Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Tierschutzhündin hat Angst vor Menschen

  Thüringen
Angora Angy schrieb am 13.01.2016   Thüringen
Angaben zum Hund: Schäferhund-Wolfsspitz-Mix, weiblich, kastriert, Alter über 5 Jahre

Hallo. Ich habe Ende November 15 eine ca. 7 jährige Hündin aus dem Tierheim geholt. Durch viele Vorbesitzer, darunter mindestens ein animal horder, und vermutlich einer verkorksten Prägephase hat sie kein Vertrauen zu Menschen und läuft auch vor mir meistens weg. Manchmal überwindet sie sich und lässt sich kraulen, besonders abends im Bett. Dann kommt sie sogar auf mich zu und stupst meine Hand an. Wenn sie nicht weglaufen kann, erstarrt sie und wird immer kleiner und beschwichtigt ohne Ende, drohen oder ähnliches habe ich noch nie von ihr erlebt. Zum anleinen kommt sie schwanzwedelnd, aber fast auf dem Bauch kriechend und legt sich in 1m Entfernung hin. Dann kann ich ihr das Halsband anlegen, sie steckt mir dazu den Kopf entgehen und sobald sie die Leine um hat, wird sie ETWAS sicherer. Sie geht auch freudig mit gassi und rennt und spielt ausgelassen mit meinem jungen Rüden, mit dem sie sich auf Anhieb super verstanden hat. Sie bekommt Bachblüten, um ihr über ihren Schatten zu helfen, denn man sieht deutlich dass sie so gern MÖCHTE, aber einfach das Vertrauen und den Mut nicht findet. Nun meine frage: was kann ich tun, um ihr Vertrauen zu geben, gibt es da spezielle Übungen? Bisher weicht sie sofort aus, wenn ich sie nur anschaue, geschweige denn was von ihr will. Ohne meinen Rüden geht sie keinen Schritt, zumindest wenn er beim gassi gehen aus ihrem Blickfeld gerät. Sie bleibt dann wie angewurzelt stehen, bis er wieder auftaucht. Es wäre auch zu ihrem Vorteil und ihrer Sicherheit, wenn ich sie heranrufen und anleinen könnte, z.B. wenn ein Fahrzeug kommt. viel mehr will ich ja gar nicht. Bisher habe ich sie vorrangig in Ruhe gelassen und ihr Normalität vorgelebt, sprich mich verhalten als wäre überhaupt nichts besonderes los. Das scheint ja auch schon Erfolge erzielt zu haben, Silvester hat sie jedenfalls meine Nähe gesucht und sich mein Verhalten abgeguckt (hinlegen und den Lärm ignorieren).
Ach ja, ansonsten hat sie keinerlei Ängste. Draußen beim spazieren gehen wirkt sie wie ein ganz normaler Hund.
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Antworten(7)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 17.01.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    dass Sie die Hündin in Ruhe gelassen und ihr Normalität vorgelebt haben, war sehr gut. Wahrscheinlich strahlen Sie aber immer noch Mitleid aus, was den Hund verunsichert. Sie schreiben z. B. , die Hündin kommt zu Ihnen und stupst Ihre Hand, um gestreichelt zu werden. Sie will etwas von Ihnen und bekommt es auch. Dadurch kann es sein, dass sie unsicher ist, wenn Sie etwas von ihr wollen. Normalerweise will der Rudelführer etwas und setzt es auch durch. Gerade bei einem ängstlichen Hund ist es sehr wichtig, dass er geführt wird und nicht selbst das Gefühl hat, er muss führen und regeln.
    Das Heranrufen üben Sie am besten mit einer Schleppleine, die Sie am Halsband befestigen. Rufen Sie die Hündin immer wieder und ziehen Sie sie dann zu sich her, loben und lassen sie sofort wieder laufen. Wenn Sie sie nicht mehr ziehen müssen, lassen Sie Ihr Ende der Leine auf dem Boden schleifen, haben damit immer noch eine Notbremse.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • Angora Angy
    Angora Angy
    schrieb am 18.01.2016

    Hallo.

    Ich soll also meine Hündin, wenn sie ihre Angst runterschluckt und mit wahrscheinlich bis zum Hals klopfendem Herzen von sich aus Kontakt aufnimmt, dafür bestrafen. Und wenn sie sich nicht bis ganz zu mir traut, soll ich sie gewaltsam auf die Quelle ihrer Panik (!) zu zerren, sicherlich gegen ihren verzweifelten WIderstand? Ich scheine mich missverständlich ausgedrückt zu haben, wir haben kein Rangfolgeproblem, die Hündin ist traumatisiert und hat ANGST. SIe ist nicht aufmüpfig oder ungehorsam, sondern verängstigt. Ich wollte Tips, wie ich ihr Vertrauen gewinnen kann, damit wir überhaupt erstmal an den Punkt kommen, wo ich sie loben KANN. Mit diesen Tips werde ich arbeiten, wenn ich ihre geschundene Psyche vollends zerstören will...
    Mein Fehler, was erwarte ich auch kompetente Ratschläge von einem kostenlosen Versicherungsportal...
    :(

