Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Zweithündin kann nicht alleine bleiben bellt trotz ruhiger Ersthündin

  
patricia-gessler schrieb am 04.07.2012   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,

habe seit 4 Jahren eine inzwischen 8 Jahre alten Pomeranian Zwergspitzhündin. Habe ihr das Alleinsein innerhalb von ca. 4 Wochen nach den gängigen "Methoden" beibringen können. Seit nunmehr ca. 7 Monaten habe ich eine zweite Pom-Hündin , sie ist 6 Jahre alt und die beiden verstehen grundsätzlich sehr gut. Meine zweite Hündin wurde 6 Jahre lang quasi nie alleine gelassen. Allerhöchstens einemal sporadisch eine halbe Stunde und angeblich wie eine Prinzessin behandelt. Bei ihr habe ich den Eindruck ist es eine Mischung aus Kontrollangst, Wut , dass sie jetzt alleine gelassen wird und einem Hauch Trennungsangst. Sie ist sehr charakterstark , verhält sich mir gegenüber aber unterwürfig.Die gängigen Grundkommandos konnte ich ihr rasch beibringen.

Sämtliche gängigen Methoden nach Lehrbüchern habe ich "durch" und bin total verzweifelt, mein Wunsch wäre ein maximales Alleinbleiben von 4 Stunden. Bin mit meinem Latein "am Ende" . Meine Ersthündin bellt nicht, wenn sie alleine bleiben muss , bellt zwischendrin nur kurz (habe den Eindruck sie nervt das Gebelle meiner Zweithündin).

(Mein erster Hund war eine Golden Retriever Hündin , als Welpe bekommen , Alleinbleiben hat sie sehr schnell gelernt)

Fur einen Rat wäre ich unendlich dankbar!

Viele Grüsse

Patricia Gessler

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Antworten(7)

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 04.07.2012
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Frau Gessler,


     


    zu Ihrer Nachricht habe ich einige Fragen:


    - woher kommt die zweite Hündin und warum wurde sie abgegeben?


    - welche gängigen Methoden nach Lehrbüchern haben Sie denn bereits ausprobiert und wie lange haben Sie jeweils daran festgehalten?


     


    Viele Grüße,
    Stefanie Ott 

  • Paddi2
    Paddi2
    schrieb am 05.07.2012

    Hallo,


    meine Zweithündin wurde angeblich aus den USA als Welpe importiert.


    Sie war aber zu klein zur Zucht und wurde dann mit 6  Jahren von der Züchterin aus Kroatiein an mich verkauft. Warum genau sie abgegeben wurde, kann ich leider nicht sagen, da sie sehr verträglich mit anderen Hunden ist; sie ist aufgrund ihrer "Grösse" jedoch sehr krankheitsanfällig und empfindlich . Habe sie mit enormen Untergewicht (damals 1,8 kg !) bekommen, jetzt wiegt sie zwischen 2,3 und 2,5 kg (ideal für ihr "Grösse").


    Habe folgendes über einen Zeitraum von ca. 2-3 Wochen jeweils ausprobiert: Kurzes (sekundenweises Alleinlassen, Abstände vergrössert, wortloses Entfernen, hat nicht funktioniert.).


    Gleiches Prinzip mit dem Kommando "Bleib", hat auch nicht funktioniert.


    Wiederum gleiches Prinzip mit Leckerli/Denta-Stick nur beim Alleinbleiben als Belohnung, ging auch daneben


    O.g. Prinzip wiederum mit riesen Freude meinerseits wenn ich vor der Tür war und es (einmal war das nach 2 Sekunden) und sie leise war mit "Bravo"/Fein" verbal belohnt...


    U.g. Prinzip mit verbaler Belohnung und Leckerli erst beim Wiederkommen...


    Meine Zweithündin ist sehr keck und clever (meine Ersthündin eher stoisch und gelassen).


    Wenn ich nur wüsste in welche Richtung ich mit meinen zwei Hunden bzw. mit meiner Zweithündin arbeiten könnte, wäre ich schon dankbar...


