Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Anpinkeln von Menschen und Tieren

  Brandenburg
olebole schrieb am 20.01.2014   Brandenburg
Angaben zum Hund: Schäferhundmischling, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Mein Schäferhundmischling ist 3 Jahre alt und kommt aus sehr schlechter Haltung:
- mind. 4 Vorbesitzer im 1. Lebensjahr
- Der letzte Halter ist nicht mit ihm raus gegangen und hat ihn nicht gefüttert oder zu trinken gegeben. Seine Hinterlssenschaften in der Wohnung musste der Hund dann selbst beseitigen, in dem er sie fressen oder auflecken musste.
Als ich ihn übernommen habe, war extrem untergewichtig und hat eine chron. Niereninsuffizienz.
Mein Problem: Er ist anderen Menschen gegenüber mistrauisch und ignoriert sie einfach, was er am Anfang auch bei mir sehr lange tat. Aber er hat angefangen, andere Hunde und auch Menschen klamm heimlich zu markieren. Ich muss immer höllisch aufpassen, dass er nicht jemanden auch kleine Kinder einfach anpinkelt. Sogar meine Katze war einmal an der Seite ganz nass und roch stark nach Urin.
Ansonsten ist er - ohne Leine - eher verträglich mit anderen Hunden und spielt gern mit ihnen, in letzter Zeit aber immer lieber nur mit mir.
Was hat das Anpinkeln zu bedeuten und wie kann ich es unterbinden?
Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

Vielen Dank für die Meldung dieses Beitrages. Wir werden Ihre Nachricht schnellst möglich prüfen!
Sie werden nun bei neuen Antworten benachrichtigt!
Sie werden nicht mehr bei neuen Antworten benachrichtigt!

Antworten(8)

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 30.01.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (3)

    Hallo,
    das anpinkeln ist schon sehr respektlos.
    Ich würde dieses Verhalten sehr streng verbieten.
    Ich denke das dieses Verhalten auch damit zu tun hat,
    dass der Hund aus so schlechten Verhältnissen kommt.
    Passen Sie auf, dass Ihr Hund nicht zu sehr nur auf Sie fixiert ist.
    Achten Sie darauf, dass er Sie nicht im Haus verfolgt, immer seinen Willen bekommt und ständige Aufmerksamkeit von Ihnen bekommt.
    Denn auch wenn er eine schlechte Vergangenheit hatte, ist es wichtig das er konsequent behandelt wird und auch Regeln aufgestellt werden die er einzuhalten hat.
    Sagen SIE Ihrem Hund was er machen soll und was nicht und das immer in Ruhe und mit Selbstbewußtsein. Viel Erfolg..

  • olebole
    olebole
    schrieb am 10.03.2014

    Hallo Frau Heese,
    Vielen Dank für Ihre Antwort. Doch eine Frage habe ich noch zur Bestrafung.
    Ich greife ihn sofort, während ich laut "NEIN" sage und drehe ihn dann auf den Rücken, um ihn so eine Weile festzuhalten. Eine strengere Bestrafung fällt mir nicht ein. Und dann noch weiter auf den Hund einzureden, macht ja wohl keinen Sinn, da er mich sowieso nicht versteht? Oder sollte ich weiter mit ihm schimpfen? Gibt es vielleicht noch eine wirkungsvollere Methode?
    Und wegen seiner Niereninsuffizienz soll ich ihn auf ärztlichen Rat zur Nacht immer mit unter meine Decke nehmen. Da er aber vom Charakter her schon recht dominand ist, halte ich das eigentlich nicht für so gut. Habe ich da vielleicht schon meinen ersten Fehler gemacht?
    Vielen Dank
    und freundlichen Gruß

  • Hundeschule Bilz
    Hundeschule Bilz
    schrieb am 10.03.2014

    Auf keinen Fall den Hund auf den Rücken drehen!!! Das macht alles nur schlimmer!
    Er ist krank - vielleicht kann er einfach nicht halten und pinkelt wenn er Stress hat?
    Hebt er immer das Bein beim Pinkeln oder pinkelt er auch unter sich?
    Wie alt war er als er kastriert wurde?
    Was genau macht er, weil Sie schreiben er ist dominant? --> Ist er evtl. nur unerzogen, weil ihm die Vorbesitzer nichts beigebracht haben?
    Weshalb sollen Sie den Hund wegen Niereninsuffizienz mit unter die Decke nehmen? Das verstehe ich nicht.
    Besorgen Sie ihm eine sogenannte Rüdenwindel (sieht aus wie ein Motorradfahrer-Nierengurt) von z.B. Karlie.

