Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Trennungsangst-Junghund kann sich allein nicht entspannen

  Sachsen
Stolli schrieb am 25.02.2015   Sachsen
Angaben zum Hund: Labrador, männlich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Guten Tag,
auch wir haben ein Trennungsangst-Problem.
Seit dem 3. Tag üben wir minutenweise, stundenweise, auf jeden Fall regelmäßig. Aber unser Labbi Rüde (9 Monate) kann sich einfach nicht entspannen, wenn er allein sein muss.
Er ist sehr auf mich fixiert und ist auch erst entspannt, wenn auch ich zu Hause bin. Sogar, wenn er vom Hundekindergarten o.ä. völlig k.o. ist.
Er hat eine Box, die hin und wieder geschlossen wird, damit er nicht ständig "Gewehr bei Fuß" steht. Wirklich einschlafen kann er aber nur, wenn jemand mit im Raum ist.
Leider sind unsere Tagesabläufe sehr unterschiedlich. An 2 Tagen arbeite ich von zu Hause aus (er ist dann 2-3 Std in der Box im anderen Zimmer). Das geht gut. Irgendwann steht mein Freund dann auf und wuselt auch durch die Wohnung oder arbeitet vom Wohnzimmer aus. Zwischendurch marschiert immer mal die Katze vorbei, der Postmann klingelt oder einer von uns verläßt das Haus. Spätesten dann ist Odie hellwach und angespannt bis jemand zurückkommt. Er heult nicht mehr wie am Anfang, fixiert aber die Tür oder schaut aus dem Fenster. In der Box wäre er auch nur in "Hab Acht Stellung".
Was kann ich denn noch tun?
Am liebsten soll er irgendwann 2-4 Stunden allein aushalten und danach aber auch noch zu etwas zu gebrauchen sein und nicht fix und fertig und müde.

Vielen lieben Dank im Voraus für Ihre Mühe.
Anja und Odie

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Antworten(10)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 26.02.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo Anja,

    das Problem fängt wahrscheinlich schon damit an, dass er nicht alleine im Raum bleiben kann. Die Box ändert das nicht wirklich, weil er ja offensichtlich auch da drinnen nicht entspannen kann. Er muss deshalb lernen, zu entspannen, wenn Sie den Raum verlassen. Das erreichen Sie, indem Sie so oft rausgehen und zurückkommen, bis es ihm langweilig wird. Verlassen Sie, ohne Komentar, den Raum, schließen die Tür, kommen sofort wieder rein, durchqueren den Raum, verlassen ihn wieder u.s.w.. Üben Sie das täglich immer wieder, ca. 10-15 Minuten lang. Wenn Sie merken, dass er entspannt, verlängern Sie die Zeit außerhalb des Raums in ganz kleinen Schritten.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer

  • Hundetrainerin Andrea Stepan
    Andrea Stepan
    schrieb am 27.02.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo Anja,

