Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hund schnappt nach der Tochter meines Freundes

  Niedersachsen
assani schrieb am 29.09.2013   Niedersachsen
Angaben zum Hund: Labrador/Schäferhund, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Guten Tag,
wir haben ein großes Problem. Wir (Mein Freund 36 J., Seine Tochter 9 J., meine Tochter 8 J. und ich 34 J.) haben uns vor ca. 6 Wochen eine Labrador/schäferhundhündin aus einer Tierrettung (kommt aus der Tötungsstation Rumänien) geholt. Vermutlich auf Grund ihrer Vergangenheit ist Sie fremden gegenüber sehr scheu/ängstlich.....sie geht zwar auf jeden zu und will schnuppern, aber sobald sich die Paerson dann bewegt flüchtet sie mit angelegten Ohren, geduckten Kopf und eingekniffenen Schwanz. Zu manchen fast sie sehr schnell Vertrauen, andere meidet sie gänzlich. Bei uns zu Hause lief es die letzten sechs Wochen recht gut. Sie ist zwar völliger Frauchen Hund, wo ich bin ist auch sie. Bin ich nicht da liegt sie meistens nur auf ihren Platz. Meine Tochter spielt mit ihr und kann auch ohne problem mit ihr spazieren gehen auch ohne leine, meine Tochter wird auch immer freudig begrüßt. Auch mit meinem Freund klappte es bisher ganz gut. Er war zwar nicht ihr Favorit, aber es war okay. Auch was Kinder angeht, gab es bisher keine Probleme. Meine Tochter hatte am 18.09. Geburtstag, auch hier begrüßte sie jedes Kind scheu aber freundlich.
Nun zu unseren Problemen: Neuerdings hat der Hund Angst vor meinem Freund. Sobald er irgendwo sitz, möchte sie zwar auch von ihm gekrault und gekuschelt werden, sie geht auch mit ihm gassi, aber sobald er sich im Haus aufrecht bewegt, reicht schon einmal die Hand heben und sich durch die Haare fahren, sofort kneift die sie den Schwanz ein und flüchtet, wenn möglich hinter meine Wenigkeit. Ich muss dazu sagen, mein Freund hat eine ziemlich tiefe Stimme, die, wenn sie Blödsinn gemacht hat, natürlich auch sehr streng vielleicht auch für den Hund bedrohlich wirkt. Dann war jetzt am Wochenende die Tochter (Alina) meines Freundes hier bei uns. Leider wohnt Alina bei ihrer Mutter und ist nur alle 14 Tage oder in den Ferien bei uns. Alina war auch dabei als wir den Hund abgeholt haben, danach war sie aber leider erstmal nicht mehr bei uns. Jetzt am 27.09. war sie also das erstemal das ganze Wochenende zu Besuch. Das Problem began schon am Freitag. Leider kann ich es nur aus Berichten schildern, da ich nicht zu Hause war. Alina kam aus einem Zimmer raus, machte die Zimmertür zu, rief etwas lauter nach ihrem Vater und der Hund schnappte ohne Vorwarnung in ihre Hand, diese hat auch etwas geblutet. Dann am Samstag, waren Alina und Sophia (meine Tochter) zu zweit auf dem Flur und Sophia wollte an die Gardrobe und etwas aus der Jackentasche holen, auch hier schoß der Hund vor und schnappte nach ihr, hat sie aber nicht erwischt, da sie die Hand schnell genug wegziehen konnte. Auch diese Situation nur aus Berichten, auch hier war ich selbst nicht dabei. Heute morgen war ich dann in unserem Schlafzimmer habe Wäsche zusammen gelegt und verräumt, der Hund die ganze Zeit friedlich an meiner Seite, die Schlafzimmer stand auf. Als Alina den Flur entlang kam und eigentlich ins Bad wollte, also nicht mal wirklich in Nähe des Schlafzimmer war, schoß der Hund hoch, gab ein bösen Laut (rrrWuff) knurren und die Nackenhaare stellten sich auf, ich habe in dem Moment ein strenges AUS!!! gegeben und den Hund ein Raum weiter geschickt.
Ich bin nun ein wenig ratlos.......dieses Verhalten zeigte unsere Assanie bisher nie!!! Auch gegenüber meiner Tochter Sophia nicht. Bei meiner Tochter war es bisher auch nur einmalig gestern, danach war alles wieder normal. Nun brauche ich umbedingt einen Rat wie diese zwei Probleme in den Griff zu kriegen sind. Da Alina schon in den Herbstferien 2 Wochen bei uns ist und mein Freund nun auf den Standpunkt ist der Hund muß weg!! Da es habe in den vergangenen 6 Wochen zu keiner solcher Zwischenfälle kam und auch alles perfekt funktionierte, bin ich eher der Überzeugung, den Hund nicht aufzugeben. Denn nach der bisherigen Vergangenheit möchte ich sie nicht wieder aus ihrem zu Hause reißen. Nur hat Alina nun panische Angst vor dem Hund und fängt auch an zu weinen sobald dieser wuff macht, sie macht ein riesen Bogen drum und zeigt auch sehr ausgeprägt und offensichtlich für den Hund das sie Angst hat. Um eine schnelle Antwort wäre ich und auch im Interesse von Assani sehr sehr sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Nadine Gattermann

