Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Verhalten zwischen zwei Hunden

  Hessen
MicheleSch schrieb am 04.08.2015   Hessen
Angaben zum Hund: hütehund, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo ich habe zwei Rüden davon ein kastriert den älteren
Der kleine wird am 4 August ein jahr alt
Sie spielen teilweise super zusammen und teilweise geht einfach gar nichts der große will nicht teilen (Spielsachen )und der kleine will das einfach nicht verstehen er akzeptiert auch nicht wenn er der große knurrt stattdessen leckt er ihm die Schnauze ab und ist total anhänig womit der große meisten dann mit einer beißerei anwortet und ihn runter drückt
Ich kann den großen teilweise abrufen aber manchmal schaltet er ab und ich muss dann dazwischen gehen und ihm am Halsband ziehen
Ich ignoriere ihn dann damit er weiß das er das falsch gemacht hat und lass ihn links liegen

Wenn ich aber mit beiden spazieren gehe und ich an einem Grundstück vorbei gehe wo der große völlig angst hat hab ich immer das Gefühl das er den kleinen vorschickt
Ich habe ein kleines Kind mit 9 Monaten und habe so immer etwas Angst das eine beißerei mal passiert wenn sie dabei ist

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 05.08.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Morgen,

    die Dinge, die Ihr älterer Rüde nicht teilen möchte, sind ihm wichtig. Hier tritt die sogenannte situative Dominanz auf. Was ihm wichtig ist, will er verteidigen. Ihr jüngerer reagiert darauf mit Schnauzen lecken, genauer gesagt Mundwinkel lecken. Dies soll die Aggressionen beim älteren hemmen. Wenn Sie eine erhöhte Bewegungsintensität bei Ihrem jüngeren feststellen, würde man von aktiver Demut sprechen. Im Gegensatz zur passiven Demut, wird die aktive Demut freiwillig gezeigt, um - wie gesagt - Aggressionen zu vermeiden. Allerdings kann das für den älteren Hund auch nervig sein, weshalb er mit einer Maßregelung antwortet.
    Ich kann Ihre Bedenken bezüglich Ihres Kindes verstehen, und ich kann natürlich auch nicht aufgrund von Schilderungen einschätzen, wie ernst es Ihr älterer Hund meint. Grundsätzlich sieht eine Maßregelung meistens wilder aus, als sie ist. Man sagt, je lauter die Auseinandersetzung, desto ungefährlicher. Dennoch würde ich Ihnen vorschlagen, dass sich ein Hundetrainer vor Ort einmal das Verhalten ansieht, um es einschätzen zu können.

    Die Idee, einen der Hunde am Halsband aus der Situation zu nehmen, halte ich aus zwei Gründen für unglücklich. Erstens kann es Ihnen passieren, dass der weggezogene Hund noch schnell einmal zufasst und durch das Wegziehen dann Verletzungen entstehen. Zweitens geben Sie Ihren Hunden nicht die Möglichkeit die Kommunikation auf "hundische" Weise zu beenden. Hierzu hätten sie noch die Möglichkeit, wenn Sie verbal dazwischen gehen.

    Das Runterdrücken kann natürlich auch die Einforderung einer passiven Demut sein. Wie verhält sich Ihr Kleiner denn dann? Bleibt er ruhig liegen und kann er so die "Aggressionen" des Großen stoppen?

    Ihr jüngerer ist in einem Alter, in dem er die Grenzen gerne noch einmal austestet. Einerseits muss der diese Erfahrungen (in Grenzen) auch machen, damit er sein Sozialverhalten stärken kann. Er muss ja lernen, was er sich anderen Hunden gegenüber herausnehmen kann, wann es besser ist, sich zurückzuziehen und welche Beschwichtigungssignale wirken. Andererseits müssen Sie das ja auch nicht immer zulassen. Ich würde die Situation jedoch früher umlenken. Wenn Ihr Großer knurrt, weil ihm das Spielzeug wichtig ist, dann sollten Sie ihn unterstützen und den Kleinen wegrufen, gerne auch eine Alternative bieten.
    Aber bitte ignorieren Sie den Großen nicht, denn er hat nichts falsch gemacht. Wenn Ihnen jemand etwas Wichtiges wegnehmen möchte und Sie ihn in seine Grenzen weisen, dann würden Sie auch nicht verstehen, wenn Sie dafür bestraft werden würden, oder?

    Sie schreiben, Sie haben das Gefühl, dass der Kleine bei Gefahren "vorgeschickt" wird. Das wiederum wäre ein Zeichen, dass der Große den Kleinen als "dominant" anerkennt. Man unterscheidet die situative Dominanz von der formellen Dominanz. Die situative Dominanz wird nur in den Fällen gezeigt, die für den jeweiligen Hund wichtig sind, z.B. Spielzeug verteidigen und sie ist unabhängig vom sozialen Status. Die formelle Dominanz ist die eigentliche Führungssouveränität, die beinhaltet, den Schutz des Rudels zu gewährleisten.

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen, stehe Ihnen aber gerne für Rückfragen zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de
    amtlich anerkannte Hundetrainerin

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