Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Hund möchte nicht bei "Oma und Opa" bleiben

  
Maki2103 schrieb am 21.02.2020   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,
Wir haben unseren Havaneser seit Oktober. Er kommt von einer Züchterin und ist 1 Jahr und 5 Mon. Er hat sich bei uns sehr gut eingelebt. Wir sind eine Familie mit 2 Jugendlichen. Unser Hundi ist allerdings sehr auf mich fixiert. Er bleibt auch ohne Probleme mal alleine. Jetzt zum eigentlichen Problem. Wir würden ihn auch gerne mal bei "Oma und Opa" lassen, wenn wir mal unterwegs sind. Aber sobald er dort bleiben soll, ist er völlig unruhig, am zittern und kratzt auch wie verrückt an der Tür. Oma und Opa sind aber keine fremden Menschen für ihn, kennen sich mit Hunden aus und würden ihn auch sehr gerne bisschen verwöhnen. Auch wenn wir zu Besuch sind und ich mit dabei bin, will er nur auf meinen Schoss und braucht einige Zeit bis er zur Ruhe kommt. Wie sollen wir das üben? Es ist doch eine ziemliche Stresssituation für ihn. Bin bisschen ratlos.
Danke schon mal für Ihre Antwort.
Grüsse
M. K.

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Antworten(1)

  • Cian Lösch
    Cian Lösch (Hundetrainer)
    schrieb am 06.03.2020
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Maki2103,

    vielen Dank für Ihre Fragestellung und herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Familienzuwachs.
    Ihr Liebling muss lernen, in diesem Punkt noch Vertrauen aufzubauen. Vertrauen in Sie, dass Sie wiederkommen.
    Bauen Sie das Training fürs Bleiben bei den Großeltern in kleinen Schritten auf.

    Schritt 1: Entspannung bei den Großeltern schaffen OHNE dort zu bleiben
    Das beginnt bereits beim Besuch. Vertraute Spielsachen und/oder eine Kuscheldecke von zu Hause hilft beim Entspannen bei den Großeltern. Ihr Stimmung ist ebenfalls entscheidend.
    Sind Sie bereits angespannt, wenn Sie bei den Großeltern sind, weil Sie bereits um seine Ängste wissen?
    Hunde nehmen diese Empfindungen auf und es kann seine Angst verstärken und unbewusst bestätigen.
    Das ist der erste Ansatz.
    Dann ist es sinnvoll, vor Ort die Situation aufzulockern. Wenn Ihre Fellnase sich beruhigt hat, zeigen Sie ihm, dass er entspannt im Rudel dabei sein und sich auch anderweitig beschäftigen kann.
    Kauknochen, Kauwurzel oder Hirschgeweihe (Fressnapf) sind beliebte Möglichkeiten Stress abzubauen und sich zu beschäftigen.

    Schritt 2: Bei den Großeltern bleiben üben
    Die Übung wird genauso aufgebaut wie das alleine bleiben zu Hause. Das Prinzip ist das gleiche.
    Zuerst lösen Sie die mit Ihrem Fortgehen verknüpften Rituale auf, d. h. alle Handlungen, die unmittelbar vor Ihrem Weggehen erfolgen. Das umfasst banale Dinge wie Schuhe anziehen, Schlüssel nehmen, Verabschiedung von den Großeltern etc. Was dazu gehört, das wissen Sie natürlich am Besten.
    Nun tun Sie genau das, was Sie machen, wenn Sie fortgehen - aber ohne fortzugehen. Sie nehmen den Schlüssel, gehen umher, trinken z.B. etwas und legen ihn wieder zurück. Die Aufgabe ist es, das Muster für Ihren Hund zu durchbrechen. Gleichzeitig muss natürlich eine positive Verknüpfung erfolgen. Geben Sie ihrem Hund bei den Großeltern eine Beschäftigung. Z.B. Leckerli ausstreuen und ihn suchen lassen. Das machen Sie, während Sie das Muster auflösen.
    Dann gehen Sie tatsächlich kurz vor die Türe - ohne Verabschiedung. Es muss das normalste von der Welt sein, dass Sie gehen und kommen. Auch die Großeltern müssen sie dabei normal verhalten und dem Geschehen keine Bedeutung beimessen.
    Wichtig ist, anfangs sehr kurz die Wohnung zu verlassen und zurückzukommen, solange drinnen noch alles ruhig ist.
    Beim Zurückkommen können Sie für ruhiges Verhalten mit ruhiger Stimme loben. Ansonsten verhalten Sie sich neutral.
    Es geht darum, dem Ganzen die für Ihre Fellnase schlimme Bedeutung zu nehmen. Kommen und Gehen ist normal.
    Mit der Zeit verlängern Sie das Intervall. Bitte haben Sie Geduld, bis Ihr Liebling verstanden hat, dass er auf Ihre Verbindung vertrauen kann, auch wenn Sie das Haus verlassen.
    Die Großeltern dürfen ihn gerne ruhig mit Suchspielen beschäftigen oder mit Dingen, die er gerne mag und durch die er sich in aller Regel gut ablenken lässt.
    Mit beständiger Übung sollte sich die Situation definitiv verbessern.
    Sollte die Situation jedoch ernster sein, dann empfehle ich Ihnen sich Unterstützung von einem Hundetrainer zu holen, der mit Ihnen vor Ort daran arbeitet.

    Sie haben jedoch gute Chancen, es so gut zu schaffen.

    Für Ihre Rückfragen stehe ich Ihnen sehr gerne jederzeit zur Verfügung.

    Herzliche Grüße,

    Cian

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