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 12.03.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    ich halte das auf den Rücken drehen auch für übertrieben. Normalerweise sollte ein Hund schon auf ein sehr streng ausgesprochenes NEIN reagieren. Das NEIN muss nicht laut sein sondern eher streng und bestimmt. Einen Hund auf den Rücken zu drehen ist schon eine sehr sehr strenge Maßregelung und diese sollte eine große Ausnahme bleiben. Also auch nicht andauernd schimpfen ( das bringt nichts) sondern eher bestimmt das NEIN auch mit Körpersprache durchsetzen. Also den Hund körperlich und ohne Befehle aus der Situation drängen bis er aufgibt. Vielleicht können Sie mal ein Beispiel schreiben für das der Hund so zurecht gewiesen werden muss?
    Und warum Sie ihn für Dominant halten? Wegen dem anpinkeln der Menschen würde ich empfehlen den Hund nicht ohne Leine laufen zu lassen, damit Sie ihn kontrollieren können. Empfehlen kann ich da eine Schleppleine ca. 10 Meter lang. Und immer wenn er markieren will können Sie mit einem strengen NEIN reagieren und ihn zurückziehen.
    Warum der Hund unter die Decke soll weiß ich auch nicht. Machen Sie dem Hund doch einen gemütlichen Schlafplatz meinetwegen auch im Schlafzimmer in Ihrer Nähe. Sollte es darum gehen das es im Schlafzimmer zu kalt ist, kann man auch einen Kennel ( eine Box die man für die Flugzeuge braucht )nehmen und diesen wie eine Höhle herrichten in der es für den Hund warm genug sein sollte.



  • olobole
    olobole
    schrieb am 12.03.2014

    Hallo erstmal,
    also die Niereninsuffizienz habe ich nach langer Zeit jetzt gut in den Griff bekommen und die Nierenwerte sind mit Spezialfutter und Medikamenten jetzt ganz normal - wie auch alle anderen Blutwerte. Habe ihn komplett durchchecken lassen. Er hat ganz normale Gassizeiten und kann sein Wasser auch gut halten jetzt. Er sieht sehr gesund aus und ist top fit.
    Als ich ihn bekam, hatte er nur 12 kg bei einer Schulterhöhe von 52 cm, hatte schlimmen Durchfall und musste alle halbe Stunde Wasser lassen. Er war sehr ängstlich und schreckte bei jedem Geräusch zusammen. Trotzdem hat er mich beim Spielen draußen mehrfach gebissen, wenn ich z.B. ein Stöckchen zum Werfen aufheben wollte oder zum Werfen ausgeholt habe, aber nicht schnell genug war. Er hing sogar einmal an meinem Unterarm und wollte nicht loslassen. Da ich ein blutverdünnendes Medikament nehme, war das für keine ungefährliche Angelegenheit. Ein "Nein" oder "Aus" hat ihn überhaupt nicht interessiert.
    Das ist jetzt anderhalb Jahre her und das habe ich auch wirklich nur in den Griff bekommen, in dem ich ihn in solchen Situation wirklich energisch auf den Rücken gedreht und mit der Hand auf die Brust gedrückt habe bis er sich beruhigte, oder ihn auch mal am Kragen gepackt und kräftig geschüttelt habe. Wenn wir jetzt spielen läuft alles nur über Komandos "Platz", "Bleib", "Hol". Ohne diese Ansagen funktioniert es nicht. Wenn er den Gegenstand dann geholt hat, will er ihn aber absolut nicht abgeben. Anstatt den Ball oder Stock abzulegen bei "Aus", fängt er fürchterlich an zu winseln und jaulen. Ich kann ihm aber seinen Willen nicht einfach lassen. Wenn er so reagiert, muss er wenigstens noch einmal ablegen bevor ich das Spiel dann beende. In der Wohnung ist es komischerweise überhaupt kein Problem und wir können ganz normal spielen. Aber draußen motzt er mich an, versucht, mich anzuspringen und ganz selten auch noch mal in die Hand zu kneifen, damit ich etwas los lasse, was er gerade haben will. Und er will immer das, was ich gerade in der Hand habe. An der Leine macht er vielen anderen, vor allem größeren Hunden, gegenüber auch Stress. Und im Dunkeln ist alles, was sich bewegt, erst einmal ein potentieller "Feind".
    Es ist ja nicht mein erster Hund, aber mein erster Rüde. Und ich hatte noch nie, nie, nie, so viele Schwierigkeiten, mich durchzusetzen. Ganz ehrlich, am Anfang habe ich fast jeden Tag geweint. Ich darf gar nicht daran zurückdenken. Er hatte in der Wohnung immer sofort meinen Platz eingenommen, wenn ich irgendwo aufgestanden bin und hat ihn auch nicht mehr freigegeben. Trotz Zähne fletschen und knurren, habe ich ihn dann von der Kautsch schubsen müssen und er hatte auch nach mir geschnappt. Ich meine schon, dass das Dominanz ist. Heute reagiert er auf flüstern oder nur Handzeichen sofort - in der Wohnung. Draußen ist es aber ganz anders. Er ist wie Engel und Teufel. Ich glaube, er weiß, dass ich ihm draußen körperlich einfach unterlegen bin. Ich bin alt, krank und dick (obwohl ich schon 18 kag abgenommen habe durch diesen Hund *freu*). Und ich denke, das er das ausnutzt.
    Aber ich habe wirklich schon ganz viel geschafft in seiner Erziehung, und ganz ohne Schläge. Davon hat er in seinem Leben bestimmt schon genug bekommen!
    Nur das Anpinkeln bereitet mir Sorgen. Er beobachtet mich dann immer und passt wirklich einen Augenblick ab, in dem ich abgelenkt bin. Er weiß also, dass er das nicht soll. Und er sucht sich auch gezielt bestimmte Personen aus, bei denen er das tut. Wenn ich bemerke, dass er um jemanden herumschleicht und mich dabei immer beobachtet, sage ich schon im Voraus "Nein" und schicke ihn weg. Aber er lässt nicht locker, bis er es geschafft hat. Danach ist er zufrieden und geht wieder mit den anderen Hunden toben. Ich habe sowas vorher noch nie gesehen oder gehört. Da Ole ein sehr agiler Hund ist und irre viel Bewegung braucht, reicht eine 10 m lange Schleppleine nicht aus. Er möchte mit den anderen Hunden rennen. Und wo Hunde sind, sind auch deren Halter. Das Anpinkeln trifft auch vornehmlich männliche Personen komischerweise. Oder kann das auch eine Art Eifersucht sein, dass jemandem mehr Aufmerksamkeit widme als ihm? Übrigens folgt er mir tatsächlich auf Schritt und Tritt durch die Wohnung, wenn ich vergesse, ihn mit "Bleib" davon abzuhalten.
    Und ich muss noch erwähnen, dass ich ein sehr ruhiger, leiser Mensch bin. Die anderen Hundehalter sagen immer: "Da kommt die Frau mit der Babystimme." Vielleicht bin ich ja auch zu ruhig für diesen Hund?
    Entschuldigung, für meine so ausführlichen Bericht.
    GLG Sylvia

