Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hündin (6 Monate alt) macht die Wohnung kaputt

  Sachsen-Anhalt
Daniel_Otto schrieb am 17.01.2017   Sachsen-Anhalt
Angaben zum Hund: Husky - Malamute, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Guten Tag,

Ich hätte mal eine Frage über Spielzeuge und an sich über das Thema kaputt machen.

Vorab weiß ich das ein Hund beschäftigt werden will.
Also viel Auslauf, spielen, trainieren und geistige Förderung usw.

Daher gehen wir mit unserer Hündin eine Stunde vor der Schule (ca 30-45 min) raus und laufen, sprinten und spielen mit ihr.

Dann gucken wir in der Pause 12:30 Uhr ein paar min zu ihr und beschäftigen und ca 5-10 min mit ihr.

Nach der Schule sind wir wieder viel draußen und trainieren nebenbei Dinge wie das Sitz machen bis ich die Tür auf gemacht habe und selber raus gegangen bin, das sie sich ins Körbchen legt, Sitz macht, Platz usw.

Am Abend bzw. über Nacht schafft sie es auch übrigens nicht rein zu machen was eine Zeitspanne von ca 8-9H hat.

Wenn wir jedoch vormittags auch nur 3-5 H nicht da sind macht sie rein.

Kann das daran liegen das sie kein Respekt hat und denkt sie kann machen was sie will oder woran kann das liegen ?!

Bzw wie kann man das verhindern ?



Um aber zu meiner eigl frage zurück zu kommen....

Wenn wir nicht da sind macht sie viel kaputt.
Erst hat sie die Tapete angegressen und als sie dann nicht mehr ran kam weil ein Sofa vor steht hat sie einfach ein Loch in den Boden gebissen Bzw gemacht.

Ich hatte ihr ein Spielteug gegeben wo Leckereien drin sind und was sie aufdrehen muss

Das hat sie aber auch einfach kaputt gebissen und ist so ran gekommen

Mein Fazit also...

Sie kaut gerne auf harten Dingen rum.

Daher würde ich ihr gerne ein Spielzug geben wo sie dies ausüben kann aber nicht kaputt geht.

Meine Frage: welches Spielzeug wäre dafür geeignet?

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Antworten(1)

  • Marina Krieg
    Marina Krieg (Hundetrainer)
    schrieb am 24.01.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    als "unkaputtbares" Spielzeug, das man auch noch befüllen kann, kann ich den schwarzen Kong Extreme empfehlen (http://www.zooplus.de/shop/hunde/hundespielzeug/kong/kong/135969).

    Zu der anderen Problematik:
    Dass Ihre Hündin dies nur macht, wenn sie allein ist, deutet auf Trennungsangst hin. Dies hat nichts mit fehlender Stubenreinheit oder fehlendem Respekt zu tun, sondern ist ein Stresssymptom.

    Hunde sind sozial lebende Tiere, bei denen Alleinsein nicht zum Normalverhalten gehört. Dies sollte demnach gut gelernt werden und bedarf Training.
    Während der Trainingsphasen sollte sichergestellt werden, dass der Hund nicht allein bleiben muss (Betreuung durch Familie, Freunde, Hundesitter etc.), damit das bisherige Training nicht umsonst ist oder sich die Angst verstärkt.
    Zunächst entfernt man sich nur kurz (ein paar Sekunden) aus dem Zimmer und kommt kommentarlos wieder zurück. Wenn der Hund dabei entspannt liegen geblieben ist, kann die Zeit schrittweise verlängert bzw. auch mal die Tür kurz geschlossen werden.
    Sollte der Hund dennoch einmal winseln etc., wartet man kurz, bis er ruhig ist und kommt erst dann wieder rein. Dieser Schritt war für den Hund doch wieder etwas zu groß und beim nächsten Mal geht man wieder einen Schritt zurück. Dies ist bei Ihnen zunächst der erste Schritt, denn so wie Sie schreiben, beobachtet Ihr Hund Sie sehr stark.
    Keine Verabschiedungs- und Begrüßungsrituale durchführen, denn:
    Beim Verabschieden kann sich die Stimmung des Menschen auf den Hund übertragen
    Bei einer überschwänglichen Begrüßung oder sogar Belohnung würde der Hund nur noch sehnsüchtiger auf die Rückkehr des Menschen warten und nicht entspannt schlafen
    das Gehen und Kommen soll für den Hund ganz normal werden
    Ankündiger für den Aufbruch müssen abgebaut werden. Das heißt, es soll unberechenbar für den Hund werden, wann man wirklich das Haus verlässt. Also zieht man sich die Schuhe und die Jacke an, zieht sie wieder aus und setzt sich zurück aufs Sofa. Ist der Hund dabei entspannt, nimmt man beim nächsten Mal noch den Schlüssel dazu in die Hand. Dies macht man mehrfach am Tag und geht dabei sehr kleinschrittig vor- immer nur so weit wie der Hund noch entspannt bleiben kann.
    Beim nächsten Schritt kommt dann das Öffnen der Wohnungs-/Haustür dazu, diese wird gleich wieder geschlossen und man geht zurück.
    Diese Trainingseinheiten sollten Sie mehrmals am Tag wiederholen und immer erst den nächsten Schritt angehen, wenn der Hund keinen Stress mehr hat.
    Der Aufbau eines sogenannten Sicherheitssignals, wie z.B. einer Hundebox als Rückzugsort, ist sinnvoll. Eine Box (sofern sie positiv verknüpft und entsprechend trainiert wurde) ist für den Hund ein überschaubarer und geschützter Ort.
    Während einer oben genannten Trainingssituation ist es auch möglich, dem Hund ein bestimmtes Signal (am besten ein optisches wie z.B. ein auf dem Boden ausgelegtes Handtuch oder eine Vase) zu geben, das für die Zukunft bedeutet: Wenn mein Mensch jetzt weg geht, kommt er wieder, bevor ich Stress habe.

    Geruchströster wie z.B. ein vom Menschen getragenes Shirt oder ein Pheromonhalsband oder -spray (D.A.P.) können zur Unterstützung mit im Training benutzt werden und mit der Entspannung des Hundes verknüpft werden.
    Auch ein gefüllter Kong® kann ein weiteres Hilfsmittel sein, da das Lutschen beruhigend wirkt. Doch auch dies sollte vor dem Training erst in der Anwesenheit des Menschen getestet werden.
    Um dem Hund die eigene Abwesenheit noch etwas "schmackhafter" zu machen, kann man ihm den Kong kurz vorm Verlassen der Wohnung überlassen und bei der Rückkehr gleich wieder wegnehmen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der Hund beim Verlassen der Wohnung bereits weitestgehend stressfrei ist, sonst ist die Angst zu groß, um fressen zu können.

    Wie lang ein solches Training dauert, ist nicht absehbar. Faktoren dafür sind die Zeit und Konsequenz der Halter für das Training, die Lernerfahrungen und der Grad der Angst des Hundes.
    Ein Training bei Trennungsanst ist eine langfristige Herausforderung, kurzfristig hilft da nur ein Hundesitter.

    Im Zweifel fragen Sie einen Experten, unter http://www.hundeschulen.de/menschen-mit-hund/hundeschule-finden/hundeschulen-verzeichnis.html oder https://trainieren-statt-dominieren.de/trainer-umkreissuche finden Sie qualifizierte Hundetrainer und/oder Verhaltensberater, die mit Ihnen ein gezieltes Training durchführen können.

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

    Viele Grüße von den Ostseepfoten.

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