Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Mein Hund ist ein Piranha

  Berlin
Naomi442 schrieb am 16.01.2018   Berlin
Angaben zum Hund: Mischling, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo zusammen,

Unsere kleine Willow ist nun 6 Monate alt und seit 4 Wochen haben wir sie aus dem Tierschutz adoptiert. Ich habe schon mit einigen Timeout Methoden, schrillen Geräuschen etc. versucht ihr das Beissen abzugewöhnen, aber leider funktioniert es nicht. Ihr Milchzähne sind so gut wie raus und so langsam hat sie einen kräftigen Biss.

Was mache ich falsch?

Liebe Grüße aus Berlin
Naomi & Willow

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Antworten(1)

  • Barbara Nehring
    Barbara Nehring (Hundetrainer)
    schrieb am 20.03.2018
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo Naomi, Welpen können noch nicht einschätzen, wie dosiert sie ihre Zähne einsetzen müssen. Für das Erwachsen werden ist es wichtig, dass der Hund lernt, seine Zähne vorsichtig einzusetzen. Das Training dazu ist auch immer ein Training für die Beißhemmung. Die Beißhemmung bedeutet, dass der Hund auch in späteren Lebenslagen als erwachsener Hund nicht mit voller Kraft zubeißt. Wird er evtl. unwissentlich getreten, wehrt er sich durch ein Schnappen. Hat der Hund eine gute Beißhemmung gelernt, wird er nur in die Luft schnappen. Sonst kann es mit einem Biss enden, der wirkliche Verletzungen herbeiführt.
    Frühzeitig erziehen sich hier schon die Wurfgeschwister. Wird ein Welpe im Spiel zu grob, jault der andere entweder laut auf und beendet das Spiel oder er beißt zurück. Beides ist unangenehm und signalisiert dem kleinen Hund, dass er vorsichtiger sein muss.
    Diese Mechanismen machen wir uns zu nutze. Wenn der Welpe im Spiel über die Stränge schlägt und zu fest zubeißt, schreien Sie laut „Au“ und beenden sofort das Spiel. Danach erfolgt eine Spielpause. Alles erfolgt ohne große Emotion oder gar Schimpfen. Das stachelt viele Hunde an, noch weiter zu spielen. Außerdem wird mit Kommandos wie „Aus“ oder „Nein“ sehr oft umgegangen, ohne das der Hund die wirkliche Bedeutung kennt.
    Sie sollten darauf achten, dass der Hund auch im gemeinsamen Spiel nicht in die Kleidung beißen darf, sondern nur in Gegenstände, wie beispielsweise ein Tau. Sollte der Welpe noch immer schnappen wollen, machen Sie eine kurze Auszeit. Dazu nehmen Sie den Hund (auch hier wieder ohne Schimpfen oder viele Worte) und bringen ihn in ein anderes Zimmer. 2 – 3 Minuten reichen. Gehen Sie aber erst in das Zimmer, wenn der Welpe ruhig ist und nicht gerade jammert. Sonst würde er darauf schließen, dass er sie durch sein Verhalten dazu bewogen hat, ihn aus dem Zimmer zu lassen.
    Bei kleinen Kindern im Haushalt sollten Sie versuchen ihnen zu erklären genauso zu verfahren. Allerdings motivieren Kinder Hund oft zum Spiel, da sie sich in der Regel sehr schnell bewegen und unbewusst Spielaufforderungen machen. Dort müssen die Erwachsenen reagieren. Auch hier steht wieder der Spielabbruch im Vordergrund.
    Bitte benutzen Sie kein Quitschespielzeug bevor Ihr Hund 6 Monate alt ist. Erst sollte der Welpe die Beisshemmung lernen.
    Besuchen Sie eine gute Welpenspielgruppe. Im gemeinsamen Spiel lernen die Kleinen sehr viel voneinander. Eben auch das dosierte Einsetzen der Zähne. Es ist von entscheidender Priorität, dass der Hund die Beißhemmung lernt.

    Fazit:
    - Beisshemmung im Welpenalter führt zu einem sicheren erwachsenen Hund
    - Setzt der Hund seine Zähne schmerhaft ein, wird sofort ein Schmerzenslaut signalisiert und das Spiel abgebrochen
    - Zeigt sich der Welpe unbeeindruckt, bringen Sie ihn in ein anderes Zimmer und lassen ihn dort für 2 – 3 Minuten
    - Spielen Sie nicht zu wild, um den Hund nicht zu motivieren, zu stark zu zubeißen
    - Kleine Kinder und Hunde nie allein zusammen lassen, bei zu grobem Spiel muss der Erwachsene das Spiel abbrechen.
    Falls es nicht wirkt bitten Sie einen Hundetrainer zu Ihnen nach Hause. der kann dann direkt den Hund anschauen und Ihnen hinweise geben. Viel Erfolg Barbara Nehring

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