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 13.03.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    erst einmal großen RESPEKT das Sie weiter zu ihrem Hund halten. Trotzdem Sie diese Beißerfahrung gemacht haben. Also Ihr Hund ist schon ein Problemhund und sollte dann auch zurecht gewiesen werden wenn er schnappt. Das halte ich in diesem Fall dann schon für angemessen. Eifersucht beim anpullern wäre möglich oder auch Aufmerksamkeit bekommen. Und das er sich draußen anders verhält, kann damit zusammenhängen, dass er genau weiß, dass Sie draußen vielleicht nicht so konsequent reagieren wie in der Wohnung .? Das Sie ein ruhiger Mensch sind ist kein Problem so lange Sie nur konsequent mit dem Hund umgehen. Ich würde probieren ihm in der Wohnung zu zeigen, dass Sie prima alleine klar kommen ohne das er Sie kontrollieren muss. Gehen Sie aus dem Raum ohne einen Befehl zu geben und schließen Sie die Tür ...nun ist die Frage wie lange ist er ruhig ...wird er schnell aufgeregt , würde ich die Zeitspanne in der ich wieder in den Raum reingehe kurz halten. Und Sie sollten nur in den Raum reingehen, wenn der Hund keinen Muks macht. ..er soll nicht lernen ... wenn ich Krach mache kommt Frauchen wieder...
    Gehen Sie wie selbstverständlich in den Raum und wieder raus. Am besten Sie ignorieren ihn komplett ...nicht anschauen....nicht anfassen...nicht ansprechen...
    Erst wenn er auf einem Platz liegen bleibt wenn Sie rein- und rausgehen, haben Sie es richtig gemacht. Er soll lernen das er keinen Erfolg hat und Sie nicht verfolgen kann. Klappt es in diesem Raum , würde ich einen anderen probieren.
    Ansonsten probieren Sie doch mal Leckerliespiele ( kann auch das Trockenfutter sein) also vom Körper weg suchen lassen. Sollte er in er Wohnung gelernt haben Sie nicht mehr zu verfolgen, würde ich mich draußen neben die potentiellen Menschen stellen die er immer anpullern will, und würde ihn nicht näher als 1 Meter an den Menschen ran lassen. Sie können den Hund dabei auch körperlich wegdrängen. ( wenn er dann nicht mit schnappen reagieren sollte... Vorsicht ) Sie müssen sich noch mehr Respekt erarbeiten. Wenn es über die Stimme nicht geht, dann bechäftigen Sie sich mit Körpersprache ...damit kann das selbe erreichen wie über Stimme ( meist noch mehr)
    Ich würde ihn auch nicht in meinem Schlafzimmer schlafen lassen. Er ist wirklich noch zu dominant. Und achten Sie darauf das er Sie nicht manipuliert...wenn er anstupst - nicht streichel...wenn er irgendetwas will - es nicht machen...
    Sie können in solchen Fällen den Hund ignorieren bis er aufgibt und sich hinlegt und ihn dann herranrufen und das machen was er wollte. Dann haben SIE entschieden was gemacht wird ....und nicht der Hund.
    VIEL ERFOLG...
    Sollten SIe noch Fragen haben, dann schreiben Sie mir!
    Ich kann für diese Tipps keine Garantie geben ob Sie damit Erfolg haben, da ich den Hund nicht vor Ort anschauen konnte und deshalb nur spekulieren kann. Sie sollten also immer aufpassen das der Hund Sie nicht schnappt oder beißt.