    Muss in knapp einem Jahr wieder arbeiten und halte die Zeit auch für realistisch , um ggf. einen Erfolg zu erzielen. Möchte alles daran setzen um dies zu erreichen (arbeite der Hunde wegen nur max. 4 Stunden). Im Zweifelsfall nehme ich mir auch professionelle Hilfe (wohne in einem grossen Mehrfamilienhaus und bekomme (zu Recht) Probleme.


    Noch zur Ergänzung: Meine Hündin kratzt dann auch wie wild an der Türe, ihr Zunge läuft dann manchaml richtig lila an; sie und wir alle haben also ernormen Stress mit der momentanen Situation (seufz).


    Viele Grüsse und in der Hoffnung auf eine Antwort


    Patricia Gessler

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 07.07.2012
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Frau Gessler,


     


    vielen Dank für diese ganzen Informationen! Ich habe nun noch einmal einige Fragen:


     


    - Sie schreiben: "Kurzes sekundenweises Alleinlassen, Abstände vergrössert, wortloses Entfernen hat nicht funktioniert." Was genau hat hier nicht funktioniert?


    - Was bekommt Ihr Hund zu fressen und wann? Wie schaut es mit Kauknochen et. aus?


    - Womit spielt Ihr Hund gerne und wann und wie lange hat er Spielzeuge zur Verfügung?


    - Wo hält sich Ihr Hund auf, wenn Sie zu Hause sind?


    - Wann bekommt Ihr Hund Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit? Fordert er dies quasi von Ihnen ein?


     


    Viele Grüße,
    Stefanie Ott

  • Paddi2
    Paddi2
    schrieb am 07.07.2012

    Hallo,


    gerne beantworte ich Ihre Fragen:


    - auch sekundenweises Entfernen und das anschliessende langsame Vergrössern der Abstände wurde mit Bellen quittiert. Sobald sich die Tür schliesst , fängt sie nach kurzer Zeit (ca. wenige Sekungen) an zu bellen.


    - meine Hunde bekommen zweimal am Tag zu fressen (meiner Ersthündin stelle ich den Napf zu erst hin; sie bekommen nach der ersten Gassirunde gegen 7 Uhr zu fressen und nochmals abends/spätnachmittags gegen 17 Uhr. Meine zweite Hündin, hat , wie sich jetzt herausstellt vermutlich eine Futtermittelallergie; sie verträgt so gut wie kein Nassfutter , gebe ihr jetzt Trockenfutter hypoallergenic. Kauknochen zur Beschäftigung und Ablenkung lehnt sie vollständig ab ! (im Gegensatz zu meiner Ersthündin, die immer einen kleinen Zahnpflegesnack nimmt, wenn ich mal "länger" weg bin.; einen Kong z.B. kann ich nicht mit Nassfutter befüllen, mit kleinen Kroketten gefüllt interessiert sie nicht


    - weder meine Ersthündin noch meine Zweithündin spielen mit Spielzeug (kannten sie beide überhaupt nicht; habe versucht sie hernazuführen mit Minibällchen, Quietschie; alles ohne Erfolg; meine Hunde sind mehr Menschen-als Spielzeugbezogen. Schmusen ist für sie das Grösste


    - meine Ersthündin liegt gelassen im Hundebett und meine Zweithündin am Boden zu meinen Füssen wenn ich am Tisch sitze (Fehler, dass ich das bis jetzt zugelassen habe!); habe nur eine kleine Wohnung und meine Hunde haben mich zwangsweise immer im Blick


    - meine Zweithündin ist sehr fordernd was Schmuseeinheiten anbelangt, schleckt mich vor dem Zubettgehen immer ewig ab etc.


    Ein grosser Fehler meinerseits ist sicher auch, dass ich es zulasse, dass meine Zweithündin ebenfalls bei mir im Bett schläft ! Sollte sie wohl besser aus dem Bett ins Hundebett vor dem Schlafbereich verbannen. Fällt mir jetzt erst richtig auf...


    Viele Grüsse


    Patricia Gessler

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 07.07.2012
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Frau Gessler,


     


    vielen Dank für die Antworten mit sehr wesentlichen Informationen.


     


    Probleme mit dem Alleinsein sind oft mit Frustration oder Angst verbunden.


