Hund wird aggressiv wenn er draußen Hunde sieht, was kann ich tun?

  
wanda63 schrieb am 31.12.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage


Seit 2 Jahren habe ich einen kastrierten Shar Pei Rüden. Diese zwei Jahre waren auch viel Arbeit, aber inzwischen läuft er gut bei Fuß und zuhause ist er ein absolut toller Hund. Er wartet brav auf sein Okay damit er essen darf und hört zuhause auch sehr gut. Sein Verhalten anderen Hunden gegenüber ist leider aggressiv. Wahrscheinlich hat er schlechte Erfahrungen im/vor dem Tierheim gehabt. Dieses Problem schaffe ich leider nicht zu beheben. Er schaut zwar normalerweise nach mir aber sobald er einen Hund sieht gibt es keinen Weg, dass er mir auch nur ein bisschen Aufmerksamkeit schenkt. Es wird gebissen, geschnappt, gezogen, gebellt. Er wirft sich mit so einer Wucht in Richtung Hund dass ich so manche Male schon fast hingefallen wäre. Alle Versuche bis jetzt waren erfolglos und auch die Versuche in der Hundeschule haben es nicht wirklich gebessert. Wenn ich versuche, seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, schnappt er auch mal zu. Nach 2 Jahren wird mir dieses Verhalten aber wirklich zur Last und ich möchte so nicht mehr weitermachen. Ich brauche dringend Hilfe mit ihm.


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Antworten(1)
  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 04.01.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Tag,
    Ihr Hund konnte noch kein Urvertrauen zu Ihnen aufbauen, dass Sie es schaffen vor anderen Hunden zu beschützen:
    Bitte gehen Sie niemals direkt auf einen Hund oder einen Menschen zu. Bauen Sie Vertrauen auf: Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ ,wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf. Bitte auch nicht an Situationen "vorbeikeksen", sondern Kraft Ihres Könnens als Beschützerin.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Ich würde mich über ein Rückmeldung freuen, ob es so besser klappt,
    viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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