  • olebole
    olebole
    schrieb am 14.03.2014

    Hallo liebe Frau Heese,
    da haben Sie mir aber wirklich ganz viele gute Tips gegeben und da ist tatsächlich einiges, das ich noch falsch mache bei ihm. Wir haben bisher immer Problemhunde u. -katzen aus dem Tierheim geholt. Aber diesmal fällt es mir wirklich schwer - bestimmt auch wegen meiner Krankheiten. Wenn ich manchmal so starke Schmerzen habe, dass ich kaum gehen kann, konzentriere ich mich zu sehr auf mich selbst und werde inkonsequent. Da muss ich ganz doll an mir arbeiten. Und das mit dem Stupsen ist zwar total süß, hab ich aber falsch gedeutet. Vielen Dank für den Hinweis.
    Nein, weggeben kommt nicht in Frage. Er hatte bereits 4 Vorbesitzer in seinem 1. Lebensjahr. Ein Tier ist kein Wanderpokal und ich hab nunmal die Verantwortung übernommen. Und mit Ihrer Hilfe schaffe ich das bestimmt.
    Grüßt ganz lieb
    Sylvia

  • Hundeschule Bilz
    Hundeschule Bilz
    schrieb am 14.03.2014

    Hallo ich empfehle Ihnen folgende Bücher "Verstehe deinen Hund" von Viviane Theby (Kommunikations-Misverständnisse zwischen Mensch/Hund super einfach erklärt!) und "Wie der Mensch so sein Hund" von Dr.Sophia Yin (alles was man wissen sollte als Hundehalter toll erklärt).
    Bitte beobachten Sie in den Pinkelsituationen nochmal ob der Hund wirklich "markiert! d.h. sein Bein beim Pinkeln hebt und absichtlich etwas anpinkelt, oder ob er nicht doch in diesen Situationen evtl. aus Stress (weil Sie schrieben Sie gucken ihn dann auch dauernd an, das kann bei ihm Stress auslösen) nicht halten kann.
    Bitte auf keinen Fall den Hund am Nacken packen und schütteln! Ja es gibt leider noch immer Trainer die meinen einen Hund darf man damit "disziplinieren" aber das ist eine total veraltete Methode, die oft alles noch schlimmer macht, denn man hat nachgewiesen, dass Hunde/Wölfe sich gegenseitig nur am Nacken packen und schütteln bei 1.) Tötungsabsicht oder 2.) als Spielaufforderung d.h. wenn Sie Ihren Hund darüber "bestrafen" dann versteht er die Welt nicht mehr.

Möchtest Du auch einen Ratschlag zu Deinem Problem?
Dann stell jetzt eine eigene Frage!

Neue Frage stellen

Weitere Fragen zu diesem Thema:

Hund versucht den Besuch zu beissen

Wir haben zwei Hündinnen mit ca. 5 Jahren, Geschwister. Seit ca. 3... mehr

Ist ein ruhiger,ausgeglichener Zweithund gut für meine unsichere Hündin

Hallo, ich habe eine dreijährige Hundedame, die ursprünglich aus... mehr

Warum schnappt mein Hund nach Kindern

Ich habe seit 3 Monaten ein kangal Schäferhund Mix. Sie kommt aus... mehr

Aggressiv beim streicheln

Hallo, mein Hund (6 Monate - Schäfermix) knurrt mich des Öfteren... mehr

Bitte hier einloggen, um auf die Frage zu antworten.