Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Beißen

  Brandenburg
natascha42 schrieb am 17.09.2015   Brandenburg
Angaben zum Hund: Boxer mix, männlich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Wie gewöhnt man einem Welpen (5monate alt) das "beißen" ab?
Haben unendlich viel schon versucht, nix hilft und ich habe einen 3 jährigen Sohn, der auch darunter leidet!

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Antworten(3)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 17.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,

    grundsätzlich würde ich antworten, machen Sie ihrem Hund die Hand in seiner Schnauze unangenehm. Gehen Sie einfach mit der Hand etwas weiter in die Schnauze, natürlich ohne grob zu werden, Halten Sie kurz die Zunge fest oder drücken sie leicht auf die Zunge.

    Aber eigentlich sollte dieses Thema mit 5 Monaten abgeschlossen sein.

    Vielleicht möchten Sie mir die Situationen einmal genauer beschreiben? Wann beißt er, aus welchem Kontext heraus? Würden Sie es noch als rüpelhaftes Spiel bezeichnen oder eher schon als Maßregelung seitens des Hundes? Wie haben Sie bisher darauf reagiert?

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

  • natascha42
    natascha42
    schrieb am 17.09.2015

    Lieben dank für ihre Antwort, gern beschreibe ich ihnen das genauer!
    Im Gründe tut er es immer. Wenn man mit ihm spielt steigert er sich enorm schnell rein fängt an zu knurren und dann auch zu beißen. Er tut es aber auch immer wenn man ihn zum Beispiel auf sein Platz schicken will, er dann nicht reagiert und wir ihn dann anfassen um auf sein Platz zu schieben dann schnappt er nach der Hand. Oder wenn er seine Nase aufn Tisch hat und wir seinen Kopf vom Tisch runter schieben schnappt er auch sofort nach der Hand.
    Wenn wir Blick Kontakt mit ihm haben fängt er an zu knurren und wird sauer.

    Also bislang haben wir viel versucht...
    Wir haben angefangen ihn aus dem Raum zu verbannen, sowie er geknapst hat,ohne Erfolg.
    Haben ihn ein lautes Nein ausgesprochen und weg geschickt, ebenfalls ohne Erfolg.
    Haben ihn seine Schnauze zu gehalten, ignoriert, aufgehört zu spielen, haben ihn jedes mal sein zerrseil gegeben sowie er geknapst hat , aber nix hat geholfen!

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 21.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    das klingt im ersten Moment für mich schon sehr massiv. Ich schreibe das wirklich nicht gerne, weil ich weder Hund noch Mensch gerne in diese Schublade stecke, aber es klingt o, als hätte Ihr Hund keinen Respekt vor Ihnen, bzw. als hätten Sie Ihrem Hund noch nicht erklärt, wer das Sagen hat.

    Hunde brauchen genau wie Kinder Grenzen. Grenzen, die gesetzt werden, die zwar nach Leistungsstand auch wieder korrigiert werden können, aber erst einmal allgemeingültig sind.

    Aber Hunde brauchen auch Schutz. Hunde möchten, dass wir Situationen für sie regeln. Ich schreibe das, weil Sie auch einen 3-jährigen Sohn haben. Hier Hund hat auch das Recht, mal in Ruhe gelassen zu werden. Und dieses Recht müssen Sie für ihn durchsetzen. Ein Hund braucht auch mehr Schlaf als wir Menschen. Deswegen ist es wichtig, ihm einen Ruheplatz zuzuweisen. Schafft er es nicht von sich aus, diesen Ruheplatz einzuhalten, dann sollten Sie ihn an ein Box gewöhnen. Bringen Sie ihm bei, auf Ihr Geheiß hin, diesen Platz aufzusuchen. Die "Anleitung" dazu schreibe ich Ihnen am Ende meiner Antwort, damit es jetzt nicht zu unübersichtlich wird.

    Im Haus ziehen Sie Ihrem Hund bitte das Geschirr an und eine Hausleine. Eine Hausleine ist eine leichte Leine ohne Schlaufe, die man sich auch mit einem Gurtband und einen Karabinerhaken selbst herstellen kann. Die Leine sollte so lang sein, dass man gut danach greifen kann und so kurz, dass der Hund nicht überall hängen bleiben kann.

    Möchten Sie das Verhalten des Hundes korrigieren, z.B. weg vorm Tisch, dann nehmen Sie nach der ersten erfolglosen Aufforderung, die Leine und führen ihn kommentarlos auf seine Decke oder in seine Box.

    Beginnen Sie, den Hund in der Wohnung in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken. Möchte er z.B. an Ihnen vorbeilaufen, dann versperren Sie ihm den Weg. Liegt er irgendwo im Weg rum (nicht auf seinem Platz) dann rücken Sie mit einem Stuhl so nah an ihn dran, dass es ihm ungemütlich wird und er aufsteht. Machen Sie das so lange, bis er von sich aus auf seinen Platz geht. Agieren Sie aber immer ruhig und ohne direkte Kommunikation. Sie nehmen sich den Raum einfach. Sie schicken Ihren Hund nicht weg, sie sprechen ihn nicht an, sie sehen ihn nicht an, Sie agieren einfach.

    Beginnen Sie, mit Ihrem Hund ruhige Spiele zu spielen, das können Suchspiele sein, Hütchenspiele oder Intelligenzspiele. Hier gebe ich Ihnen gerne noch Anregungen, wenn Sie möchten. Lassen Sie sich im Moment nicht auf Raufspiele ein.

    Wenn Sie Ihren Hund freundlich ansehen wollen, senden Sie bitte freundliche Signale aus, lächeln Sie, zwinkern Sie und lecken Sie sich auch ruhig mal über die Lippen. Hier sollte er eigentlich nicht mit Knurren reagieren. Wenn dies der Fall sein sollte, sollten wir darüber noch einmal sprechen.

    Wenn Sie Ihren Hund streng ansehen wollen, weil Sie ihn korrigieren wollen, dann sollten Sie sich nicht von seinem Knurren beeindrucken lassen. Nehmen Sie dann eine starre Körperhaltung ein, schauen Sie ihn fest an und beugen Sie den Oberkörper etwas nach vorne. Weichen Sie diese Körperhaltung aber sofort wieder auf, wenn Ihr Hund die ersten Anzeichen eines Rückzuges signalisiert. Das kann ein Blinzeln sein, ein Blickabwenden oder das Gewicht nach hinten nehmen sein (Gewichtsverlagerung auf die Hinterbeine - beim Drohen des Hundes ist das Gewicht auf den Vorderbeinen).

    Hier noch die "Anleitung" für das Verweilen auf der Decke/Box.

    1. Starten Sie damit, Ihren Hund auf seine Decke zu schicken. Dort soll er eine kurze Zeit verweilen. Bleiben Sie bei ihm stehen. Belohnen Sie ihn dafür.
    2. Als nächstes schicken Sie Ihren Hund auf seine Decke und bewegen Sie sich, solange er dort bleibt. Belohnen Sie ihn dafür.
    3. Steigern Sie die Zeit und die Distanz zu Ihrem Hund. Bleibt er auf der Decke, wird er belohnt. Steht er auf oder jammert er, wird er nicht belohnt. Gehen Sie dann aber wieder einen Schritt zurück.
    4. Beginnen Sie dann, den Raum zu verlassen und die Tür hinter sich zu schließen. Beginnen Sie dann, die Abwesenheit zu verlängern.

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Training. Eine gute Hundeschule finden Sie aber auch unter www.bhv-net.de oder unter www.bvft-online.de

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    amtlich genehmigte Hundetrainerin
    www.wolf-inside.de

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