Was tun gegen Ängste eines Tierschutzhundes?

  
Kalle W. schrieb am 22.12.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Guten Tag,
bei uns ist eine Junghündin von 9 Monaten aus dem Tierschutz eingezogen. Sie hat die Wohnung neugierig ab geschnüffelt und hat dann recht schnell das bereitgestellte Körbchen für sich entdeckt. Wir haben sie auch erstmal in Ruhe ankommen lassen. Nun ist das Problem, dass sie dieses freiwillig nicht mehr verlässt. Sie schläft viel oder beobachtet uns. Sie lässt sich auch mit Leckerli nicht dazu animieren. Vorderpfote und Kopf über den Rand hinaus ist schon ein Erfolg. Mehr geht nicht. Damit sie überhaupt etwas zu sich nimmt und vor allen säuft, haben wir dieses direkt ans Körbchen gestellt, ohne Erfolg. Sie frisst aus der Hand und säuft, wenn man ihr den Napf direkt hinhält. Sie ist eine sehr ruhige und verängstigte Hündin. Sie lässt sich streicheln, fordert diese auch ein, wenn man aufhört, so lang sie es möchte. Sie lässt sich auch tragen ohne auf dem Arm zu zittern oder sich zu wehren. Daher konnte sie gut ins Auto geladen werden und wieder raus. Nur kommt sie jetzt freiwillig nicht aus dem Körbchen.


Um ihr die Möglichkeit zu geben sich auch mal zu lösen, haben wir sie nun am dritten Tag auch gegen ihren Willen aus dem Körbchen in den Garten getragen. Sie hatte bisher keinerlei Anzeichen gemacht, auch nicht in die Wohnung. Danach ist sie, auf eigenen Beinen, wenn auch zögerlich wieder in die Wohnung und direkt in die Sicherheit ihres Körbchen gegangen. Nun ist die Frage, war das in Ordnung oder hätten wir anders handeln sollen. Wir wollen nur das beste für sie, aber auch nichts falsch machen. Als Hintergrund: Sie wurde mit ihrer gleichaltrigen Schwester mit zwei Monate in Griechenland auf der Straße gefunden. Dort wurde sie in eine private Auffangstation gegeben. Vor ca. 4 Wochen kam sie zusammen mit ihrer Schwester in Deutschland in eine Pflegestelle auf einem Reiterhof an. Dort war sie scheu aber zugänglich, kannte den Trubel und die Leute auf dem Pferdehof. Man konnte dort auch mit ihr Gassi gehen und dabei merken, dass sie außerhalb des Pferdehofes die Welt noch kennenlernen muss. Am Tag der Abholung durch uns haben wir erfahren, dass ihre Schwester den Tag zuvor vermittelt und abgeholt wurde. Ich denke diese Trennung war auch einschneidend.

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Antworten(1)
  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 22.12.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    das Verhalten, das Sie in Ihrer Nachricht beschreiben, hört sich nach einem größeren Problem an, das sehr wahrscheinlich insbesondere in der Anfangsphase einer intensiveren Therapie bedarf. Intensiver bedeutet dabei, dass voraussichtlich nicht ein einfaches Training reichen wird, sondern aus der gesamten Palette der verhaltenstherapeutischen Möglichkeiten mehrere und für Sie und Ihre Hündin passende Bausteine zusammengestellt werden.

    Ich halte es in Ihrem Fall für das Beste, wenn Sie einen verhaltenstherapeutischen Tierarzt in Ihrer Nähe kontaktieren, der Sie zu Hause besucht, sich von Ihnen und Ihrer Hündin und Ihrem Umfeld ein genaues Bild macht und Sie sehr individuell und vor Ort begleitet.

    Bitte lassen Sie es mich wissen, wenn ich Ihnen einen Ansprechpartner in Ihrer Nähe heraussuchen soll.

    Viele Grüße,
    Stefanie Ott
    www.mensch-und-tier.net

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