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 18.01.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    Meinen Rat haben sie offensichtlich vollkommen missverstanden.
    Richtig verstanden haben Sie hingegen, dass es unmöglich ist, solche Probleme, ohne die Situation und die Hündin gesehen zu haben, Ratschläge zu geben, weswegen ich Ihnen zu einer Hundeschule in Ihrer Nähe rate, die Ihnen vor Ort sicher weiterhelfen kann.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • Angora Angy
    Angora Angy
    schrieb am 18.01.2016

    EIne solche suche ich schon länger und bin bisher nicht fündig geworden. Es gibt hier im Umkreis zuhauf Blindenhundeschulen, da bin ich sicherlich falsch. Die Einschätzung selbstständiger Hundetrainer in Bezug auf ihre Qualität ist schwierig, ich möchte meine Hündin nicht durch zig womöglich ebenfalls traumatisierende Erfahrungen jagen. Ich bin mit meinem ersten Hund (Tierheim, noch nie was gelernt, wir haben komplett bei Null angefangen) auf Empfehlung des Heims (!) leider bei einem Trainer gelandet, der dem aus Überforderung bellenden und ziehenden Hund, der aus dem Kalten heraus geblaffte Kommandos befolgen sollte die er nicht kannte, einen Stachelwürger anziehen wollte. Sowas möchte ich meiner Hündin ersparen.

  • Carla51
    Carla51
    schrieb am 29.01.2016

    Hallo,
    leider schrieben Sie nicht, in welcher Gegend Sie wohnen. M.E. ist eine der besten Hundetrainerinnen Maike Maja Nowak (www.maike-maja-nowak.de). Sie pausiert z.Z., hat aber Kollegen ausgebildet, die nach ihrem Ansatz arbeiten. Diese finden sie auf ihrer Website unter "Kontakt", dann ganz unten den unterstrichenen Satz anklicken. Dort finden Sie welche in Mülheim an der Ruhr, Polling, Saarbrücken, Berlin, Bielefeld, Bad Vilbel, Herzberg am Harz, Mannheim, Oberkirch, Magstadt ...
    Falls Sie in oder um München wohnen sollten, dann an Daniela Hüther wenden (www.angsthunde.com).
    Hilfreich kann auch sein, sich im Fernsehen (SIXX) den Hundeflüsterer Cesar Millan anzusehen, Sonntag früh, jeweils einige Stunden.
    Meiner Ansicht nach, sind nicht Sie der Rudelführer, sondern Ihr Rüde, da sie stehen bleibt, bis er wieder auftaucht. Und das sollten Sie dringend ändern, indem Sie stets eine ruhige, bestimmte Energie ausstrahlen und unmissverständlich zu verstehen geben, was Sie von ihr wollen. Dann wird sie Ihnen auch vertrauen. Sie braucht Führung, sonst wird Sie ihre Unsicherheit und Angst nicht los. Und kein Mitleid haben, denn das ist schwache Energie! Hunde folgen nur einem starken Rudelführer. Sie fürfen keine Unsicheit ausstrahlen, müssen erst einmal einen Plan haben, was Sie genau von ihr wollen, und diesen dann konsequent umsetzen, denn jede noch so kleine Unsicherheit spüren die Hunde.
    Es hängt im wesentlichen alles von Ihrer Energie ab, die Sie ausstrahlen.
    Wenn Sie sie nicht heranrufen können, dann ist die Idee mit der Schleppleine gar nicht schlecht. Und das war sicher nicht so gemeint, dass Sie sie mit Gewalt heranzerren, sondern mit Gefühl, Stückchen für Stückchen. Und dann belohnen, gleich wieder laufen lassen und wiederholen, so oft, bis sie von allein kommt.
    Buchtipp: Tipps vom Hundeflüsterer, von Cesar Millan. Dieses Buch sollte jeder Hundebesitzer gelesen haben.
    Viel Erfolg!
    Carla

  • Angora Angy
    Angora Angy
    schrieb am 29.01.2016

    Ach du... Mit dem Hinweis auf den Hundevergewaltiger CM haben Sie sich endgültig disqualifiziert. Keiner meiner Hunde wird verprügelt, stranguliert, getreten oder sonstwie misshandelt, um eine völlig veraltete Rudelführertheorie durchzusetzen. Ich bin überglücklich, dass sie jetzt gerade soweit ist, überhaupt Belohnung in Form von Leckerchen aus der Hand anzunehmen. Das ist bereits ein riesiger Fortschritt! Den werde ich nicht zunichte machen, indem ich sie den Methoden Millans aussetze.
    Sie dürfen diesen Strang schließen oder löschen, wie Sie wollen. An weiteren Antworten bin ich nicht interessiert.

  • Sienna
    Sienna
    schrieb am 08.02.2016

    Liebe Angora-Angy.

    ich habe selbst seit 3 Jahren solch eine Angsthündin. Es ist ein sehr langer Weg, bis ein so ängstlicher Hund vertrauen fasst - aber es geht! Allerdings...ohne diese so genannten "hilfreichen Spezialisten"!
    Ich habe meine Trainerausbildung fast abgeschlossen - die ich begonnen habe, WEIL ich keinen hilfreichen Trainer fand, und Mensch/Hund-Teams wie Ihnen helfen möchte.

    Wenn Sie hier nochmal reinschauen, und mich kontaktieren möchten - melden Sie sich doch bitte noch einmal.


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