Traumatisierter Hund? Oder bloß eine falsche Rangordnung?

  
Nyxerinyen schrieb am 22.02.2017   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo. :) Mir geht es um Lucy, meine Hündin. Sie ist seit Januar 2015 bei mir und war zu dem Zeitpunkt noch ein Welpe. Bis sie ein Jahr alt war hat alles super funktioniert, sie hat sich schnell auf mich fixiert, Kommandos leicht erlernt und auf sie gehört und sie wär friedlich zu Mensch und Tier, hat gerne gespielt. Nun war ich aber leider 4 Jahre lang mit jemandem zusammen, der erst gegen Ende 2015 sein wahres Gesicht zeigte und gewalttätig wurde. Erst Monate später, als er seine Aggressionen zum ersten Mal auch an Lucy auslassen wollte, hab ich es geschafft ihn mit Hilfe der Polizei und einem Anwalt aus meiner Wohnung zu werfen. In diesen Monaten hat sich Lucys Verhalten schon schleichend verändert und als er dann weg war, waren wir bereits an dem Punkt angekommen an dem wir uns jetzt leider immer noch befinden: Sie zieht schrecklich an der Leine, lehnt sich sofort die Zähne fletschend in die Leine wenn sie einen Hund entdeckt und knurrt und bellt auch immer öfter Menschen an. Teilweise ist auch ein sich bewegendes Blatt auf der Straße Grund genug, mal eben kurz auszurasten. Wenn jemand für sie Fremdes mich in meiner Wohnung besuchen kommt, ist es besonders schlimm. Sie hat noch nie irgendwen oder irgendwas gebissen, aber sie kann wirklich bedrohlich wirken. Ich denke nicht, dass sie wirklich aggressiv ist in solchen Momentan. Ich, als Laie zugegebenermaßen, habe eher das Gefühl, dass sie glaubt mich beschützen zu müssen und das sie unsicher bis sogar ängstlich macht. Aber ich weiß leider nicht, was ich tun soll um das im den Griff zu bekommen. Wir waren lange in einer Hundeschule, aber das hat an diesem Verhalten leider rein gar nichts geändert.. Das Ergebnis war, dass sie zwar in der Hundeschule klasse auf mich gehört hat und die anderen Hunde ihr egal wurden, sie ihr Verhalten zuhause und wenn ich mit ihr alleine bin aber einfach so fortführt wie vorher. Auch trotz selbstverständlichem Training zuhause und an den Orten an denen wir am öftestesten gehen. Ebenfalls wichtig zu erwähnen ist vielleicht, dass meine Mutter mir erzählt hat, dass Lucy wenn sie bei ihr ist (ich muss alle paar Wochen drei Tage nach Luxemburg und kann sie dann leider nicht mitnehmen) all die Dinge von denen ich geschrieben habe, abgesehen vom an der Leider ziehen, nicht tut..
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Mein Traum wäre es, dass ich irgendwann wieder in Ruhe mit ihr raus gehen kann und sie vielleicht sogar wieder mit anderen Hunden spielt.

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 22.02.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    Ihre Lucy hat in der schweren Zeit, die Sie und auch die Hündin erlebt haben, das Gefühl bekommen, dass Sie nichts mehr im Griff haben und deshalb sie alles regeln muss. Sie haben schon richtig erkannt, dass Lucy dadurch unsicher bis ängstlich geworden ist denn sie ist mit dieser Verantwortung vollkommen überfordert.
    Das Problem, das Lucy so an der Leine ausrastet, ist wahrscheinlich, wie in den meisten Fällen, fehlende Leinenführigkeit. Achten Sie darauf, dass Ihre Hündin immer hinter oder neben Ihnen an lockerer Leine geht. Dann führen nämlich Sie und die Hündin muss nicht regeln wenn z. B. ein anderer Hund kommt.
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE der Hündin folgen, wenn sie zieht, auch nicht, wenn sie wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn sie einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihre Hündin richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn sie versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.
    Wenn Sie an anderen Hunden vorbeigehen, versuchen Sie Ruhe auszustrahlen d. h. nicht reden, nicht schimpfen und nicht die Leine krampfhaft kürzer halten. Das alles veranlasst Ihre Hündin nämlich, sich noch mehr aufzuregen.
    Üben Sie aber vor allem die Leinenführigkeit.
    Da Hunde meistens auf unser Verhalten reagieren wäre es sehr hilfreich, wenn Sie mir solch eine Situation, wenn Sie Besuch bekommen, etwas näher schildern. Wichtig wäre dabei auch Ihre Reaktion auf dieses Verhalten.
    Gerne können Sie mich auch anrufen.

    Auf Ihre Antwort freut sich
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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