Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

7-jährige Aussiehündin hütet Besucher inkl. Schnappen

  Bayern
Violetaussie schrieb am 29.10.2015   Bayern
Angaben zum Hund: Shepherd, Australian, weiblich, kastriert, Alter über 5 Jahre

Meine fast 7-jährige Aussiehündin habe ich von klein auf. Sie war immer schon ein schwieriger Charakter, sehr stur und impulsiv. Sie ist trotzdem ein sehr folgsamer Hund durch konsequentes Training, wir sind aktiv im Zughundesport und Dogdance. Auch Impulskontrolle ist kein Problem wenn wir das gezielt trainieren, also warten während Bälle fliegen oder andere Hunde trainiert werden oder oder...

Wir haben aber vor allem im letzten Jahr das Problem, dass ihre Territorialaggression zugenommen hat, das äußert sich auch bei Spaziergängen wo sie andere Hunde anpöbelt (an der Leine) was ich bis dato gar nicht kante von ihr und auch bei Besuchern hütet sie zunehmend. Meist geschieht das ganz unvorhergesehen, sie geht wedelnd auf den Besucher zu, dreht hinter ihm um und beginnt ihn in die Oberschenkel vorne zwicken zu wollen wenn der sich weiterbewegt. Sie ist sofort abrufbar und weiß, dass das Verhalten nicht erwünscht ist, sie geht dann geduckt auf ihre Decke wo sie dann auch bleiben muss.

Das gleiche Problem haben wir vor allem bei Kindern, die werden auch angeknurrt wenn sie an ihr dicht vorbeilaufen und zur Not will sie schnappen. Da gehen wir aber auf Sicherheit und sie trägt einen Maulkorb wenn Kinder dabei sind und es darf auch kein Kind auf sie zulaufen oder sie streicheln.

Wir sind viel unter Leuten und wenn wir wo anders sind hatten wir das Problem noch nie.

Fremde Hunde in unserem Haus klappt gar nicht mehr, die werden ständig abgeschnappt und gehütet, da habe ich dann zu tun mit ihr, war bis vor 2 Jahren aber noch kein so großes Thema, da habe ich öfter Urlaubshunde aufgenommen und meine Aussiehündin zeigte sich da sehr sozial und hütete die Hunde nur wenn es um Ressourcen wie Futter oder Spielzeug ging, was ich sofort unterbinden konnte.

Ich habe sie auch schon an Schafen getestet vor 3 Jahren, sie hütet sehr schön, sie ist erstaunlich ruhig dabei und ist nie in die Herde gestürmt oder hat geschnappt. Wir haben aber nicht die Möglichkeit dauerhaft zu hüten, das wäre zu weit weg.

Kann mir jemand einen Tip geben weshalb das Verhalten nun so verstärkt gezeigt wird und was ich dagegen machen kann?

Achja, gesundheitlich ist alles in Ordnun lt. Gesundenuntersuchung im Sommer.

Entschuldigt den Roman und danke schon mal ;-).
LG

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Antworten(3)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 03.11.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo,

    danke für die ausführliche Beschreibung. Sie haben geschrieben, dass die Hündin ganz gesund ist. Darf ich fragen, welche Untersuchungen gemacht wurden?

    Irgendwie habe ich bei dem Lesen Ihrer Beschreibung das Gefühl nicht losbekommen, dass Ihre Hündin doch eine Beeinträchtigung in ihrem Bewegungsablauf hat. Wenn sie bisher nicht an der Leine gepöbelt hat und dies nun tut, ohne dass etwas vorgefallen ist, wenn sie nach der freudigen Begrüßung anfängt die Menschen zu maßregeln, legt das den Verdacht nah, dass ihr bestimmte Bewegungen weh tun, für die sie dann denjenigen verantwortlich macht, der gerade im Blickfeld ist.

    Hier würde ich noch einmal ein Augenmerk darauf haben. Schauen Sie sich die Bewegungen Ihrer Hündin noch einmal an. Hat sie vielleicht Probleme beim Drehen? Geht sie Pass? Wölbt sie beim Kotabsetzen den Rücken nicht mehr so stark?