    es klingt als ob Sie schon viel Mühe und Training in das Problem gesteckt haben und ich kann verstehen wie schlecht man sich fühlt, wenn man seinen kleinen (oder inzwischen nicht mehr so kleinen) Hund alleine lassen muss, wissend es geht ihm schlecht dabei. Beim Trennungsangst-Training ist das erste Gebot, dass der Hund nicht alleine ist, bis das Problem bewältigt ist. Was sonst nämlich passiert, ist, dass man immer einen Schritt vor und dann zwei zurück geht. Der nächste wichtige Trainingsgrundsatz ist nicht zu schnell zuviel zu verlangen. Erst wenn der Hund völlig entspannt ist, wenn sie zum Beispiel aus dem Zimmer gehen und gleich wiederkommen, d.h. weder den Kopf hebt noch sich sonst irgendwie darum kümmert, kann man die Zeit verlängern. Ich weiß was jetzt kommt klingt wahnsinnig mühsam, aber manchmal ist das im Problemtraining leider so.
    1. Nehmen sie einen Kong und befüllen ihn mit Leckerchen, gerne Leberwurst oder Frischkäse (falls es sich nicht um einen Allergiker handelt) weil sie beides aussen auf den Kong schmieren können. Dann gefrieren Sie das Ganze tief. Sie geben Odie den Kong und ziehen sich dann, ohne weiteren Kommentar, an um das Haus zu verlassen. Dann ziehen Sie sich wieder aus und nehmen ihm den Kong weg. Das steigern sie solange bis Sie tatsächlich das Haus verlassen können. Also zum Beispiel in der ersten Woche ziehen sie sich nur an, nehmen die Schlüssel, legen die Schlüssel wieder hin und ziehen sich gleich wieder aus, in der zweiten Woche ziehen sie sich an, nehmen die Schlüssel, gehen zu Haustür, öffnen diese schleißen sie wieder legen die Schlüssel hin und ziehen sich wieder aus usw. Wir reden hier über einen Zeitraum von vermutlich vier bis sechs Wochen. Wichtig ist, dass Die die besondere Leckerei nur bekommt wenn sie sich fertig machen und, dass Sie es sofort weggenommen wird wenn Sie "wieder da" sind. Wir wollen damit erreichen, dass Odie nicht angespannt beobachtet wie sie sich richten um das Haus zu verlassen, sondern dass diese Geräusche und Abläufe als angenehm empfunden werden. Variieren Sie auch was im Kong ist, damit es nicht langweilig oder berechenbar wird.
    2. Training im Haus: Ich würde hier tatsächlich mit sehr kleinen Schritten anfangen. wenn sie auf der Couch sitzen, der Hund liegt vermutlich zu ihren Füßen, stehen sie auf. Er wird aufschauen und sich zum aufstehen bereit machen. Das machen sie so lange bis er nicht mehr reagiert. wenn das der Fall ist gehen sie einen Schritt, dann sofort den Schritt zurück und setzten sich wieder usw.
    Sie sehen es ist mühsam und recht aufwendig und nochmal, bis das Training fortgeschritten ist sollte Die tatsächlich nicht allein bleiben. Falls Sie Fragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
    Viele Grüße
    Andrea Stepan

  • AnjaundOdie
    AnjaundOdie
    schrieb am 22.06.2015

    Vielen lieben Dank für die Tipps. Wir sind leider Immernoch nicht wirklich weiter gekommen.
    Mittlerweile nimmt Odie zwar Futter überhaupt an, was vorher gar nicht der Fall war. Und ich bin nun schon jeden Tag 1x für 30 min weggefahren. In der Zeit hat er den Kong gelehrt.
    Trotzdem sitzt er am Fenster, wenn er mich kommen hört. Ob er jault weiß ich nicht, aber er wirkt beim Kommen viel ruhiger als früher.
    Ich musste ihn neulich 2x zusammen mit einem entspannten Hund auf einer Wiese allein warten lassen. Ca 45 min. ich war evtl in Hörweite, aber die Umgebung kannte er nicht. Das war sicher nicht so schlau. Er hat mir beim Gehen starr hinterhergeschaut und wieder nach 20 min angefangen zu jaulen. Er macht Pausen, bewegt sich aber nicht von der Stelle und fängt dann immer wieder an. Als ich zu ihm kam, war er zwar nicht aufgedreht aber wollte sofort einschlafen.
    Sind wir jetzt evtl wieder bei Null angelangt? Am Wochenende war der kleine Mann einen Tag mit meinem Freund bei uns zu Hause allein. Auch da könnte Odie nicht entspannen. Er war sehr müde, hat sich aber wachgehalten, bis ich nach Hause kam. Er lauscht nach jedem kommenden Auto und wartet, dass ich wiederkomme..
    An 2 Tagen in der Woche ist er in einem Hundekindergarten, da gibt es wohl keine Probleme. Er spielt da und ist insgesamt recht selbstbewusst und aufgeschlossen zu anderen Hunden.
    Danach ist er k.o.,schläft aber nur ein, wenn ich in der Nähe bin.
    Wenn jemand mit ihm an der Leine gehen will, was er gut und ruhig kann, schaut er sich ständig nach mir um, fiept und bleibt stehen.
    Was soll ich am besten tun. Er ist jetzt 1 Jahr. Spielt da vielleicht die Pubertät auch noch mit? Ich habe das Gefühl er fixiert sich immer mehr auf mich.
    Viele Grüße,
    Anja

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 22.06.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Anja,
    wie funktioniert es denn mittlerweile, wenn er im Raum zurückbleibt, Sie sofort wieder reinkommen u.s.w.? Sie sollten das wirklich in ganz, ganz kleinen Schritten üben.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer

