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Unmotiviertes Verhalten gegen andere Hunde

  
rottie schrieb am 13.10.2019   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo, wir haben einen 9 Monate alten Rottweiler Rüden. Bei fremden Hunden wird er steif und versucht dann an den anderen Hund heranzukommen, d.h. er springt in die Leine und ist nicht mehr zu bremsen. Er reagiert dann weder auf Kommandos noch auf Leckerlis und erst nachdem der andere Hund sein Blickfeld verlassen hat wird er wieder ruhiger. Wenn er jedoch den anderen Hund kennt will er zwar auch unbedingt zu ihm, spielt dann aber völlig gelassen und ist auch besonders zu kleineren Hunden geradezu vorsichtig.

Wir haben versucht, ihn mit besonderen Leckerlis abzulenken, das funktioniert aber nur sehr bedingt. In einem Lokal z.Bsp. liegt er angeleint unter dem Tisch und ist völlig ruhig. Sobald aber ein anderer Hund das Lokal betritt dreht er durch, bellt und knurrt und versucht zu dem anderen Hund zu kommen.

Ohne Hundebegegnungen verhält er sich völlig ruhig, zieht kaum an der Leine und zeigt auch sonst keine Aggressivität. Er kennt die Grundkommandos und folgt auch problemlos solange bis er einen anderen Hund von weitem sieht. Er ist nie länger als 1-2x die Woche maximal 3-4 Stunden alleine, wobei er da die ganze Zeit schläft.

Er beisst in der Wohnung nichts an und hat auch noch nie etwas kaputt gemacht. Ich mache täglich mehrere lange und abwechslungsreiche Spaziergänge mit ihm und merke auch, dass er dabei gut ausgelastet ist. Er ist neugierig auf neues und zeigt Menschen gegenüber ein sehr freundliches Verhalten. Aufgrund der bei uns herrschenden Gesetze trägt er ständig Maulkorb und ist an der Leine, bereits seit er mit 8 1/2 Wochen zu uns gekommen ist.

Ich würde mich über jeden Tipp freuen

Mit freundlichen Grüßen

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 20.10.2019
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Guten Tag,
    waren Sie in einer Welpenspielstunde? Das wäre ein typisches Verhalten.
    Außerdem ist er voll in der Pubertät. Unkastrierte Rüden wollen zu anderen Hunden hin, entweder um Rüden zu vetreiben oder Hündinnen zu umwerben. Markiert er bis zu 50 Mal in der Stunde?
    Sie haben nun das Problem, gegen einen Trieb anerziehen zu müssen, das kostet sehr viel Kraft und Ausdauer und ist ein sehr schwieriges Unterfangen, da man gegen einen Trieb schlecht ankommt.
    Er ist zu jung für eine Kastration, aber denken Sie einmal darüber nach, um Ihrem Hund das Leben leichter zu machen.
    Noch vertraut er Ihnen nicht, dass Sie eine Begegnung regeln können:
    Bauen Sie Vertrauen auf: Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen.
    Bitte gehen Sie niemals direkt auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ oder zu fliehen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
    Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de/Ratgeber
    viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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