    Sie schreiben, Sie haben durch konsequente Erziehung bisher alle Probleme in den Griff bekommen. Daher würde ich nun auch gewisse Rituale bei den problematischen Situationen einführen. Wenn Sie Besuch bekommen, würde ich die Hündin weiterhin mit zur Tür nehmen, sie darf den Besuch auch begrüßen, danach sollte sie aber sofort unter Signal genommen werden. Hier haben sie mehrere Möglichkeiten. Sie könnten Ihre Hündin ins Platz geben und den Besuch hereinbitten. Sie könnten Ihre Hündin ins Fuß nehmen und mit dem Besuch ins Haus gehen. Sie könnten Ihrer Hündin auftragen, einen Gegenstand (Spielzeug) zu holen.

    Bei Hundebegegnungen an der Leine könnten Sie hier ein Fuß und Schau verlangen. Sollte das nicht funktionieren, gebe es auch noch ein gezieltes Training, das ich Ihnen dann gerne beschreibe.

    Seit wann besteht das Problem mit den Kindern?

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de
    Hundeverhaltenstherapeutin und Hundephysiotherapeutin

  • Violetaussie
    Violetaussie
    schrieb am 11.11.2015

    Danke Frau Holz für die Antwort, tut mir Leid dass ich erst jetzt antworte, wir hatten gerade viel um die Ohren.

    Also sie ist aufgrund des Leistungssports den wir seit sie 1,5 Jahre ist mit ihr betreiben regelmäßig zur Kontrolle beim TA gewesen. Im Jänner haben wir das letzte komplette Röntgen gemacht da sie nach dem Training öfter lahm ging. Da war alles in bester Ordnung, danach haben wir akupunktiert, damit bekamen wir das Problem mit der Lahmheit in den Griff.

    Diesen Sommer machten wir eine Gesundenuntersuchung mit Ultraschall und großem Blutbild wo auch alles passte. Wir hatten regelmäßige Termine bei einer Hundemasseurin als sie noch aktiv im Sport war. Vor 1 Monat habe ich sie aus dem Sport rausgenommen da sie leider in regelmäßigen Abständen wieder hinten lahm ging, nach der Akupunktur war es wieder weg - die Chiropraktikerin meinte, dass wir keinen Leistungssport mehr betreiben sollen und es wird vermutet dass sie sich ständig einen Nerv klemmt oder es im schlimmeren Fall eine beginnende Arthrose in den Zehen ist.
    Mit normaler Beschäftigung.. Spaziergänge, Clickern/Longieren ist sie momentan völlig beschwerdefrei soweit wir das beurteilen können. Sie sprüht aber vor Energie und ist manchmal kaum zu bremsen.

    Ich habe das Gefühl seit wir leider keinen Zugsport mehr betreiben dürfen hat sich ihre Territorialaggression verstärkt, beim Ziehen konnte sie ihre ganze Energie herauslassen und musste viel Verantwortung übernehmen, da war es für uns gar kein Thema an anderen Hunden oder Gespannen vorbeizufahren, sie nahm das sehr ernst und ignorierte Umwelteinflüsse und andere Hunde/Personen völlig. Jetzt kann ich nicht mal entspannt an anderen Hunden mit ihr an der Leine vorbeispazieren ohne dass sie fixiert oder sogar zu knurren und bellen beginnt. Das ist jetzt komplettes Neuland für mich. Habe schon mit "Schau" ihre Aufmerksamkeit auf mich gelenkt, das funktioniert auch kurz bis der Hund auf unserer Höhe ist. Ich muss wohl noch sagen, das betrifft nicht alle Hunde... welche die sie nicht ansehen und wo genug Platz beim Vorbeigehen ist da verhält sie sich völlig normal, nur bei Hunden die in ihre Richtung ziehen oder ganz schlimm bei solchen die frei laufen und herkommen wollen. Sie wurde vor 1,5 Jahren schlimm gebissen, da hat sich ein Herdenschutzhund von der Leine gerissen und ist an meine angeleinten Hunde gegangen, richtig heftig gebissen... aber das Problem haben wir erst seit einem halben Jahr ca..

    Danke ja das werde ich so machen, sie darf den Besuch begrüßen und dann muss sie sich Platz legen bzw. wird auf Ihren Platz geschickt, ich denke ich muss ihr klarere Linien vorgeben , da haben Sie Recht.

