Keine Leinenführigkeit, was tun?

  
Kim-Anne schrieb am 23.11.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage


Mein Hund ist 1 Jahr alt und in der Wohnung der liebste Hund. Aber wenn wir rausgehen zieht er wie eine Dampflok. Alle gängigen Tricks funktionieren nur kurz, es ist als hätte er danach alles wieder vergessen… aktuell funktioniert entspanntes laufen nur an der Leine mit Halti. Haben Sie Tipps? 


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Antworten(1)
  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 24.11.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Kim-Anne,
    der Trick ist, dass man mit Tricks bei Hunden in der Erziehung nicht weiter kommt. Die meisten Hunde durchschauen das und nehmen ihre Menschen nicht mehr ernst.
    Der häufigste Fehler beim Leinentraining ist, dass der Hund alle Aufmerksamkeit seines Menschen hat. Sei es mit locken, reden schimpfen oder auch nur anschauen. Dadurch muss der Hund sich nicht an seinem Menschen orientieren, wie es sein sollte.
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn er einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Drehen Sie um und gehen zurück ohne den Hund weiter zu beachten. Schauen Sie nicht nach dem Hund, schauen Sie nach vorne!
    Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedes mal.
    Üben Sie die Leinenführigkeit indem Sie los gehen als hätten Sie keinen Hund dabei. Gehen Sie nach rechts, nach links, drehen Sie plötzlich um, auch hier, ohne den Hund anzuschauen oder zu reden!
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.
    Hier habe ich noch ein Video gefunden welches sehr gut zeigt, wie man am besten übt:
    https://www.youtube.com/watch?v=erXz5kUrD7Q

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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