Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

ziehen an der leine

Thema: Allgemeines
  Baden-Württemberg
Manu Ela schrieb am 02.06.2015   Baden-Württemberg
Angaben zum Hund: Labrador, männlich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Hallo, ich habe ein Problem mit meinem 7 Monate alten Labrador. Wenn wir unterwegs sind und ihm etwas nicht passt, zieht er permanent an der Leine, er springt auch daran hoch und hört einfach nicht mehr auf. Er wird dann auch richtig rasend und wild und ist einfach nicht zu beruhigen. Gestern war es als meine Freundin zum gassi gehen dazu kam, heute morgen weil ich ihn nicht mit einem Hund hab spielen lassen. Ich benötige dringend einen Rat. Liebe Grüsse

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Antworten(1)

  • Hundetrainerin Janna Krebs
    Janna Krebs
    schrieb am 03.06.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    so wie Sie die Situation beschreiben, ist das Verhalten Ihres Hundes kein klassisches Leinenführigkeitsthema, sondern eher Frustrationsverhalten: wenn "...ihm etwas nicht passt,..."

    Hier können Sie an zwei Stellen ansetzen: Zum einen macht evtl. ein Signal zum Stoppen des Verhaltens Sinn (z.B. "Ende!"), zum anderen sollten Sie ein möglichst zur Situation passendes Alternativverhalten aufbauen.

    zu 1) Zum gewaltfreien Unterbrechen eines Verhaltens empfehle ich den Aufbau des sog. "Geschirrgriffs" (funktioniert auch am Halsband). Bitte bauen Sie den Geschirrgriff zunächst in einem ruhigen Umfeld (am besten zu Hause) auf: Sagen Sie das neue Signalwort und fassen Sie Ihrem Hund seitlich ins Geschirr oder Halsband. Ziehen Sie dann SANFT nach hinten, markieren Sie dies, geben Sie ihm ein Leckerchen und lassen Sie erst wieder los, wenn der Hund sein Gutti heruntergeschluckt hat.
    Nach einigen Wiederholungen wird sich der Hund nach dem Signalwort zu Ihnen umorientieren und z.B. seinen Körperschwerpunkt nach hinten verlagern. Verlängern Sie dann den Griff ins Geschirr oder Halsband und geben Sie ihm erst mit etwas Verzögerung das Leckerchen.
    Nach einiger Übungszeit funktioniert der Geschirrgriff auch, ohne dass Sie Ihren Hund tatsächlich anfassen müssen, er kann sich durchaus in einiger Entfernung zu Ihnen befinden. Er wird sich zu Ihnen umorientieren und Sie können ein weiteres Signal (z.B. "Sitz!) folgen lassen. Der Hund unterbricht auf den Geschirrgriff hin sein ursprüngliches Verhalten.

    zu 2) Mag Ihr Hund evtl. Zerrspiele oder etwas tragen (z.B. einen Dummy)? Dann könnten Sie ihm ein lustiges Spiel mit Ihnen anbieten, um ihm eine Alternative zum "bei Frust in die Leine springen" zu geben. Auch Leckerchen (die er z.B. im Gras suchen muss) könnten je nach Situation funktionieren. Schauen Sie einfach, was ihm ANSTELLE des Frustrationsverhaltens Spaß machen könnte.

    Ich hoffe, damit konnte ich Ihnen weiterhelfen.

    Herzliche Grüße,
    Janna Krebs

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