    Sie ist generell ein starker Kontrollfreak, sie hütet auch unsere Katze wenn die im Haus ist und sich bewegt. Sie ist da zwar ansprechbar und legt sich ins Platz wenn ich es ihr sage, ist aber alles andere als entspannt, nur wenn auch die Katze schläft legt sie sich meist zu ihr dazu und schläft auch. Auch wenn mein Mann und z.B. miteinander tanzen wird sie unruhig und bellt uns an, ich schicke sie dann auf ihren Platz, da geht sie auch, aber man muss energisch sein dabei. Ihr fällt es aber sichtlich schwer uns zu ignorieren. Wenn in unserer Familie mal jemand diskutiert dann kommt sie auch sofort und beschwichtigt denjenigen, kommt kuscheln und verteilt Küsschen, das macht sie ganz nervös.

    Das mit den Kindern fing an als sie so 2 Jahre war, da spielten zwei bekannte Kinder ganz wild und liefen schreiend an uns vorbei, mein Hund war an der Leine und sprang plötzlich nach vor als die Kinder vorbeiliefen und versuchte in die Fersen zu schnappen. Damals war es dann am Schlimmsten, sie bellte schon von weitem wenn die Kinder ankamen von denen sie wusste, dass die wild herumlaufen - das haben wir jetzt mal gut im Griff, sie hat dieses Verhalten nur noch gezeigt wenn das Kind zu mir oder ihr hinlief, da trug sie aber einen Maulkorb.

    Wir haben noch eine 2. Hündin mit 4 Jahren, ein Nova Scotia Duck Tolling Retriever, mit ihr haben wir keines der Probleme. Meine Aussiehündin hat auch ganz tolle Seiten klar doch, aber bei manchen Dingen komme ich gerade nicht weiter.

    So das ist jetzt noch länger geworden.

    Vielen Dank für die Hilfe!

    Liebe Grüße

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 16.11.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Morgen,

    Ihre Chiropraktikerin hat ja bereits die Vermutung geäußert, dass Ihre Hündin sich öfter mal den Nerv einklemmt oder eben eine beginnende Arthrose hat. Dies bestärkt ja meinen Verdacht, dass ihr einige Bewegungen weh tun, vielleicht aber auch wehgetan haben und sie deswegen ein Schmerzgedächtnis aufgebaut hat. Das kennen Sie sicherlich auch. Wenn Ihnen eine bestimmte Bewegung öfter wehgetan hat, dann zögern Sie beim nächsten Mal aus Angst vor dem Schmerz. Unseren Hunden geht es da nicht anders. Sprechen Sie mit Ihrer Chiropraktikerin oder besser noch mit Ihrer Physiotherapeutin, welche vorsorgenden Maßnahmen Sie ergreifen können, um eine Schmerzfreiheit zu gewährleisten.

    Wenn das Schau doch schon klappt, bis der Hund auf gleicher Höhe ist, dann variieren Sie etwas. Lassen Sie Ihre Hündin den anderen Hund immer wieder anschauen, wenn Sie auf ihn zugehen. Verlangen Sie nach kurzem Hinschauen auch wieder ein Blickabwenden und ein "Schau" zu Ihnen. Damit erreichen Sie, dass Ihre Hündin die Situation noch kontrollieren kann, sich damit auseinandersetzen kann und trotzdem nicht in die Ausnahmesituation abdriftet. Sollte Ihre Hündin Probleme haben mit dem Schau, weil ihr diese Bewegung vielleicht nicht gut tut (hat sie hinten oder vorne gelahmt?) können Sie stattdessen auch einen "Handtouch" verlangen. Wichtig ist nur, dass der Blick abgewendet wird. Kurz bevor der Hund auf gleicher Höhe ist, setzen Sie Ihre Hündin ab, stellen sich davor und beginnen das 10-Leckerchen-Spiel. Den Aufbau hänge ich Ihnen noch unten an.

    Sie schreiben, dass das Verhalten erst zu Tage getreten ist, nachdem Sie Ihre Hündin aus dem Leistungssport genommen haben. Welche Alternative bieten Sie ihr denn stattdessen? Wie wäre es denn mit Mantrailing? Das ist für die Hunde auch sehr auslastend.

    Dass Ihre Hündin es nicht mag, wenn Sie und Ihr Mann tanzen, ist nicht ungewöhnlich. Diese Bewegungen sind für Hunde meistens nicht "normal" und sie können sie nicht einordnen. Deswegen würde ich diese Situation öfter mal provozieren, jedoch immer gute Laune dabei haben. Schimpfen Sie dabei nicht mit Ihrer Hündin, sondern belohnen Sie sie für adäquates Verhalten. Sie können gewünschtes Verhalten auch hervorrufen, indem Sie zum Beispiel dabei Leckerlis auf den Boden werfen. Sie können auch mit langsamen Bewegungen anfangen und das ruhige Zuschauen mit Clicker bestätigen und anschließend den Jackpot geben.

