Was kann ich gegen eine erhöhte Reizlage meiner Hündin tun?

Thema: Allgemeines
  
Svenja1 schrieb am 03.03.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage


2,5 jährige Schäferhündin. Aufgewachsen ist sie sehr reizarm - nun leben wir in der Stadt. Seit einem Unfall sind Hundebegegnungen kaum noch möglich. Sobald ein Hund von links oder rechts kommend unseren Weg kreuzt, springt unsere Hündin in die Leine, bellt und die Nackenhaare sind aufgestellt. Wenn uns ein Hund entgegenkommt, ist die Situation durch Umlenkung und Markern machbar, bzw. sie nimmt Alternativverhalten gut an. Seit ein paar Tagen (3 Wochen vor Beginn der Läufigkeit) hat sie eine vermehrte und erhöhte Reizlage draußen. Menschen werden fixiert, Elektrofahrzeuge verbellt, Dynamiken übertragen. Spazierengehen in der Stadt kaum noch machbar. Eindeutige Stresssignale. Kaum ansprechbar. Ruhe reinbringen durch verweilen hält nicht lange an. Freue mich über Tipps.


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Antworten(1)
  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 03.03.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Guten Tag,
    das hat sich jetzt so hochgeschaukelt, müssen Sie in der Stadt gehen oder können Sie auch hinausfahren, um dem Hund einmal Abstand zu bieten? Ich denke nicht, dass es in der Stadt bessere werden kann.
    Dies als Tipp:
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ oder zu fliehen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

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