Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Große Angst vor Windgeräuschen in der Wohnung

baerchen schrieb am 06.11.2013
Angaben zum Hund: Schäferhündin, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Meine fünfjährige Hündin ist leider vor Jahren (als Junghund) in der Wohnung von einer vom Wind zufallenden Türe getroffen worden. Es gab damals zwar keine Verletzungen, aber es hat ihr sicherlich weh getan und sie hat sich dabei natürlich furchtbar erschrocken!

Seitdem hat sie große Angst, wenn es stürmt. Sie zittert und hechelt, will vor allem nachts förmlich "in uns hineinkriechen" und sitzt dann stundenlang da wie ein Häufchen Elend, kann sich nicht hinlegen, geschweige denn schlafen.

Zwar lässt sie sich mit Aufgaben, Futter und/oder Spielzeug in der Situation einigermaßen ablenken, der Erfolg war bisher jedoch nie von Dauer, da natürlich kein langfristiges Training möglich ist. Sobald der Sturm sich gelegt hat, ist auch die Angst vorbei und bis zum nächsten Mal ist - bis auf die Angst - alles wieder vergessen.

Die Situation verbessert sich immer dann, wenn der Sturm mehrere Tage andauert, da scheint zum Glück ein Gewöhnungeffekt einzutreten.
Auch das Beobachten eines souveränen Gasthundes, der mehrere Tage bei schlechtem Wetter bei uns wohnte und auf Wind gar nicht reagierte, hat dazu geführt, dass sich meine Hündin sogar trotz Sturm hinlegen und schlafen konnte.

Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, ihr die Angst auch nach dieser langen Zeit noch abzugewöhnen?

Draußen zeigt sie übrigens auch bei starkem Sturm keinerlei Reaktion, sie hat auch überhaupt keine Angst vor Schüssen, Knallerei oder Gewitter.
Wir machen aktiv Hundesport (u.a. Obedience), sie ist sonst eine aufgeweckte, fröhliche, sehr menschenbezogene Hündin.

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Antworten(3)

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 12.11.2013
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo,
    das hört sich so an, als ob die Hundedame nicht sooo große Angst haben kann, da Sie beim Ablenken Leckerlie frisst und bei einem selbstsicheren Hund auch keine Angst zeigt.
    Es scheint an Ihnen zu liegen, dass Ihr Hund so reagiert. Wie reagieren Sie in diesen Situationen? Trösten Sie und streicheln Sie den Hund in den Situationen wenn er Angst zeigt?
    Das könnte die Reaktionen verstärken. Sie sollten den selbstsicheren Hund beobachten wie der reagiert. Ich denke er hat sich ganz normal verhalten und Ihre Hündin hat sich das abgeschaut.

  • baerchen
    baerchen
    schrieb am 13.11.2013

    Hallo,
    natürlich wird meine Hündin in diesen Situationen weder gestreichelt noch getröstet. Ich schicke zwar sie nicht weg, wenn sie Schutz sucht in meiner Nähe, aber ich bestärke sie in keiner Weise, sondern ignoriere es, sie darf dann bei mir sitzen bleiben, wird aber nicht beachtet. Von daher denke ich eigentlich nicht, dass ihr Verhalten an mir liegt.

    Die Ablenkung mit Aufgaben und Leckerchen funktioniert erst dann, wenn sie sich einige Zeit (das können mehrere Stunden oder auch Tage sein) an die heftigen Windgeräusche gewöhnt hat.
    Vielleicht hat sie zwar nicht sooo große Angst, dass sie gar nichts mehr fressen kann, aber sie sitzt dann mit zurückgelegten Ohren stark hechelnd mit einem panischen Gesichtsausdruck mitten im Raum. Das ist oft auch nachts der Fall, dann sitzt sie stundenlang alleine da, kann sich nicht hinlegen, geschweige denn schlafen (das können tatsächlich 5-6 Stunden pro Nacht sein, in denen ich dann auch wach bin, weil sie neben mir sitzt und hechelt und hechelt!).
    Ich finde daher schon, dass diese Situatuation für die Hündin sehr belastend ist und würde ihr wirklich gerne helfen.
    Der Gasthund, in dessen Anwesenheit sie trotz Sturm ruhiger war, hatte uns leider nur eine Woche lang besucht, meine Hündin ist sonst alleine, so dass sie kein selbstsicheres vierbeiniges Vorbild hat. Ich selbst weiß natürlich, wie sich ein Hund normalerweise in solch einer Situation verhält, mein vorheriger Hund hatte keinerlei Angst vor solchen Geräuschen. Ich bin auch überhaupt kein ängstlicher Mensch, von dem sich das ja evtl. auch auf den Hund überträgen könnte.
    Vielleicht gibt es ja doch ein paar konkrete Tipps, wie ich auch ohne Zweithund meiner Hündin helfen könnte? Das wäre sehr nett!

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 13.11.2013
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (7)

    ok....es gibt die Möglichkeit der Desensibilisierung mit einer Geräusche CD, in dem man mit ihr übt sich an das Geräusch zu gewöhnen. Ansonsten gibt es D.A.P. Dog Appeasing Pheromone die die Hunde durch den Duft einer Mutterhündin beruhigen sollen. Und Bachblüten...( hilft nicht bei jedem Hund)
    Auch wenn sie alleine bleiben muss ...in einem Raum wo sie wenig hört...Radio an...

    Allerdings kann es auch sein, dass sich diese Angst so verfestigt hat, dass man dann doch die Hilfe von einem Tierarzt in Anspruch nehmen muss. Dieser kann dann ein Beruhigungsmittel verschreiben, was man dann auch als Unterstützung für die Desensibilisierung nutzen kann.
    Viel Erfolg....

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