Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hallo Frau Dr. Ott,danke für die Antwort. von Febr.-Juli , die Aufmerksamkeit

  
floriane schrieb am 05.08.2012   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

des Hundes auf mich zu lenken.d.h.den Hund angrsprochen und bei Blickkontakt mit Leckerli belohnt.Auf Anraten der Tierpsychologin haben wir den Kontakt zu anderen Hunden und Menschen vermieden. Leider ist das keine Dauerlösung. In der jetzigen Hundeschule hat man uns empfohlen, den Hund beim Anspringen von Menschen mit der Wasserflasche zu spritzen. Wir wissen nicht, ob das nun der richtige Weg ist. Danke im Voraus, Erika Ibbeken

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Antworten(2)

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 06.08.2012
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Frau Ibbeken,


     


    wenn Ihr Hund Menschen anspringt, dann zeigt er ein unerwünschtes Verhalten. Wenn man auf dieses Verhalten nun mit Anspritzen des Hundes aus einer Wasserflasche reagiert, und der Hund bricht das Verhalten ab, dann arbeitet man mit einer sog. "positiven Strafe" (= Hinzufügen von etwas Unangenehmen; positiv steht für das Mathezeichen "+" = Hinzufügen).


     


    Eine positive Strafe sollte man nur anwenden, wenn man garantieren kann,


    - dass man das Verhalten immer (!) straft, wenn es auftritt (Sie müssten also im Haus immer eine Wasserflasch zur Hand haben und auch mit einer Wasserflasche spazieren gehen)


    - dass man das Verhalten sofort (!) straft, wenn es auftritt (Sie müssten also die stets gut gefüllte Wasserflasche immer in der Hand halten und dürften sie nicht erst aus der Tasche hervorziehen)


    - dass man die richtige Stärke an Strafe erwischt, d.h. nicht zu wenig und auch nicht zu viel an Strafreiz setzt


    - dass der Hund keine Fehlverknüpfung herstellt (Wasserflaschen machen Angst, Wasser macht Angst, Frauchen macht Angst, andere Menschen machen Angst, ...).


     


    Wenn Sie diese Punkte nicht gewährleisten können, ist eine positive Strafe tierschutzwidrig.


     


    Außerdem, und das ist enorm wichtig: Mit einer positiven Strafe sagen Sie Ihrem Hund, was er nicht machen soll. Ihr Hund hat aber keinerlei Idee, was er denn nun tun soll. Unklare Ziele im Hundetraining führen u.U. zu sehr viel Stress.


     


    Ich würde Ihnen daher empfehlen, auf das "Angebot" mit der Wassersprühflasche nicht einzugehen und eine Hundeschule zu suchen, die solche Probleme anders angeht. Ansprechpatner nenne ich Ihnen gerne.


     


    Viele Grüße,
    Stefanie Ott

  • floriane
    floriane
    schrieb am 06.08.2012

    Danke Frau Dr. Ott, Ihre Antwort leuchtet ein, wir werden Ihren Ratschlag befolgen.


    Nochmals vielen Dank Ihre Erika Ibbeken

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