Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Warum wird mein Hund auf einmal anderen Hunden ggü aggressiv?

Ramona2105 schrieb am 12.04.2016
Angaben zum Hund: Husky, Siberian Mischling mit Border Collie, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Aaron ist 3 Jahre alt und wurde von Anfang an sehr gut sozialisiert sei es mit Welpenspielstunde oder Hundesstunde. Er ist fast täglich mit anderen Hunden zusammen. Allerdings fängt er seit ca 1 Monat an ggü anderen Rüden sehr aggressiv zu werden und fällt diese auch an. Ebenso dominiert er sie und kann erst danach in Ruhe mit ihnen spielen. Sowas kenn ich von ihm überhaupt nicht. Er hat noch nie irgendwas gemacht, wird sogar im Kindergarten mitgenommen damit die Kinder spielen können. Jeden Sonntag gehen wir mit einer Hundegruppe von ca. 5 Hunde spazieren da gibt es auch überhaupt kein Problem. ... bin mittlerweile echt ratlos was ich dagegen tun kann und warum er sich auf einmal so verändert hat.

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Antworten(3)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 12.04.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Abend,
    das ist eine sehr selbständige Rasse-Mischung. Vom ersten Tag an haben Sie Ihren Hund nicht beschützt (Welpenspielstunde, siehe meine Homepage www.hundimedia.de). Er ist täglich mit anderen Hunden zusammen und muss spielen. Irgendwann kommt ihm ein Hund quer. Ein gut sozialisierter Hund (auf mich geprägt, von mir beschützt) würde nun bei mir "abfragen", was zu tun ist - Ihr Hund trifft von Anfang an eigene Entscheidungen. Ich hoffe, dass ich mich verständlich ausgedrückt habe. So, wie Sie es schildern, haben Sie das Bindungstraining auf Ihre Person vergessen, sondern ihn nur "spielen geschickt". Irgendwann kommt der Punkt (mit dem Alter, mit einem Erlebnis), dass dem Hund die ständige Spielen-Müssen-Überforderung auf dem Wecker geht: Er reagiert mit Aggression.
    Mit solchen Hunden gehen unter meiner Leitung die Menschen viel allein, spielen, machen geistiges Training und beschützen den Hund. Sie entscheiden nicht mehr selbst, sondern immer in Abstimmung mit mir.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

  • Ramona2105
    Ramona2105
    schrieb am 12.04.2016

    Danke für die schnelle Antwort. Ich versteh sie sehr gut obwohl es mich schon ein bisschen trifft. Dachte eigentlich schon das wir eine gute Bindung haben. Man merkt das aber mittlerweile nur wenn wir allein unterwegs sind. Er schaut mich ständig an kommt zwischendurch immer wieder mal zu mir zurück. Geht nicht von mir weg und schaut wo ich bin.
    Das heißt wenn ich die Bindung stärken kann bzw wieder aufbauen kann ich das Problem lösen? Und was genau kann ich dafür tun?

    Gruß
    Ramona

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 13.04.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Abend,
    Ihre Antwort gefällt mir sehr - Sie werden es schaffen. Genau, stärken Sie die Bindung, gehen Sie (VORERST) viel allein und
    beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde treffen eigene Entscheidungen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
    Bauen Sie Vertrauen auf:
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen, sie gehen niemals auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns. Sie vermitteln Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung oder schirmen Sie ihn am Rand ab. Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Alle Hunde in meinem Training haben es geschafft, als die Besitzer mit dem Schutzprogramm angefangen haben. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de
    Bücher „Spiel und Spaß mit Hund“ und „Mehr Spiel und Spaß mit Hund“ Film: „Der Weg ist das Ziel: 222 Möglichkeiten den Hund zu beschäftigen.
    Gehen Sie viel allein, spielen Sie viel - bald wird Ihr Hund weder zu anderen Hunden hinlaufen, noch aggressiv zu reagieren, weil er geistig ausgelastet ist,
    ich wünsche Ihnen von Herzen Erfolg und freue mich wieder von Ihnen zu hören
    Inge Büttner-Vogt




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