowern lassen, spielen und zwischendurch Leinenführigkeit üben. Der Hund kann sich dann auch besser konzentrieren.
    Dass sie mit Besuch an ihrem Platz bleibt, können Sie nur gezielt mit eingeweihten Personen üben. Es macht keinen Sinn, den Ernstfall im Ernstfall zu üben. Man ist dann selbst gestresst, was den Hund zusätzlich aufregt.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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