    Gerade für Hütehunde ist "Chaos" und sich wild durcheinanderbewegende Lebewesen ein Problem, denn eigentlich sollen sie ja die Schafe in einer ruhigen Gruppe führen. :)

    Für das Thema mit den Kindern würde ich Ihnen folgendes vorschlagen. Trainieren Sie in der Nähe von Kinderspielplätzen oder Kindergärten oder Schulen. Beginnen Sie in einer Distanz, in der Ihre Hündin noch gut ansprechbar ist. Dann machen Sie tolle Dinge mit Ihrer Hündin, z.B. Suchspiele, Elemente aus dem Dogdance oder Apportierspiele. Je angenehmer die Tätigkeit ist, desto eher kann das positiv mit den Kindern verbunden werden.

    Im zweiten Schritt würde ich erst bekannte, ruhige Kinder bitten, Ihrer Hündin ein Leckerli zu geben. Dies ist ja auch mit Maulkorb möglich. Sobald Ihre Hündin eher Freude beim Anblick der Kinder zeigt, können die Bewegungen etwas dynamischer werden. Vermeiden würde ich aber in jedem Fall, dass die Kinder auf Ihre Hündin zulaufen. Aber das Vorbeilaufen in einiger Entfernung sollte am Ende des Trainings möglich sein.

    Mit dem 10-Leckerchen-Spiel lernt der Hund in den unterschiedlichsten Situationen gelassener auf Umweltreize zu reagieren.

    Wie funktioniert’s?
    Sie brauchen eine Schüssel oder einen Beutel mit Leckerchen und einen Clicker. Sie setzen oder stellen sich hin und zeigen Ihrem Hund die Leckerchen (die sollten natürlich auch tatsächlich lecker sein). Dann fangen Sie ganz langsam an zu zählen: „Eins“ und nachdem Sie das ausgesprochen haben, greifen Sie langsam mit einer Hand in den Leckerchenbeutel, nehmen ein Leckerchen raus und legen es demonstrativ in die andere Hand. Jetzt zählen Sie „Zwei“, greifen wieder in den Leckerchenbeutel und legen das zweite Leckerchen in die Hand, dann zählst Sie „Drei“ usw. Achten Sie auf die Reihenfolge: zuerst wird die Zahl genannt, dann wird in den Leckerchenbeutel gegriffen.

    Fressorgie
    Hat der Hund ruhig abgewartet, bis bis Zehn gezählt wurde, dann hat er sich die Leckerchen wirklich verdient. Sie clickern oder loben und werfen das erste Leckerchen auf den Boden. Der Hund wendet sich von Ihnen ab, um das Leckerchen zu holen. Sie warten, dass er anschließend wieder Blickkontakt zu Ihnen aufnimmt, clickern und werfen das nächste Leckerchen. Das setzen Sie solange fort, bis alle zehn Leckerchen verfüttert sind. Die Dauer der Leckerchengabe sollte so lange sein, wie das Anzählen.

    Schade – so nicht
    Fängt der Hund an zu bellen, zu winseln oder hochzuspringen oder bedrängt Sie sonst irgendwie, sagen Sie „Schade“ und legen die Leckerchen wieder zurück in den Beutel. Danach warten Sie etwa 10 Sekunden, dann beginnt das Spiel wieder von vorne.
    Den Hund bei der Stange halten

    Die wenigsten Hund werden anfangs tatsächlich bis Zehn ruhig warten können. Wenn nun jedes Mal die Leckerchen wieder zurück in den Beutel wandern, verliert der Hund sehr schnell die Lust am Spiel Achten Sie deshalb darauf, bei welcher Zahl es Ihr Hund nicht mehr aushalten konnte. Hat er z.B. kurz vor der Zahl Vier angefangen, ungeduldig zu werden, dann zählen Sie beim nächsten Mal nur bis Drei und verteilen dann die Leckerchen. So merkt Ihr Hund, dass es sich lohnt, ruhig abzuwarten. Auch in den nächsten Durchgängen zählen Sie erst einmal nur bis Drei, so dass Ihr Hund immer die Leckerchen bekommt. Dann kann die Anforderung langsam wieder gesteigert werden.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de

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