Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Zwergpudel knurrt und schnappt sobald er berührt wird

franzi1401 schrieb am 24.11.2014
Angaben zum Hund: Zwergpudel, männlich, nicht kastriert, Alter über 5 Jahre

Hallo!
Ich habe einen Zwergpudelrüden.
Er ist mittlerweile 6 Jahre alt und nicht kastriert.
Wir haben ihn als Welpen bekommen und früher war er sehr ängstlich, er hat sich immer hinter mir versteckt und auch in der Hundeschule hatte er Angst mit den anderen Hunden zu spielen. Mit dem Alter ist er aber immer mutiger geworden und an alle Nachbarshunde hat er sich schnell gewöhnt, das klappte alles problemlos. Auch im Umgang mit Fremden und Kindern war er super lieb und hat alles mit sich machen lassen. Gerade weil er aussieht wie ein Teddy, wurde er sehr oft geknuddelt.
Doch irgendwann schlich sich nach und nach ein falsches Verhalten bei ihm ein, was wir vorerst gar nicht bemerkten... Ich kann es zeitlich auch gar nicht klar abgrenzen, vielleicht fing es vor zwei Jahren auch schon an.. Erst knurrte er nur als ich seine Pfoten abtrocknete nach dem Spaziergang, dann auch als man ihn hinten an der Hüfte berührte.. Es wurde von Zeit zu Zeit schlimmer. Mittlerweile ist es so, dass er knurrt, wenn ich ihn am Bauch oder an den Beinen abtrocknen möchte; wenn er liegt und man ihn nur berührt und wenn man ihn bürstet. Wenn man ihn bei dem Knurren nicht in Ruhe lässt, versucht er zu schnappen. Sobald er auf fremde Hunde trifft, fängt er an rumzuspringen, quiekt laut rum und bellt ununterbrochen. Eher als möchte er spielen, doch wenn man ihn an den Hund ranlässt, knurrt er aggressiv und fängt an zu schnappen.
Ich habe es mit einem Halti versucht aber damit knurrt er trotzdem, ich habe den "schnauzgriff" öfters gemacht. Mir wurde erklärt, dass die Hündinnen das mit ihren Welpen auch machen wenn die nicht gehorchen. Da windet er sich aber nur raus und wird noch böser. Wenn er mich komplett auf die Palme gebracht hat, habe ich ihn auch mal angeschrien oder auf die Nase gehauen. Ich möchte aber nicht so mit meinem Hund umgehen müssen. Ich suche ganz dringend nach einer vernünftigen Lösung, ihn den Blödsinn abzugewöhnen. Er sitzt vor mir, starrt mir genau in die Augen und knurrt, als wäre es eine Warnung. Ich habe keine Angst vor ihm, gerade weil man seine Größe nicht wirklich ernst nehmen kann, aber das ist kein richtiges Verhalten und ich möchte ihn nicht immer von fremden, Kindern oder anderen Hunden fernhalten müssen.. Ich hoffe sehr, dass jemand einen Ratschlag für mich hat.
Danke schon einmal im Voraus!

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Antworten(6)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 25.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Franzi, um Ihnen raten zu können müsste ich noch einige sachen wissen.
    Wie gehorcht Ihr Hund? Kann er ohne Leine laufen? Wie geht er an der Leine? Fordert er Streicheleinheiten,Spielen,Futter ein? Hat er immer Futter und Spielzeug zur Verfügung? Springt er unerlaubt aus Sofa/Bett? Kann er alleine bleiben?

