Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hund zieht an der Leine und tätschelt mit der Pfote

  Sachsen
L-D2005 schrieb am 09.05.2015   Sachsen
Angaben zum Hund: Collie, Kurzhaar, männlich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Hallo, unser Hund ist ein Collie Mix und jetzt 8 Monate alt. Er hat einr sehr dominante Persönlichkeit und Widerspricht (in Form von verhalten, leisen Bellen oder jaulen) so oft er kann. Oft maßregeln wir ihn dann, in dem wir ihn auf seinen Platz schicken. Doch das lässt er nicht auf sich sitzen, so dass man ihn oft ermahnen und mehrmals erneut dazu auffordern muss, auf seinem Platz zu bleiben. Dann fängt er an, mit seiner Pfote zu tätscheln, was oft schmerzhaft für uns ist, durch die Krallen. Nicht nur beim mäßigen benutzt er seine Pfote, auch wenn ich zb auf dem Boden sitze und mit unserer Tochter Spiele. Er kratzt mich so am Rücken, oder den Armen oder Beinen, als wolle er mir was sagen. Ich habe mir dann oft die Leine geschnappt, bin mit ihm raus und habe ihn versucht richtig auszulasten (tägliche lange Spaziergänge, sowie Ballspiele etc stehen sowieso auf dem Plan). Sobald wir die Haustür verlassen, zieht er wie ein Irrer. Anfangs hatten wir nur ein Geschirr. Inzwischen trägt er zusätzlich ein Halsband, sodass die Leine an der einen Seite am Halsband, an der anderen Seite am Geschirr befestigt ist und man ihm so besser unter Kontrolle hat. Er keucht weil die Luft knapp ist, und eigentlich ist er total fertig. Mit Leckerli 's Belohnungen aussprechen wenn er brav an der Leine läuft, hilft nur kurz. Auch das weg nehmen des Futters, sodass er nur welches draußen bekommt, "zieht nicht". Was können wir tun um das tätscheln und derartige ziehen an der Leine zu unterbinden? Wir haben uns schon sehr viel belesen und versucht durch Training etliche Tipps umzusetzen, aber es gibt noch viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen.

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 11.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo,
    bitte lösen Sie sich erst einmal von dem Gedanken, dass Ihr Hund dominant sei. Leises Bellen, Jaulen oder mit der Pfote schlagen sind keine Dominanzgesten, sondern aufmerksamkeitsheischende Gesten. Und das erreicht er ja auch. Sie spielen mit Ihrer Tochter, er pfötelt, zur Belohnung wird Gassi gegangen.
    Wie alt ist Ihre Tochter denn? Es gibt viele Spiele, die Sie gemeinsam mit Hund und Kind machen können.
    Fangen Sie bitte erst einmal mit einem Training an, bei dem Ihr Hund lernt zu warten. Dies können Hütchenspiele sein. Nehmen Sie Spielzeugpylonen, setzen Sie Ihren Hund ab, legen Sie (oder Ihre Tochter) Leckerchen/Futter unter die Pylonen und schicken Sie ihn dann los. Wenn er das System verstanden hat, warten Sie, bis Ihr Hund Sie ansieht, bevor er los darf.
    Dann kann man langsam anfangen, die Zeit zu verzögern oder eine andere Aufgabe dazwischen zu schieben, z.B. Pfote geben oder Nasentouch.
    Versteckspiele können Sie auch draußen machen, z.B. mit dem Futterbeutel oder Spielzeug. Auch hier kann Ihre Tochter eingebunden werden, sie darf verstecken. Immer sollte die Ruhe vor der Aufgabe stehen. Ihr Hund muss warten, bevor er suchen, rennen, apportieren darf.
    Auch das 10 Leckerchenspiel eignet sich dafür.
    Weiterhin können Sie Ihren Hund in das Spiel mit der Tochter einbinden, indem er z.B. Apportieren oder Aufräumen darf. Warum soll er nicht mal ein Spielzeug holen oder es holen und in eine Kiste fallen lassen?
    Dann kann man mit der Tochter kleine Geschenke für den Hund basteln, in denen dann Futter oder Leckerli eingepackt sind. Diese darf der Hund dann "auspacken".
    Ballspiele würde ich in der herkömmlichen Weise erst einmal vom Stundenplan streichen. Gerade Hütehunde werden dadurch übermäßig aufgepeitscht. Etwas anderes sind Bällchenspiele mit Impulskontrolle, Ball fliegt, Hund muss warten, bis er die Freigabe erteilt bekommt. Oder er muss im Laufen stoppen oder umkehren. Glauben Sie mir, das klappt auch mit einem Balljunkie. :)
    Wenn Ihr Hund an der Leine so sehr zieht, dass er keine Luft mehr bekommt, dann bekommen Sie auch keine Leinenführung hin, denn dann ist der Hund sowieso schon so unter Stress, dass er nicht mehr lernen kann.
    Linda Tellington-Jones hat ein Geschirr entwickelt, dass einen Ring zum Befestigen der Leine an der Brust und auf dem Rücken hat. Dadurch gelingt es manchen Hunden eine Balance zu finden. In meiner Hundeschule haben wir das Geschirr noch etwas variiert, schauen Sie doch mal im Facebook unter Hundeschule Wolf-Inside. Da finden Sie ein Bild.
    Ansonsten kann ich nur zur Konsequenz raten. Ihr Hund darf keinen Schritt voran kommen, wenn er zieht.
    Am Anfang erleichtern wir den Hund das Training, indem wir mit einem Schnalzen ein Leckerli in den Leinenbereich fallen lassen. Dazu nehmen wir gerne Käse oder Fleischwurst, weil diese nicht wegrollt. Der Hund muss das Leckerli mit lockerer Leine erreichen. Nach einer Weile versteht der Hund, dass das Schnalzen bedeutet, dass ein Leckerli fallen gelassen wird. Dann nehmen wir das Schnalzen als Aufmerksamkeitssignal und schleichen die Leckerli aus. Sie müssen nur wirklich konsequent sein, es darf keine Ausnahmen geben. Halten Sie die Leine bitte mit beiden Händen, denn der Hund muss lockern. Leider ziehen die meisten unwillkürlich den Hund ein wenig zu sich. Aber dann haben Sie die Leine gelockert, nicht der Hund. Einige Kunden von mir nehmen auch einen Bauchgurt wie fürs Joggen. Dann hat man die Hände frei und bleibt einfach stehen. Sobald die Leine wieder locker ist, sei es weil der Hund das Gewicht nach hinten verlagert, einen Schritt zurück geht oder Sie gar ansieht, erfolgt ein "Fein", vielleicht ein Leckerchen und als Belohnung geht es weiter. Wie gesagt, es kommt nicht darauf an, dass der Hund immer wieder zu uns zurückläuft, sondern nur darum, dass die Leine locker ist.
    Hunde mit 8 Monaten sind wie Kinder in der Pubertät. Sie haben viel Unsinn im Kopf, die Hormone sprießen. Erziehung dauert in dieser Zeit etwas länger und oftmals kommt es einem vor, als hätten sie alles wieder verlernt. Aber wie die Pubertät ist auch diese Phase zeitlich begrenzt, man braucht eben nur Geduld, liebevolle Konsequenz und Durchhaltevermögen. Powern Sie Ihren Hund durch Nasenarbeit und Kopfarbeit aus. Hierbei können die Kinder wunderbar mit eingebunden werden (je nach Alter) und der Hund wird ruhiger werden.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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