Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Andauerndes Fiepen/jaulen

  Hessen
JennyWeimar schrieb am 06.08.2015   Hessen
Angaben zum Hund: Shepherd, Australian, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Mein Pflegehund für ca 2 Monate weil seine Besitzerin im Krankenhaus ist, ein Australian Shepherd 3 Jahre alt, ist fast ununterbrochen am fiepen bzw jaulen und am Sabbern. Nach wie vor flippt er vollkommen aus wenn es zeit ist spazieren zu gehen. Habe schon viel probiert aber nix hilft wirklich.
Mittlerweile nach einer Woche ist es schon etwas besser geworden.
Seine Besitzerin hat ihm drei Jahre lang keine Aufgaben geschweige denn Regeln gegeben, er hatte 24 Stunden immer einen voll gefüllten Napf und dementsprechend ist er auch viel zu fett.
Sein Fell war mit Kot verklebt und komplett verfilzt.
Wenn er Glück hatte hat ihn die Nachbarin mal für einen Spaziergang mitgenommen. Ansonsten fristete er immer in der kleinen Stadtwohnung.


Ich vermute das er Stress hat weil er regelmäßig Beschäftigung und Pflege bekommt und es nicht mehr nach seiner Pfeife geht.
Ansonsten ist er ein lieber Kerl, lernt schnell und ist zu allem Aufgeschlossen.

PS: Habe die Hoffnung ihn behalten zu können aber dafür muss seine Besitzerin überzeugt werden.

Hoffe Sie können mir Helfen.
Freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Jennifer Weimar

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 07.08.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Gute Morgen,
    erst einmal möchte ich Ihnen meine Anerkennung ausdrücken, dass Sie einer Nachbarin in Not und ihrem Hund helfen.
    Ich teile Ihre Meinung, dass Ihr Pflegehund Stress hat. Und ich verstehe auch, dass Sie den Umgang der Besitzerin mit ihrem Hund nicht als artgerecht ansehen.
    Dennoch hat der Hund mit Sicherheit eine Bindung an sein Frauchen. Und hierin sehe ich den eigentlichen Grund seines Stresses. In Versuchen wurde nachgewiesen, dass sich Hunde in Gegenwart ihrer Menschen gerne auch mit anderen Menschen beschäftigen, aber die meisten Hunde nach dem Entfernen ihrer Menschen damit aufhören und Trennungsstress zeigen.

    Ich finde es gut, dass Ihnen die Pflege und Beschäftigung des Hundes am Herzen liegen, und es ist auch kein Zustand einen verfilzten und verklebten Hund nicht zu pflegen. Dennoch würde ich Ihnen dazu raten, den Hund nicht zu überfordern. Natürlich können Sie ihm etwas anbieten, warten Sie aber ab, ob er das auch möchte.
    Ich möchte dazu gerne einen Vergleich aus der Humanwelt anbringen. Langzeitarbeitslose werden auch nach Jahren Arbeitslosigkeit nicht direkt in eine Vollzeitarbeitsstelle vermittelt. Man gibt Ihnen die Möglichkeit einer Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag. Und genau so sollten Sie mit Ihrem Pflegehund verfahren.

    Sie haben den Wunsch, den Hund zu behalten. Auch das kann ich sehr gut verstehen. Gerade wenn man das Gefühl hat, dass es dem Hund bei einem selbst besser geht, möchte man gerne helfen. Aber kann es nicht auch sein, dass der Hund für die Besitzerin ein wichtiger sozialer Halt ist? Kommt die Vermenschlichung eines Hundes nicht oft aus der falsch verstandenen Tierliebe und Einsamkeit der Menschen?

    Warum bieten Sie der Besitzerin nach ihrem Krankenhaushalt nicht an, sie bei der Betreuung des Hundes zu unterstützen?

    Sie schreiben, dass der Hund völlig "ausflippt" wenn es Gassi geht. Wenn bisher der Spaziergang das einzige Highlight in seinem Tagesablauf war, dann ist dies ganz verständlich. Wenn Sie das nicht möchten, dann müssen Sie Ruhe in das Ritual reinbringen. Wenn der Hund "närrisch" wird, sobald Sie die Leine nehmen, legen Sie diese wieder weg und setzen sich wieder hin. Das Spielchen treiben Sie so lange, bis der Hund ruhiger ist. Und er wird es werden, wenn Sie den längeren Atem haben. Denn dann verliert das Greifen nach der Leine an seinem Schlüsselreiz. Die gleiche Methode machen Sie, wenn der Hund sich beim Türe öffnen gebärdet. Leine wieder ab, Tür schließen und wieder hinsetzen. Bleiben Sie dabei immer ruhig und gelassen.
    Bieten Sie im Haus (in Grenzen) interessante Beschäftigungen an und lassen Sie ihn draußen einfach mal nur schnuppern. Auch damit verlegen Sie die Attraktivität.

    Ich wünsche Ihnen noch viel Spaß mit Ihrem Pflegehund.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de
    amtlich anerkannte Hundetrainerin

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