     


    Frustration kann entstehen, wenn ein Hund im Alltag immer, Kontakt zum Hundebesitzer aufzunehmen, wann immer er möchte. Hierfür sprechen das Liegen zu Ihren Füßen und das Schlafen im Bett sowie das lange Abschlecken vor dem zu Bett gehen. Wenn der Hund dann einmal allein in der Wohnung ist und keinen Kontakt zum Besitzer herstellen kann (der Besitzer ist ja gerade einkaufen geganen o.ä.), dann ist er frustiert und zeigt dies z.B. durch Bellen oder Kratzen.


     


    Angst kann entstehen, wenn ein Hund nie richtig gelernt hat alleine zu bleiben oder wenn er trotz gutem Training einmal eine schlechte Erfahrung während des Alleinseins gemacht hat (z. B. Buch fällt aus dem Regal auf seinen Rücken o.ä.).


     


    Bei Ihnen hört es sich nach einer Kombination von beidem (Frustration und Angst) an, was häufig auftritt.


     


    Ich würde Ihnen folgendes empfehlen:


    - sog. "Nichts-im-Leben-ist-umsonst-Programm": Hiermit kann ihr Hund lernen, dass er alles, vor allem Ihre Aufmerksamkeit, nicht mehr umsonst erhält. Vielmehr bestimmen Sie, wann Ihr Hund Streicheleinheiten & Co. bekommt und  was er dafür tun muss (Sitz, Platz, ...); Traniningsprogramm erhältlich über XinXii bzw. via Email.


    - stufenweises Alleinbleiben-Training in noch kleineren Schritten als bisher; hier sollten Sie die Hilfe eines verhaltenstherapeutisch tätigen Tierarztes in Anspruch nehmen


    - ggf. ergänzende Maßnahmen (Ernährungsergänzung, Medikamente)


    - in jedem Fall: Vermeiden von Problemsituationen, d.h. Situationen, in denen Sie Ihre Hündin allein lassen (Hundesitter?)


     


    Viele Grüße,


    Stefanie Ott

  • Paddi2
    Paddi2
    schrieb am 09.07.2012

    Hallo Frau Dr.Ott,


    vielen Dank für Ihre nützlichen Informationen bzw. Tipps.


    Habe mir auf XinXii das Trainingsprogramm heruntergeladen und parallel dazu bereits in einer Woche einen ersten Trainingstermin mit einer Hundetrainerin vor Ort (Hausbesuchstermin), die auch eng mit einem Tierarzt einer Tierklinik zusammenarbeitet und z.B. auch mit Bachblüten unterstützend arbeitet. Hoffe mit all dem ; dem nötigen konsequenten Training usw. Erfolge auf längere Sicht hin zu erzielen.


    Vom Hundesitter möchte ich Abstand nehmen (war selber zuverlässige Hundesitterin bei unterschiedlichen Hunden über Jahre), da ich selbst bei meinem allerersten Hund damit schlechte Erfahrungen gemacht habe !(unzuverlässig, nach kurzer Zeit gelangweilt, ständig wechselnde Bezugspersonen, z.T. null Hundeverstand etc.)


    Herzliche Grüsse und vielen Dank


    Patricia Gessler mit Jou-Jou und Nami

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 09.07.2012
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Frau Gessler,


     


    ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Alleinbleiben-Training mit Ihrer Hündin. Halten Sie durch - auch wenn es länger dauert und Sie Rückschläge im Training erleben. Das ist normal; eine Lösung für dieses Problem innert einer Stunde, wie man es im Fernsehen oft suggeriert bekommt, gibt es leider nicht.


     


    Während der ersten Zeit kann es übrigens noch sinnvoll sein, wenn Sie einen Hundesitter nutzen. Je weniger Ihre Hündin wieder Probleme mit dem Alleinsein erfährt, desto besser kann das Training greifen. Nach und nach können Sie sich dann wahrscheinlich davon lösen.


     


    Bei weiteren Fragen erreichen Sie mich über die Hundetrainer-Sprechstunde.


     


    Viele Grüße,


    Stefanie Ott

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