Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Verschiedenes Verhalten an unterschiedlichen Leinen

Thema: Leinenzug
  Nordrhein-Westfalen
Riyasha schrieb am 08.01.2017   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Großer Münsterlander Mix, männlich, kastriert, Alter 4-10 Jahre

Meinen Hund Stanley habe ich aus dem Tierheim adoptiert. Anfangs zeigte er sich nicht sonderlich leinenführig, was ich mittlerweile besser im Griff habe (wir trainieren noch).
Nun habe ich mir für die Abendspaziergänge eine zweite, stark reflektierende Leine gekauft, an der er sich komplett anders verhält: Kein Ziehen, er entfernt sich nur selten mehr als einen Meter von mir, meist läuft er mit dieser Leine direkt bei Fuß.

Die "normale" Tagesleine ist eine einfache Führleine ähnlich der, die er auch im Tierheim bei Spaziergängen trug.
Die Leine für Abends ist eine Roll- bzw. Flexileine. Halt nur reflektierend (aus Sicherheitsgründen).

Natürlich hab ich mich gewundert und die Leinen mal getauscht. Das Verhalten bleibt gleich; mit der Führleine zieht er immer mal wieder und mit der Flexileine bleibt er bei Fuß.

Ich kann mir das nicht erklären.

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Antworten(1)

  • Marie-Louise Kretschmer
    Marie-Louise Kretschmer (Hundetrainer)
    schrieb am 09.01.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, zunächst gilt es zu definieren, was unter einer guten Leinenführigkeit zu verstehen ist. Manche Halter übertreiben auch damit, was sie von ihrem Hund erwarten. Ein kurzes Anspannen der Leine, weil der Hund neugierung an den Wegrand läuft, um zu schnüffeln, würde ich nicht als Ziehen bzw. als Problem deuten. Häufig korrigieren sich die Hunde selbst, wenn sie das Ende der Leine spüren. Eine gute Leinenführung beginnt nicht beim Hund, sondern beim Halter selbst. Wenn Sie ihrem Hund vermitteln wollen, dass das Ziehen nicht erwünscht ist, dann dürfen Sie selbst auch nicht ziehen. Der erste Trainingsschritt besteht deshalb darin, dass Sie lernen, sehr achtsam mit der Leine umzugehen. Es ist schnell passiert, dass der Hund irgendwo schnüffelt, uns das dann zu lange dauert und wir ihn wegziehen. Auch beim Richtungswechseln und beim Weiterlaufen nach Stehenbleiben wird der Hund häufig weitergezogen, statt ihn anzusprechen und mit einem freundlichen "Auf geht's" oder "weiter" zum Mitgehen aufzufordern. Wie soll den unser Hund verstehen, dass das Ziehen an der Leine nicht erwünscht ist, wenn wir selbst ziehen? Wir führen den Hund über unsere Körpersprache und Stimme und nicht dadurch, dass er über die Leine einfach mitgezogen wird. Üben Sie deshalb zunächst, ihm über ein freundliches "weiter" und eine Richtungsanzeige mit der Hand ihn mitzunehmen. Benutzen Sie nicht den Leinenruck und führen Sie ihn bitte nicht an einer sog. Flexileine, diese steht dem Ziel einer Leinenführigkeit nur im Wege., die Sie im Moment ja benutzen und mit der er besser bei Fuß geht. Das hat m.E. nur etwas damit zu tun, dass ggf. die kurze Stadtleine für ihn zu kurz ist. Nehmen Sie deshalb eine etwas längee Leine, aber bitte keine Flexileine, damit können sie auch ggf. überhaupt nicht einwirken. Benutzen Sie also für Spaziergänge, in denen er angeleint ist, eine ca. 3 m Leine, damit er auch wirklich sich frei bewegen kann und auch mal schnüffeln kann, ohne gleich Zug zu bekommen. Suchen Sie sich ein Grundstück, z.B. Garten oder Feld/Waldwiese oder einen Parkplatz eines Supermarktes außerhalb der Öffnungszeiten zum Üben, wo keine Ablenkungen vorhanden sind. Beginnen Sie zunächst mit kleinen Übungseinheiten, nicht lägner als 1 Minute. Stellen Sie sich seitlich von Ihrem Hund und nehmen ihn an die Leine, nicht frontal über ihn beugen und ihn dadurch bedrängen. Dann geben Sie ihm freundlich das Kommando "weiter" und zeigen ihm mit der Hand die Richtung. Bitte mit Hör- und Sichtzeichen arbeiten und loben ihn freundlich, wenn er sich danach richtiet. Vielleicht müssen Siei im Anfang auch leise und freundlich mit ihm sprechen, wenn er ohne Zug an der Leine neben Ihnen läuft. Keine langen Strecken geradeaus laufen, lieber eine Acht, einen Kreis oder ein Viereck und machen Sie häufig Richtungswechsel, und bitte achten Sie darauf, dass auch Sie nicht ziehen. Sobald er schenller wird, sofort Richtungswechsel. Zeigen Sie Ihrem Hund aktiv, welches Verhalten von ihm gewünscht wird und dann durch freundliches Ansprechen.
    Ich denke, das ist zunächst ein guter Ansatz, um eine gute Leinenführigkeit zu bekommen. Denn er hat ja bisher gelernt, Ziehen an der Leine lohnt sich, damit komme ich zum Ziel.
    Das wäre aber erst einmal ein guter Start. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und vor allem Geduld!
    Ihre
    Marie-Louise Kretschmer
    www.hundeausbildung-naturnah.com

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