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Neuer Hund - ein Problemfall?!

Thema: Leinenzug
  Niedersachsen
Kathi_Odin schrieb am 15.10.2017   Niedersachsen
Angaben zum Hund: Tschechischlowakischer wolfshund , männlich, kastriert, Alter 4-10 Jahre

Hallo. Wir haben einen 4jährigen tschechoslowakischen Wolfshund Mix aus dem Tierheim adoptiert. Er ist in der Wohnung ruhig und hört zumindest bei meinem Freund auf Kommandos. Allerdings läuft er ihm überall hinterher. Derzeit trainiert mein Freund mit ihm, da der Hund ihn auf die Arbeit begleitet und somit zwingend auf meinen Freund hören muss. Das Training mit mir wollen wir beginnen, sobald bei meinem Freund in der Erziehung keine Aussetzer mehr auftreten. Unser Hund zieht wie ein Ochse an der Leine. Wir probieren alles. Richtung wechseln, rückwärts gehen, ihn blockieren, stehen bleiben.. Nichts hilft dauerhaft. Wir trainieren seit 4 Wochen täglich. Es wurde besser und jetzt bricht es wieder ein. Wir sind wirklich verzweifelt.. Er richtet die Ohren auf und zieht und zieht und zieht. Er ist dann auch nicht ansprechbar. Mit mir geht er alleine gar nicht und er interessiert sich auch nicht wirklich für mich. Selbst mal ne Stunde mit mir alleine bleiben ist ein Problem, er fängt an zu heulen und sucht meinen freund. Wenn er doch aber so an meinem Freund hängt, wieso hört er draußen dann nicht? Und wieso bin ich für ihn unwichtig. Er bekommt von mir besondere Leckerlis einmal am Tag und diese bekommt er nur von mir und ich kämme ihn. Aber irgendwie scheint er zu mir keine Bindung aufzubauen... Haben wir uns einen Problemfall angelacht?!

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 15.10.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    wenn der Hund nicht ohne Ihren Freund bleiben kann, ihm überall hin folgt, zeigt das nicht, dass er an Ihrem Freund so sehr hängt sondern eher, dass er ihm nicht zutraut, alleine zurecht zu kommen. Deshalb sollte Ihr Freund daran zuerst arbeiten und immer die Türen hinter sich schließen. Am besten ist es, das ganze gezielt zu üben: Tür auf, rausgehen, Tür zu, sofort wieder reinkommen, Zimmer durchqueren, wieder raus u.s.w., mehrmals täglich ca. 10 Minuten lang und den Hund dabei nicht beachten. Er soll sich auch nicht setzen oder legen, er soll sich bei diesem "Spiel" so langweilen, dass er nicht mehr nachläuft.
    Desweiteren ist es sehr wichtig, sich nicht vom Hund trainieren zu lassen was heißt, NIE auf Forderungen wie spielen, streicheln u.s.w. einzugehen. Entweder trainiert der Hund den Menschen oder umgekehrt, beides geht bei Hunden nicht, so wie wahrscheinlich in Ihrem Fall.
    Wenn Sie schon alles versucht haben, damit der Hund nicht mehr an der Leine zieht, es manchmal klappt und dann wieder nicht, hängt es ganz sicher an der fehlenden Konsequenz.
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn er einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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