Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Nächtliche Unruhe

Thema: Allgemeines
  
anna-katharina_andré schrieb am 28.05.2020   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Liebes Team von AGILA,


Ich wende völlig hilflos an euch, bin Halterin eines 15 Jahre alten Jack Russell Terrier Rüden. Er ist kastriert und körperlich enorm fit, außer dass er ein wenig schlecht hört.

Seit einigen Monaten allerdings ist mit schlafen in unserem Haushalt allerdings Schluss. Egal, zu welcher Uhrzeit wir ins Bett gehen, sei es früh unter der Woche oder spät am Wochenende, rennt der hund unruhig zwischen den Schlafzimmern hin und her. Er ist nicht mehr ansprechbar, starrt durch die Gegend, reagiert auf meine Signale mehr. Sein ganzer Körper inklusive Kopf zittert, die Rute hängt, er hechelt und er läuft enorm schnell hin und her.
Auch versucht er, sich mit aller Kraft in Ecken zu quetschen, hinter Couchtische oder Stehlampen, die er einfach um wirft. Er räumt das komplette Schuhregal aus, scharrt die Schuhe in Ecken, bis sie kaputt sind. Er geht auch ins Bad und scharrt dort Badematten in die Ecke, so wie auch kleine Teppiche in Wohnzimmer, Flur und Schlafzimmer.
Schließt man die Tür, scharrt er so lange daran, bis man sie öffnet, oder er sich eben wieder einem Teppich widmet. Tür Gitter, um den hund bei geöffneter Tür draußen zu halten, reißt er mitsamt Halterung und Tapete aus der Wand heraus.
Ist er ein Mal ins Schlafzimmer eingedrungen, springt er ins Bett (was er auch darf) und läuft dort ruhelos auf und ab. Er sieht sich dort auch hektisch um, zittert und hechelt weiter.
Das schlimmste daran ist, dass er uns immer wieder auf den Kopf oder Hals springt, bzw. Bewusst nachdem er uns anstarrt, auf den Kopf tritt. Auch, wenn wir längst wach sind und ihn streicheln. Er trampelt dann auch völlig unüblich über uns drüber, ungeachtet jeglicher Folgen.
Oft reißt er sich dann auch seinen Inkontinenzgurt ab und zerfetzt die Einlagen. Sperrt man ihn in einem Raum ein, in dem er sonst eigentlich gern geschlafen hat, will er dort mit aller Macht raus, scharrt und schreit. Auch in seinen Korb will er nicht.
Wir wohnen seit neun Jahren in der gleichen Wohnung, haben keine neuen Möbel und keine neuen Arbeitszeiten. Auch sind keine anderen Tiere verstorben oder angeschafft worden, es sind keine Menschen aufgetaucht oder verschwunden, die vorher nicht da waren. Selbst das Spielzeug und sein Schlafplatz ist der gleiche.

Um medizinische Gründe zu finden, haben wir ein großes Blutbild machen lassen, seitdem bekommt er etwas für die leichte Bauchspeicheldrüsenschwäche. Ansonsten waren alle Werte völlig normal. Seit kurzem bekommt er Medikamente für das Herz, da bei einem Herzultraschall eine mittlere altersbedingte Herzschwäche diagnostiziert wurde.

Auf Anraten des Tierarztes haben wir es mit beruhigenden Ölen versucht, bis dieser die Diagnose Demenz stellte. Er verschrieb uns daraufhin Diazepam.
Das allerdings wirkt bei ihm, wenn er ein Mal in einer solchen Phase ist, kaum. Er sollte 8 tropfen bekommen und der TA riet uns dazu, bei anhaltender Unruhe mehr tropfen zu heben. Doch selbst.mit über 20 tropfen läuft er mich gleichem Verhalten weiter, außer dass er ein wenig torkelt und dann am Morgen, wenn wir wach sind, die nächsten 8-10 Stunden tief und fest schläft.


Wir wissen uns wirklich nicht mehr zu helfen, fahren bereits unsicher Auto, vermeiden es wenn möglich ganz. Wir schlafen seit Monaten keine Nacht durch, liegen immer wach oder passen im Schichtsystem auf.
Wir haben schon viele Dinge abgebaut, die er umgeworfen hat, aber unsere Verzweiflung wird immer größer...
Mittlerweile auch unsere Angst. Die Nachbarn beschweren sich über den immer währenden Lärm und ein Tier, was einem unberechenbar auf den Kopf springt ist für uns auch kaum noch zu kontrollieren....

Ich hoffe, dass meine verzweifelte Schilderung den Rahmen nicht sprengt, aber ich weiß einfach nicht mehr weiter.

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 28.05.2020
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo Anna-Katharina,
    leider sieht das nicht nach einem Erziehungsproblem aus, weshalb Sie hier nicht ganz an der richtigen Stelle sind. Für mich sieht das nach einem neurologischen Problem aus. Vielleicht kann Ihr Tierarzt den Kleinen ja mal darauf hin untersuchen oder weiß einen Arzt, der dafür spezialisiert ist.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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