Was bedeutet Smart Kommunikation in Sachen Leinenführigkeit?

Thema: Leinenzug
  
christiane_z. schrieb am 09.10.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Was bedeutet Smart Kommunikation in Sachen Leinenführigkeit? Ich benötige Hilfe meinem 8 Monate alten Aussie das Ziehen an der Leine abzugewöhnen. Aktuell trainieren wir wie folgt: wir haben eine Schlingenleine, Idee ist, dass die immer locker bleibt beim Gehen, sobald die Leine sich strafft, wird ein kräftiges übertrugtes „ah“ gerufen und gleichzeitig kurz und beherzt an der Leine zur Seite geruckt, um den Zug zu unterbrechen, klappte als uns die Hundetrainerin das vorführte super, bei uns eher mäßig, es scheint an mir zu liegen, bitte um Hilfe.

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Antworten(5)

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 12.10.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Christiane,

    ich möchte zunächst einmal den lerntheoretischen Hintergrund der Vorgehensweise, die Ihnen an die Hand gegeben wurde, erklären, so dass Sie selber entscheiden können, ob diese Methode weiter für Sie und Ihren Vierbeiner in Frage kommt oder nicht.

    Der Einsatz einer erhobenen Stimme und eines Leinenrucks wird in der Regel eingesetzt, wenn der Hund ein unerwünschtes Verhalten - hier: das Ziehen an der Leine - zeigt. Dieses Verhalten wird quittiert, indem etwas Unangenehmes hinzugefügt wird (Schimpfen und vor allem Leinenrucks sind in aller Regel unangenehm für Hunde).

    Problematisch ist daran folgendes: Leinenrucks verursachen unstrittig Schmerzen und im schlimmsten Fall - also bei sehr heftigem Rucken - auch Schäden im Halsbereich des Hundes. Schimpfen kann - vor allem bei sensiblen Hunden - zu einer Verschlechterung der Hund-Halter-Beziehung führen. Beides für sich genommen und zusammen hat noch einen erheblichen Nachteil: ein Hund erhält leider nur eine Information, das er gerade irgendetwas (nicht unbedingt das Ziehen an der Leine sondern eben IRGENDETWAS) falsch gemacht hat. Und er weiß dadurch nicht, was Sie tatsächlich von ihm möchten.

    Eine alternative Möglichkeit ist ein Training, bei dem Sie Ihrem Hund vermitteln, was Sie tatsächlich von ihm möchten, und das richtige Verhalten belohnen, so das Ihr Hund dieses Verhalten immer und immer wieder zeigt.

    Vielleicht wäre diese alternative Möglichkeit etwas für Sie und Ihren Aussie?

    Viele Grüße,
    Stefanie Ott
    www.mensch-und-tier.net

  • christiane_z.
    christiane_z.
    schrieb am 13.10.2021

    Hallo liebe Frau Ott,
    Sie sagen:“
    Eine alternative Möglichkeit ist ein Training, bei dem Sie Ihrem Hund vermitteln, was Sie tatsächlich von ihm möchten, und das richtige Verhalten belohnen, so das Ihr Hund dieses Verhalten immer und immer wieder zeigt.“
    Wie genau geht das, was muss ich machen?
    Grüße Christiane

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 14.10.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Christiane,

    der erste Schritt besteht darin, das gewünschte Verhalten möglichst genau zu erfassen. Je genauer Sie darin sind, das Ziel zu definieren, desto besser können Sie diese Vorstellung an Ihren Hund vermitteln und desto erfolgreicher sind Sie in Ihrem Training.

    "An lockerer Leine gehen" ist noch eine recht vage Umschreibung. Eindeutiger wird es, wenn sie festlegen
    - ob Ihr Hund rechts oder links von Ihnen gehen soll
    - ob Ihr Hund vor oder neben oder hinter Ihnen gehen soll
    - wie dicht Ihr Hund bei Ihnen bleiben soll, d. h. in welchem Abstand zu Ihnen er sich aufhalten soll.

    Sobald diese gedankliche Vorarbeit gemeistert ist, kann es mit dem Training losgehen.

    Viele Grüße,
    Stefanie Ott
    www.mensch-und-tier.net

  • christiane_z.
    christiane_z.
    schrieb am 14.10.2021

    Vielen Dank, ja .
    Und wie sieht das Training dann aus?

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 18.10.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Christiane,

    sobald die Definition des Ziel und ggf. weiterer Zwischenziele festgelegt ist und eine Belohnung, für die Ihr Vierbeiner gerne mit Ihnen arbeitet, gefunden ist, geht es daran, die korrekte Position - also den Ort, an dem Ihr Hund relativ zu Ihnen laufen soll - beizubringen.

    Dabei ist es zunächst wichtig, dem Hund die Position an sich zu vermitteln. Nach und nach folgen dann ein, zwei, drei und mehr Schritte, die Sie laufen, während Ihr Hund die erwünschte Position einhält. Aus diesen ein, zwei, drei Schritten werden nach und nach zehn, zwanzig, dreißig Schritte und schließlich ganze Spaziergänge.

    Bei diesem Training ist es essentiell, dass Ihr Hund so wenig Fehler macht wie möglich (und damit so wenig Korrekturen notwendig sind wie möglich) und statt dessen das korrekte, d. h. von Ihnen gewünschte Verhalten lernt.

    Viele Grüße,
    Stefanie Ott
    www.mensch-und-tier.net

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