Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Stress

Thema: Allgemeines
  Nordrhein-Westfalen
Balu201115 schrieb am 13.04.2016   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Appenzeller/Border Collie, männlich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Wie bringe ich meinem 5 Monate alten border/appenzeller Mix zu ruhen...er ist sehr schnell gestresst...ich versuche es gerade in der Box und auch da ist er gestresst und kommt nicht zur Ruhe....sobald ich mich bewege setzt er sich wieder hin und hechelt...ist er aus der Box raus dann ruht er nur dann,wenn auch wir liegen....sobald wir uns aber bewegen springt er auf und geht mit....wie lange kann ich ihn "gestresst"in der Box lassen?? Er tut mir dann auch sehr leid wenn ich merke das es ihm nicht gut geht und nicht zu Ruhe kommt

Vielen Dank für die Meldung dieses Beitrages. Wir werden Ihre Nachricht schnellst möglich prüfen!
Sie werden nun bei neuen Antworten benachrichtigt!
Sie werden nicht mehr bei neuen Antworten benachrichtigt!

Antworten(1)

  • Kerstin Gebhardt
    Kerstin Gebhardt (Hundetrainer)
    schrieb am 13.04.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Balu,

    die Box muss in kleinen Schritten aufgebaut werden, d.h. Ihr Hund darf nur so lange in der Box bleiben, wie er keine Stressanzeichen zeigt, sonst wird er dort nicht gerne hineingehen. Sie sollten gleichzeitig anfangen Ihren Hund an das Alleinebleiben gewöhnen. Nachfolgend ein paar Tipps:

    Anfangs sollte der Welpe die Möglichkeit haben, sich im Haus jederzeit hinter den Besitzern her zu bewegen. Erst, wenn er sich freiwillig zum Schlafen oder Spielen in einen anderen Raum zurückzieht bzw. freiwillig in einem Raum bleibt, wenn der Besitzer hinausgeht, kann man anfangen, gezielt Trennungszeiten aufzubauen.

    Ihr Welpe einen oder mehrere Sicherheitsplätze bekommen. Als Sicherheitsplatz eignet sich eine Decke, ein bestimmtes Kissen oder auch die Hundebox. Wichtig ist, dass der Hund mit diesem Platz möglichst viele positive und entspannte Verknüpfungen macht. Dies kann über Futter, Spiel oder Schmuseeinheiten aufgebaut werden. Der Sicherheitsplatz ist kein Platz, an den der Hund geschickt wird, um ihn zu bestrafen. Es ist ein Ort, an den er sich zurückzieht um seinen Kauknochen zu fressen. Locken Sie ihn mit dem Kauknochen oder Futter in die Box und sobald in der Box ist, wenn es auch nur wenige Sekunden sind, loben Sie ihn. Schubsen Sie ihn nicht hinein, er muss freiwillig dort rein gehen. Wenn der Hund sich auf seinen Sicherheitsplatz zurückgezogen hat, muss er dort vor Kindern und Besuchern sicher sein. Auch die Besitzer sollten ihn dort nur „belästigen“, wenn sie sicher sind, dass ihre Annäherung erwünscht ist.

    Trainingsaufbau :

    Als erstes muss Ihr Hund nun lernen, dass er Ihnen im Haus nicht mehr auf Schritt und Tritt folgen darf. Er soll alleine in einem anderen Raum bleiben, zunächst einmal nur ein paar Sekunden, später dann immer länger! ***

    In einem zweiten Schritt müssen Sie dann Schlüsselreize abbauen. Hunde sind sehr genaue Beobachter, sie wissen schon, dass Sie nun wieder die Ausgehschuhe anziehen, den Schlüsselbund aufnehmen und dann wieder das gefürchtete Alleinebleiben kommt. Verändern Sie Ihre Gewohnheiten, gehen Sie einfach einmal ohne Mantel hinaus. Ziehen Sie die Ausgehschuhe an, nehmen Sie den Schlüssel in die Hand und setzen Sie sich dann auf das Sofa, um einen Kaffee zu trinken. Je weniger Ihr Hund die Dinge vorhersehen kann, desto weniger fängt er vorher schon an, in Panik zu verfallen.

    Im nächsten Schritt verlassen Sie nun das Haus, auch hier fangen Sie wieder erst mit wenigen Sekunden an. Gehen Sie so oft wie möglich in diesen kurzen Einheiten hinaus. Für einen besseren Überblick können Sie hierfür auch ein Trainingstagebuch einführen. Jetzt heißt es durchhalten, steigern Sie Schritt für Schritt die Zeit, die Ihr Hund alleine bleiben kann. Wenn Sie es geschafft haben und Ihr Hund 20 bis 30 Minuten alleine zu Hause schafft, können Sie die Schritte immer größer machen.

    ****
    - bis zu 3 min., wenn der Besitzer den Raum bei geöffneter Tür
    - bis zu 3 min., wenn der Besitzer den Raum abwechselnd verläßt und wiederkommt und dabei
    jeweils die Tür schließt;

    - bis zu 5 min., bei geschlossener Tür, während der Besitzer aber in der Wohnung bleibt;
    - bis zu 5 min., bei geöffneter Tür, während er Besitzer die Wohnung aber verläßt
    - bis zu 10 min.,……. – bis zu 15 min. usw.
    ERST einen Schritt weitergehen, wenn Ihr Hund, den jetzigen Schritt gut verkraftet, ansonsten wieder einen Schritt zurück.

    Wichtig:
    Nicht Zurückkommen, wenn der Hund noch winselt oder bellt – warten bis er sich beruhigt hat,
    erst dann die Wohnung/Zimmer betreten. Es geht nicht von heute auf morgen, es dauert bis der Hund dann wirklich 30 min. allein bleiben kann.

    Bis Ihr Hund alleine stressfrei bleiben kann, kann lange dauern. Haben Sie Geduld!!!

    Viel Erfolg wünscht
    Ihnen

    Kerstin Gebhardt
    www.kerstin-gebhardt.de
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Möchtest Du auch einen Ratschlag zu Deinem Problem?
Dann stell jetzt eine eigene Frage!

Neue Frage stellen

Weitere Fragen zu diesem Thema:

Wir bekommen ein baby

Vielen lieben dank für ihre schnelle rückantwort 😊 ja er ist jetzt... mehr

Nicht anspringen

Wie bekomme ich das abgewöhnt das mein Hund nicht immer alle Leute... mehr

Bellen andere Hunde

Hallo! Wenn wir spazieren gehen und ein anderer Hund auf einem... mehr

Bitte hier einloggen, um auf die Frage zu antworten.