Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Eifersüchtiges Verhalten?

  
Michèle Wörner schrieb am 17.11.2020   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Guten Tag,
meine Franz. Bulldogge Lotte (kastriert, fast 3 Jahre alt) und ich leben seit ca. 1 Jahr mit meinem Freund und seiner Bernasennen Hündin Bella (kastriert, 3,5 Jahre alt) zusammen.
Lotte ist sehr extrovertiert, aufgeschlossen gegenüber Mensch & Hund, recht dominant, aber bisher immer gut verträglich mit anderen Hunden. Bella ist eher ruhiger und sensibel, bei Fremden Menschen erst sehr zurückhaltend, bei Hundekontakt aufgeschlossen. Die beiden verstehen sich sehr gut, es gibt kein Streit und sie spielen auch gerne miteinander. Hier nimmt Bella dann Lotte zwar oftmals recht hart ran, nimmt ihre Beine ins Maul oder wirft sie auch mal um, aber verletzt sie nicht.

Seit einigen Wochen haben wir festgestellt, dass Lotte bei unseren Gassi Runden (wir gehen in der Regel fast immer alle 4 zusammen) beim Antreffen von fremden Hunden und deren Besitzern, sehr schnell anfängt giftig zu werden. Wenn wir Besitzer uns darauf geeinigt haben, dass sich die Hunde begrüßen dürfen, ist Lotte zunächst interessiert und möchte auch kommunizieren, doch sobald Bella das auch möchte und Lotte scheinbar nicht die volle Aufmerksamkeit des anderen Hundes bekommt, wird sie garstig (knurrt & keift) oder fiept sehr laut. Diese Reaktion zeigt Sie aber auch, wenn sie nicht die Erste ist, die den anderen Hund begrüßt. Neulich haben wir zwei Frauen getroffen (beides Bully Besitzerinnen) die demnach erst ihre Aufmerksamkeit an Lotte gegeben haben. Sie hat sich gefreut und sich direkt knuddeln lassen. Als sich die beiden Frauen dann Bella zugewendet haben und sie auch streicheln wollten, ist Lotte direkt wieder garstig geworden. Hier war dieses Mal kein anderer Hund anwesend!

Sie schnappt und beißt zu keinem Zeitpunkt, aber ihr Verhalten gefällt mir überhaupt nicht. Wenn diese Situation eintritt, dann wird Lotte von mir verbal gemaßregelt und der Kontakt sofort abgebrochen / unterbunden und wir beide entfernen uns von dem Rest der Gruppe. Allerdings sind diese Vorfälle sehr unangenehm und ich weiß nicht, ob mein Verhalten richtig ist und ausreicht.

Interpretieren wir es grundsätzlich richtig, dass es sich hier um Eifersucht handelt und sie versucht ihren Platz im Rudel klar zu machen? Mein Freund hätte es gerne, dass seine Bella die "Rudelführung" hat und das unterbewusst vielleicht auch ausstrahlt, aber ich glaube, dass es eher Lotte ist, die das Rudel anführt.

Was können wir tun, um so etwas zu unterbinden bzw. wie müssen wir handeln, wenn diese Situation eintritt?

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 19.11.2020
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Tag,
    nein, keiner von beiden Hunden sollte führen, sondern Sie sollten beschützen, führen, anleiten und bestimmen. Im Augenblick überlassen Sie den Hunden die Entscheidung und sehen immer wieder, dass sie nicht damit umgehen können.
    Wenn Sie unbedingt diese Kontakte wünschen, die eigentlich nicht sein müssen:
    Warum sollen fremde Menschen meinen Hund knuddeln?, lassen Sie nur einen Hund "an die Front", der andere bleibt nahe bei Ihnen an der Leine. Dann rufen Sie Ihren Hund ab und lassen den anderen knuddeln oder spielen. Hier wird sich zeigen, wie Ihr/der andere Hund ist: Er läßt es an Ihrer Seite geschehen oder er lehnt sich gegen Sie auf. Dann haben Sie ein Argument, diese Kontakte zu unterbinden. Lassen Sie auch nur einen Hund mit einem anderen spielen:
    Sie führen, Sie bestimmen, leiten an und vor allem: Sie beschützen Ihre Hunde vor sich selbst, vor anderen und andere vor ihnen.
    Viel ERfolg
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

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