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Antworten(3)

  • Barbara Nehring
    Barbara Nehring (Hundetrainer)
    schrieb am 29.09.2013
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Tag Frau Gattermann, die geschilderte Situation ist brenzlich und sollte schnell bearbeitet werden. Leider kann ich Ihnen nur einige Hinweise aus der Entfernung geben. Sie sollten sich aber einen Hundetrainer vor Ort nehmen. Der Hund ist vorgeprägt und ängstlich. Besonders solche Hunde brauchen eine feste Struktur also einenRudelführer der sagt wo es lang geht und dann auch solche Situationen unterbricht. Hunde können nicht in einer Demokratie leben. Wenn Sie nicht die Rudelführung übernehmen, wird er es tun und ist damidt natürlich total überfordert.
    Fangen Sie schon zu Hause an Ihrem Hund die Rudelführung zu nehmen. Die wichtigen Ressourcen für den Hund wie Futter, erhöhte Positionen, soziale Interaktionen sollen zukünftig von Ihnen ausgehen und von Ihnen beendet werden. Also kein Futter zu freien Verfügung stehen lassen, das Futter erarbeiten lassen bei z.B. Such - und Erziehungsspielen, keine erhöhten Positionen von alleine einnehmen lassen, Hundeplatz an geschützte Stellen wo der Hund nicht alles gut übersehen kann stellen (auf keinen Fall im Flur), der Mensch beginnt und beendet die sozialen Aktionen wie Spiel oder Streicheln. Draußen sollten Sie den Hund führen. Das heisst der Hund richtet sich in Tempo und Richtung nach dem Menschen. Benutzen Sie keine Flexileine! Beobachten Sie sich selbst: atmen Sie ruhig, reden Sie nicht beruhigend auf den Hund ein, laufen Sie gerade und schauen Sie nicht die ganze Zeit den Hund an. Werden Sie zum souveränen Rudelführer. Dann kann Ihr Hund diese Position abgeben, mit der er sowieso überfordert ist.
    Kinder bewegen sich oft anders als Erwachsene. Das macht Angst. Die Kinder sollten auch mit dem Hund erziehungsspiele und Suchspiele machen. Diese laufen immer so ab, dass der Hund erst aus dem "Bleib" und einem "SUch" die leckerchen suchen dürfen. Wie Sie das aufbauen, muss Ihnen aber mal direkt gezeigt werden.
    Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen. Beste Grüße aus Berlin, Barbara Nehring

  • assani
    assani
    schrieb am 30.09.2013

    Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort. So haben wir schon mal einen Ansatz mit dem wir etwas arbeiten können, bis wir einen Hundetrainer vor Ort haben.
    Vielen Dank
    Nadine Gattermann

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 01.10.2013
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    ich wollte ergänzend noch zu bedenken geben, dass Hunde meist eine Eingewöhnungszeit brauchen um dann ihr wahres Verhalten zu zeigen. Und das können schon mal 4 bis 8 Wochen sein.

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