Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Bellen und pöbeln bei Hundekontakt

  
Juliaw96 schrieb am 03.09.2020   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Wir haben einen Border Collie, 6 Monate alt, Rüde und kommen mit der Erziehung super zurecht, haben keine Probleme und er beherrscht das Grundgehorsam und einige weiter Tricks sehr gut, lässt sich im Freilauf immer abrufen. Jetzt unser Problem, seit einigen Tagen fängt er an der Leine sehr stark an zu pöbeln, bellt als würde das schlimmste erfahren und flippt aus. Auch wenn er nur einen Hund aus der ferne sieht. Er zieht extrem dort hin und möchte da hinlaufen. Gibt es Tipps? Ich denke das ist die Pubertät, aber wie soll ich mich am besten verhalten? Er ist nicht ablenkbar in dieser Situation.

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Antworten(1)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 15.09.2020
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo, hier müssen sie erst einmal genau herausfinden, warum ihr Hund so reagiert. Ist es wirklich Pubertät oder möchte er Ausprobieren, wie weit er bei anderen Hunden gehen kann? Macht er Theater, weil er bisher immer entscheiden konnte, ob er zum anderen Hund und nun plötzlich an der Leine eingeschränkt ist? Möchte er sein Spaziergehrevier verteidigen oder betrachtet er sie jetzt als Ressource, die er gegen andere Hunde verteidigen muß?
    Davon abhängig wäre dann die Wahl des Ortes für ihr Training. Ist es nämlich ein Revierverteidigungsverhalten, dann wäre es unklug dort mit dem Training zu beginnen. Genügend Distanz zu anderen Hunden am Anfang ist bei allen möglichen Ursachen sehr wichtig.
    Sie müssen jetzt versuchen ein neues Verhalten für Begegnungssituationen aufzutrainieren. Ein Alternativverhalten welches sie dann beim Hund abrufen können.
    Ihr Hund soll lernen sich an ihnen zu orientieren. Er soll lernen, das ein Hund die Ankündigung für ein bestimmtes Verhalten ist.. Z.B. du siehst einen Hund, drehe dich zu mir um und du wirst dafür belohnt. Womit der Hund belohnt wird, ist egal. Das kann ein tolles Leckerchen sein, eine Streicheleinheit oder ein kleines Spiel. Es muß dem Hund nur suuuuuper gut gefallen, so daß er sich ihnen zuwendet. Und dieses Verhalten müssen sie jedesmal einfordern. Sprechen sie ihn an, belohnen sie ihn und wählen sie anfangs die Distanzen so groß, daß er sich ihnen auch zuwenden kann.
    Wenn der Hund dann von sich aus zu ihnen Kontakt aufnimmt, können sie schrittweise die Distanz zum anderen Hund verringern.
    Er soll lernen andere Hunde sind super toll, denn er bekommt immer etwas tolles, wenn er sich zu ihnen wendet und die anderen ignoriert.
    Irgendwann kommen sie auch ohne den ganzen "Aufwand" an anderen Hunden vorbei und ein "Fein/super" genügt als Belohnung.
    Anfangs wird der Hund auf geringe Distanz nur sehr schwer oder gar nicht, das gewünschte Alternativverhalten zeigen können. Dies ändert sich mit stetigem Training.
    Ob es dann später ein Spiel mit dem anderen Hund gibt oder nicht, ist für das Training unwichtig.
    Falls sie Hilfe benötigen für ihr Training, finden sie nützliche Tipps z.B. in diesem Buch : Hund trifft Hund: Entspannte Hundebegegnungen an der Leine von Katrien Lismont
    Begegnungstraining kann man anfangs auch sehr gut auf einem Hundeplatz unter Anleitung trainieren. Dort können alle Situationen gestellt werden und sie können die ersten Schritte unter Anleitung trainieren, damit sie dann im Alltag sicher sind.
    Adressen für Hundetrainer finden sie z.B. auf den Seiten des BHV unter https://www.hundeschulen.de/

    Viel Erfolg beim Training.
    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick

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