Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hund zieht an der Leine

Thema: Leinenzug
  Nordrhein-Westfalen
Katyes schrieb am 22.09.2015   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Schäferhund, Malinois, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hund zieht wie wild an der Leine beim Spaziergang

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 29.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    Hunde haben einen Oppositionsreflex, einen Reflex sich einer Einwirkung auf den Körper zu widersetzen. Ziehen Sie ihn nach hinten, wird er nach vorne ziehen. Das ist kein Ungehorsam, sondern angeboren. Ein Hund zieht vor Neugier und Abenteuerlust. Wenn Ihre Hündin zieht, dann bleiben Sie stehen. Wenn sie sich umschaut und dabei die Leine lockert, dann loben Sie sie und weiter geht's. Am besten wechseln Sie hierbei die Richtung. Bleibt sie aufmerksam nehmen Sie die alte Richtung wieder auf und sie darf die interessante Stelle erkunden.
    Achten Sie darauf, dass Ihre Hündin die Leine lockert. Am besten greifen Sie die Leine mit beiden Händen oder binden Sie sich diese um den Bauch. Würden Sie Ihre Hündin beiziehen, dann würden Sie die Leine lockern, aber nicht Ihre Hündin.

    Erste Regel: An straffer Leine kommt Ihre Hündin nie voran. Auch nicht um den Freund zu begrüßen oder weil sie schnell mal sich erleichtern muss.
    Zweite Regel: Vergisst Ihre Hündin , dass die Leine locker zu sein hat, dann bleiben Sie stehen. Ihre Hündin muss die Leine lockern. Sie kann sich zu Ihnen umdrehen, sie kann einen Schritt zurückgehen oder sie kann durch Gewichtsverlagerung die Leine lockern. Setzt oder legt sie sich hin, dann gehen Sie langsam rückwärts und erhöhen die Leinenspannung. Ihre Hündin muss aktiv die Leine lockern.
    Dritte Regel: Will Ihre Hündin zu einer begehrten Schnüffelstelle oder zu einem anderen Hund und zieht dabei an der Leine, dann drehen Sie sich um, gehen solange in die andere Richtung, bis Sie wieder die Aufmerksamkeit Ihrer Hündin haben. Dann starten Sie wieder einen Versuch sich der gewünschten Stelle mit lockerer Leine zu nähern. Gelingt Ihnen das nicht, drehen Sie wieder um.
    Am Anfang kann die Leinenführung erleichtert werden, indem Sie ein Aufmerksamkeitssignal aufbauen. Hierfür schnalzen Sie mit der Zunge und werfen im gleichen Moment ein Leckerli auf den Weg. Am geeignetsten sind Leckerlis, die nicht wegspringen oder wegrollen, z.B. Käse oder Fleischwurst. Die Leckerlis werden in den Leinenbereich geworfen. Damit erklären Sie Ihrer Hündin, dass es in Ihrem Leinenbereich schön ist. Erhalten Sie durch das Schnalzgeräusch die Aufmerksamkeit, dann können die Leckerchen wieder ausgeschlichen werden.
    Vorsicht Falle: Am Anfang geben wir das Aufmerksamkeitssignal sehr häufig, später dann nur noch kurz bevor die Leine straff wird. Hunde bilden schnell Handlungsketten nach dem Motto: Ich muss an der Leine ziehen, dann schnalzt Herrchen/Frauchen mit der Zunge und das Leckerli fliegt. 

    Viel Spaß beim Trainieren.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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