Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Listenhündin extrem aggressiv auf Weibchen

  Bayern
binay schrieb am 20.08.2013   Bayern
Angaben zum Hund: Presa Canario, weiblich, nicht kastriert, Alter über 5 Jahre

Hallo liebes AGILA Team, meine 7 Jahre alte Presa-Canario-Hündin ist im Läufe der Jahre immer aggressiver gegenüber anderen Weibchen. Sie ist nicht kastriert. Mit ca. 3 Jahren biß sie zum ersten Mal eine andere Hündin , die schnell angerannt kam und meine Nachbarin (zur Begrüßung ) ansprang. Ich konnte mir diesen Vorfall damit erklären, dass sie meine Nachbarin verteidigen wollte. Nach einem weiteren Jahr verteidigte sie einen ihrer Hundefreunde als dieser zu bellen begann. Das Schlimme ist: wenn sie attackiert lässt sie nicht mehr los. Sie ist in einem regelrechten Wahn, ihre Augen sind verdreht( man sieht nur noch das Weiße) und wenn man sie nicht gewaltsam von der anderen Hündin entfernt würde sie sie umbringen. Sie geht allerdings nicht auf kleinere Hunde los, nur etwa ab Kniehöhe. Sie kann etwa jede fünfte bis zehnte Hündin nicht leiden, mit allen anderen ist sie zuckersüß. Da ihre Beißkraft so hoch ist, lasse ich sie seit ihrem fünften Lebensjahr nur noch mit Maulkorb frei laufen, denn mittlerweile attackiert sie nicht nur um zu verteidigen: wenn sie eine ihrer Feindinnen von 200 Meter Entfernung sieht rast sie sofort los und würde sie zerfleischen. Im Normalfall gehorcht sie sehr gut, aber in diesen Momenten registriert sie mich nicht mehr. An der Leine flippt sie regelrecht aus, wenn sie ihre Feindin sieht- erst nach ein paar Minuten beruhigt sie sich. Auch nach einer Beißattacke wird sie eher unsicher, ich hab das Gefühl, dass sie selber im Nachhinein nicht versteht, was gerade geschah, sie zieht den Schwanz ein und verbleibt den restlichen Spaziergang bei mir. Das Tragische ist, dass sie mit Maulkorb mit ihren Freunden nicht spielen kann, aber mir ist das Risiko zu hoch, dass mitten im Spiel eine Hündin auftaucht und ich sie nicht rechtzeitig fangen kann. Am liebsten geh ich mittlerweile spät abends Gassi. Außerhalb ihres Reviers ist sie übrigens nicht so aggressiv, im Gegenteil , da ist sie eher unsicher. Vielleicht sollte ich zum Schluss noch erwähnen, dass sie mit 3 Jahren einen Marder tötete und danach noch einige Kaninchen , Mäuse sowieso. Gibt es eine Chance , dass sie eines Tages wieder ohne Maulkorb raus darf? Ich hatte vor ihr auch immer Molosser, u.a. Einen American Stafford, aber die waren alle toll, ich hätte nie Probleme . Meine vorigen Hunde waren allerdings Rüden, sie ist mein erstes Weibchen und zudem konnte ich in Erfahrung bringen, dass die Hunde dieses Züchters alle sehr aggressiv sind, er hatte deswegen schon Strafverfahren. Kann man einen Hund mit so einem Genpol überhaupt "umerziehen"??? 3 Gutachter bestätigten mir bereits, dass meine Hündin die am besten sozialisierte sei, die sie aus besagter Zucht kennen. Viele der Hunde dieses Züchters landeten im Tierheim . Habe ich dennoch eine Chance???? Vielen Dank für ihre Antwort schon mal im Voraus!!!!

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Antworten(1)

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 20.08.2013
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    sicherlich hat der Hund schon eine Veranlagung mitgebracht. Auch die Rassebeschreibung sagt, dass diese Rasse besondere Arbeitstiere waren und nun eher Wachhunde sind. Das erklärt warum sie so beschützend ist. Sie schreiben auch das der Hund auf seinen gewohnten Spaziergehwegen besonders reagiert. Für den Hund gehören diese Wege zu seinem Territorium das sie bewachen muss. Auch dieses Verhalten nach einer Attacke wird sicherlich damit zusammenhängen, dass Sie dann natürlich sauer sind und das sich auf den Hund überträgt. Und sie nicht weiß warum Sie sauer sind, da der Hund ja denkt richtig gehandelt zu haben. Wichtig wäre die Bindung zueinander zu vertiefen. Beschäftigungsmöglichkeiten für den Hund zu finden. Nicht nur körperlich sondern auch geistig. Die Spaziergehwege zu wechseln, so dass die Dame diese nicht als ihr Territorium ansieht. Und an den Situationen zu arbeiten bei denen die Dame ausrastet. Wichtig dabei wäre sich Hilfe zu holen, die Ihnen zeigen können wann und wie man in diesen Situationen reagieren sollte. Der Hund muss lernen, dass Sie als Mensch das "Rudel" führen und nicht der Hund. Mit viel Einsatz kann man sicherlich viel erreichen . Viel Erfolg....

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