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer

  • franzi1401
    franzi1401
    schrieb am 26.11.2014

    Hallo Frau Meyer,
    Wir waren mit ihm ein Jahr in der Hundeschule, dort hat er vieles gelernt. Er geht hauptsächlich ohne Leine und kommt her wenn ich ihn rufe. An der Leine kann er mal ziehen, aber auf mein Kommando auch bei Fuß gehen. Er kann Sitz, Platz, Pfote geben, winken und anderes Gedöns, lässt sich aber auch leicht davon ablenken. Er hat dauerhaft Trockenfutter und Wasser zur Verfügung. Spielzeug liegt teilweise im Haus rum, teils draußen und teils versteckt in Kisten. Wenn er keinen Ball findet kommt er mit Tannenzapfen oder Steinen an. Er könnte 24 Stunden einem Ball hinter her jagen, was ziemlich nervig ist. Wenn man den Ball nicht wirft, bellt er einen an. Auf das Sofa darf er nicht, das weiß er auch. Außerdem darf er nicht in den Abstellraum und das Badezimmer. Auf mein Bett springt er immer wenn er Lust hat. Was schon oft Ärger gab, wenn er nass drauf gesprungen ist... Aber das ist wohl auch meine eigene Schuld. Im Haus ist er sehr anhänglich, er verfolgt mich öfter auf Schritt und Tritt. Seitdem ich einmal eine Magen-Darm-grippe hatte, macht er auch ein riesiges Theater wenn ich im Badezimmer bin und wartet nervös vor der Tür.
    Er ist von Montags bis Freitags von morgens halb acht bis Mittags um eins alleine, außer in den Ferien.
    Gerade nach dem Spaziergang wollte er schon wieder schnappen als ich seine Pfoten abgetrocknet habe, ich weiß nicht mehr weiter ..

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 27.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (4)

    Hallo Franzi,
    Ihr Hund gehorcht zwar, das hat er gelernt, aber die Rudelführung ist nicht geklärt. Er wird wie ein König behandelt (alles ist seins: das Futter, das Spielzeug, das Bett), außerdem lassen Sie sich von ihm kommandieren wenn er spielen will, sicher auch, wenn er gestreichelt werden will. Sie lassen sich auch von ihm kontrollieren, indem Sie zulassen, dass er Sie überall hin verfolgt. Also knurrt und schnappt er, wenn ihm was nicht passt, so macht man es als Hund mit Untergebenen.
    Um das zu ändern, sollten Sie einiges ändern. Futter bekommt er noch zwei Mal am Tag, was nach einer halben Stunde nicht gefressen ist, kommt weg.
    Gespielt wird nur noch, wenn SIE es wollen. Deshalb kommt auch das Spielzeug weg und wird nur noch, wenn SIE spielen wollen, dem Hund zur Verfügung gestellt. Sie beginnen das Spiel und Sie beenden es.
    Auf das Bett darf er nur noch, wenn Sie es erlauben. Ohne Erlaubnis drücken Sie ihn ohne Kommentar wieder runter. Es ist IHR Bett, zeigen Sie ihm das.
    Er muss lernen, dass alle Recourcen von Ihnen verwaltet werden, er kann darüber nicht bestimmen.
    ALLE Aktionen gehen von Ihnen aus, auch streicheln, NIE vom Hund. Will er etwas von Ihnen, ignorieren Sie es.
    Gehen Sie immer mal wieder aus dem Raum und schließen die Tür, kommen aber sofort wieder rein, durchqueren den Raum und verlassen ihn wieder, ca. 10 Minuten lang. Er lernt dadurch, dass es Ihr gutes Recht als Rudelführer ist, ohne ihn irgendwohin zu gehen.
    Ein Hund benötigt Führung.Sobald man ihn Entscheidungen treffen lässt, entstehen Probleme.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 27.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Ach ja, den Schnauzengriff lässt man sich als Hund von einem Untergebenen auch nicht gefallen ;-) . Seien Sie im Umgang mit Ihrem Hund ganz einfach souverän, ruhig und bestimmt.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer

  • franzi1401
    franzi1401
    schrieb am 27.11.2014

    Vielen vielen Dank für Ihre Hilfe! Ich werde es direkt in die Tat umsetzen. Ich bin sehr gespannt wie es funktioniert, bei Fragen komme ich nochmal auf Sie zurück.
    Ich habe ihn schon von meinem Bett geschickt und er geht in seinen Korb :)
    Liebe Grüße

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 27.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Gerne können Sie sich bei weiteren Fragen an mich wenden. Sie können ihn ruhig im Bett schlafen lassen, wenn Sie das wollen. Aber wirklich, wenn SIE das wollen, nicht der Hund.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer

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