  • AnjaundOdi
    AnjaundOdi
    schrieb am 23.06.2015

    Hallo Ellen,
    ich beginne damit, wenn er sich auf einem seiner Plätze hingelegt hat und müde ist. Ca 3-4x mal schaut er sich das aus den Augenwinkeln an. Dann steht er auf und schaut mir hinterher, als hätte er Angst, dass er vergessen wird. Er fiept dann auch und sieht unsicher aus. Ich gebe zu, das verunsichert mich auch und dann weiß ich nicht ob und wie lange ich weitermachen soll. Erst, wenn ich nach 10 min Üben wieder auf meinem ursprünglichen Platz sitze, rollt er sich ein, brummt vor sich hin und macht die Augen zu.
    Liebe Grüße,
    Anja

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 23.06.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Anja,
    da, denke ich, liegt der Fehler. Sie warten, bis der Hund an seinem Platz liegt. Dadurch spannt er sich wieder an, Sie den Raum verlassen. Es sollte umgekehrt sein: Sie gehen so oft aus dem Raum, kommen sofort wieder zurück, bis er entspannt . Irgendwann ist es ihm zuviel, Ihnen jedesmal bis zur Tür zu folgen oder auch nur aufzustehen, das "Spiel" wird für ihn zum Gähnen langweilig. Achten Sie auch darauf, dass Sie es vollkommen normal rüberbringen. Gehen Sie einfach, ohne den Hund auch nur zu beachten, raus, kommen sofort wieder rein, wieder raus, wieder rein, wieder raus u.s.w., bis es dem Hund zuviel wird. Erst dann bleiben Sie etwas länger draußen. Zeigen Sie dem Hund, es ist vollkomme normal, dass Sie rausgehen, Sie kommen immer wieder.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • AnjaundOdi
    AnjaundOdi
    schrieb am 23.06.2015

    Danke liebe Ellen. Sollte ich das dann an verschiedenen Orten zu Hause üben? Je nachdem, wo Odie gerade " rumsteht"? Er würde mir am liebsten überall hin nachlaufen oder er wartet an einer Stelle, bis ich zurückkomme. Manchmal schicke ich ihn weg oder lasse ihn einfach stehen. Wenn ich koche oder am Küchentisch arbeite, liegt er unterm Tisch. Bin ich im Wohnzimmer, liegt er da in seiner offenen Box. Nachts kommt er mit ins Schlafzimmer, sobald ich ins Bett gehe. Auch wenn mein Freund noch weiter im Wohnzimmer bleibt. Sollten wir noch irgendetwas verändern, was ihm helfen könnte sich zu entspannen? Leider schläft er auch nur nachts wirklich durch. Ich habe oft Bedenken, dass das vielleicht auf Dauer nicht gesund ist, wenn er sich immer selbst vom Schlafen abhält um mich zu "bewachen".
    Viele liebe Grüße,
    Anja

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 24.06.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Anja,
    üben Sie es immer wenn Sie gerade mal zehn Minuten Zeit haben, egal wo. Wichtig ist, dass Sie das ganz normal machen, also keine Unsicherheit zeigen und dass Odie sich "tödlich" langweilt dabei.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • AnjaundOdi
    AnjaundOdi
    schrieb am 24.06.2015

    Ok, danke. Dann geht es darum, dass er von sich aus in einen entspannten Zustand umschaltet, wenn ich gehe?
    Im Moment ist er noch wachsamer, seit ich wieder übe. Ich kann nun nicht mal mehr in Keller oder ins Bad gehen, ohne dass er aufspringt. Das ist neu. Ist das normal? Was geht da in ihm vor. Man könnte meinen, er wurde schon mal irgendwo zurückgelassen und vergessen.
    Ich hoffe wir bekommen das irgendwann in den Griff.

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 24.06.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Ganz genau, es geht darum, dass er von sich aus entspannt und nicht mehr aufspringt, wenn Sie den Raum verlassen. Er sollte irgendwann denken: och nee, schon wieder dieses langweilige Spiel, wo Frauchen laufend rausgeht. Er wird dieses Langeweilegefühl dann auch empfinden, wenn Sie etwas länger draußen bleiben. Wenn Sie das merken, ziehen Sie auch mal Jacke und Schuhe an, wieder aus, dann gehen Sie kurz vor die Wohnungstür, sofort wieder rein. Alles in ganz kleinen Schritten und immer so lange, bis er es akzeptiert.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer

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