Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

totale Angst vor dem alleine Bleiben!

  Rheinland-Pfalz
MatthiasL schrieb am 18.11.2015   Rheinland-Pfalz
Angaben zum Hund: Staffordshire, weiblich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Hallo Zusammen!

Meine Freundin und ich haben seit dem 07. diesen Monats die kleine Rosalie aus dem Tierheim bei uns.Sie ist 6 Monate alt (bzw könnte auch 7 sein) und ist total verschmust und verkuschelt! Sie verträgt sich auch blendend mit anderen Hunden und Menschen.Wenn wir Gassi gehen ist sie total interessiert und schaut sich die Welt an. Wir hatten vor ihr schon einen Hund der gleichen Rasse gehabt den wir mit 3 Jahren bekommen haben und der bei uns 16 Jahre alt wurde.

Zu Ihrer Vergangenheit kann man sagen das irgendwelche Leute versucht haben Sie auf der Straße zu verkaufen. Da war sie ein paar Wochen alt. Als Sie ins Tierheim kam hat eine Pflegerin Sie zu sich genommen wo Sie auch nicht oft alleine war (wenn nicht sogar nie alleine war da Sie mit 4 anderen Hunden dort bei der Pflegerin war)

Das Problem was meine Freundin und ich jetzt haben ist das Sie garnicht alleine bleiben kann! Wir wussten zwar das Sie wahrscheinlich das alte Frauchchen vermissen wird. Aber nach ein paar Tagen ging dies aber. Die erste Woche habe ich mir frei genommen und mich um Sie gekümmert und diese Woche plus die nächste hat meine Freundin Urlaub.
Sobald wir in einen Raum gehen und die Türe schließen fiepst Sie rum. Es geht zwar noch und hält sich noch in Grenzen. Aber sobald wir die Haustür verlassen und Sie alleine ist, ist Sie wie ausgewechselt! Sie bellt, heult und fiepst! Dazu kommt noch das Sie dann anfängt Dinge zu klauen, oder Pflanzen ankaut, oder drin buddelt usw. !
Wir haben in der ersten Woche angefangen mit ihr zu üben.Die Räume verlassen, wieder rein gekommen (Sie dabei nicht beachtet) usw. .Aber irgendwie bringt es nichts und wir wissen leider nicht weiter!

Danke schonmal im Vorraus!

Liebe Grüße Matthias

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 20.11.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Matthias,

    erst einmal ist es doch schön, dass Sie so viel Freude mit der jungen Dame haben. Und ich finde es auch ganz klasse, dass die kleine Dame ein neues Zuhause bei Ihnen gefunden hat, wohlwissend, dass einiges an Arbeit auf Sie zukommt.

    Es ist selbstverständlich, dass Ihre Hündin Trennungsstress hat. So wie sie berichten, ist sie wahrscheinlich auch noch viel zu früh von der Mutter getrennt worden.

    Deswegen brauchen sie Zeit und Geduld um das Alleine Bleiben aufzubauen.

    Um Trennungsstress zu vermeiden, ist es wichtig, Ihrer Hündin beizubringen, dass alleine zuhause zu bleiben eine angenehme Erfahrung ist. Eine Zeit in der sie sich entspannen kann oder schöne Dinge tun kann. Die effektivste Möglichkeit zur Vermeidung von Trennungsstress ist ihr von Beginn an beizubringen, dass Alleinsein Spaß macht. Um dies zu erreichen ist eine schrittweise Erhöhung der Abwesenheitszeit wichtig, so dass Ihre Hündin sich nie ängstigen muss und diese Zeit immer mit etwas Schönem verbindet. Die wichtigsten Aspekte dieses Trainings sind, dass die Zeiten des Alleine seins langsam gesteigert werden. Wie langsam hängt von der Entspannung Ihrer Hündin ab. Lassen Sie sie nie so lange alleine, dass sie verzweifelt. Bereits das Fiepen, wenn Sie in einen anderen Raum gehen, ist daher nicht gut. Bitten Sie ggfs. Freunde oder Familie in der Zeit der Abwesenheit auf sie zu achten.
    Belohnen Sie Ihre Hündin, wenn sie entspannt alleine geblieben ist. Belohnung kann ein Spiel, ein Leckerchen, eine Liebkosung oder ein Lob sein. Wenn sie ängstlich ist, schicken Sie sie wieder auf ihre Decke. Reduzieren Sie dann die Zeit, in der sie alleine bleibt.
    Wiederholen Sie die folgenden Trainingsstufen bis Sie sicher sind, dass Ihre Hündin glücklich ist.
    1. Starten Sie damit, Ihre Hündin auf ihre Decke zu schicken. Dort soll sie eine kurze Zeit verweilen. Bleiben Sie bei ihr stehen. Belohnen Sie sie dafür.
    2. Als nächstes schicken Sie Ihre Hündin auf ihre Decke und bewegen Sie sich, solange sie dort bleibt. Belohnen Sie sie dafür.
    3. Steigern Sie die Zeit und die Distanz zu Ihrer Hündin. Bleibt sie auf der Decke, wird sie belohnt. Steht sie auf oder jammert sie, wird sie nicht belohnt. Gehen Sie dann aber wieder einen Schritt zurück.
    4. Beginnen Sie dann, den Raum zu verlassen und die Tür hinter sich zu schließen.
    5. Beginnen Sie dann, die Abwesenheit zu verlängern.
    6. Wenn Ihre Hündin dies eine Stunde lang erträgt, sollte es kein Problem sein, sie länger alleine zu lassen. Geben Sie ihr etwas, womit er sich beschäftigen kann, damit sie sich nicht langweilt.


    Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie tun können, damit sich Ihre Hündin beschäftigen kann, während Sie weg sind.
    Geben Sie ihr einen Knochen oder ein Spielzeug, wenn Sie den Raum verlassen. Stellen Sie sicher, dass das besondere Spielzeug oder Knochen der Hündin nur zur Verfügung steht, wenn sie alleine gelassen wird.
    Geben Sie Ihrer Hündin einen gefüllten Kong oder einen Leckerchenball. Verstecken Sie Leckerchen im Haus, die sie suchen kann oder basteln Sie ihr ein Überraschungspaket. Diese Dinge beschäftigen Ihren Hund geistig.
    Räumen Sie diese Dinge wieder weg, wenn Sie heimkommen.
    Ihre Hündin wird leichter alleine bleiben, wenn sie zuvor beschäftigt wurde. Gehen Sie vor dem Alleine bleiben spazieren. Warten Sie dann noch 30 Minuten, bevor Sie sie alleine lassen.
    Geben Sie ihr eine halbe Stunde vor dem Alleine bleiben eine Mahlzeit. Geben Sie ihr noch einmal die Möglichkeit sich zu lösen, bevor sie alleine gelassen wird.
    Vermeiden Sie jegliche Strafen.
    Sollte Ihre Hündin sich schlecht benehmen, während Sie sie alleine gelassen haben, schimpfen Sie nicht mit ihr. Die häufigsten Gründe für Verhaltensprobleme beim Alleine bleiben liegen daran, dass die Besitzer mit ihren Hunden schimpfen, wenn sich der Hund während der Zeit des Alleine bleiben schlecht benommen hat. Ihre Hündin kann Ihre Strafe nur mit Ihrem Zurückkommen verbinden, nicht mit der Zerstörung, dem Bellen oder dem Unsauber sein. Ihre Hündin wird dann besorgt über Ihre Reaktion beim nächsten Zurückkehren sein und dies wird ihr „schlechtes Verhalten“ eher noch bestärken

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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