Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Wie Erwartungshaltung des Hundes an einen bestimmten MensWas möchten Sie fragen?

  
angelika-wolfrum schrieb am 09.05.2013   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Machen Sie Angaben zu Ihrem Hund:
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Rasse: Peking-Palast-Hund
Geschlecht: männlich
Alter: 2
kastriert: nein

Liebe Frau Ellen Meyer,
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vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich lehne lediglich Hundeerziehung mit Gewalt und Einschüchterung ab, wie sie dieser Hundetrainer favorisierte. Natürlich muss man als Halter eine Art Führungsrolle ausüben und die Spielregeln festlegen. Aber man kann auch mit positiver Bestärkung arbeiten. Wie gesagt, mein Hund beherrscht sehr viele Kommandos und hört aufs Wort. Für einen Pekingesen (er ist mein dritter) ist er schon ein Streber. Dass er eine sehr enge Bindung zu mir hat, erkenne ich u.a. daran, dass er immerzu Blickkontakt zu mir sucht. Egal ob wir Suchspiele machen oder ob er beim Gassi gehen frei laufen und toben darf. Da entfernt er sich nicht weit von mir, bleibt immer wieder stehen, dreht sich um, schaut ob ich komme oder ein Kommando für ihn habe. Er sucht in ungewohnten Situationen, die ihn überfordern, auch Schutz bei mir. Pablo war ein super ängstlicher Hund als ich ihn bekommen habe, der bei dem kleinsten Geräusch panikartig die Flucht ergriffen hat. Er ist auch vor jeglichen Menschen, insbesondere Männern, in Panik verfallen. Konnte er weg rennen, rannte er weg. Konnte er nicht fliehen, hat er sich auf den Boden gekauert. Aber das haben wir alles mit viel Übung, Liebe, Geduld und Konsequenz in den Griff bekommen. In seinem Revier ist Pablo längst ein selbstbewußter, kleiner Kerl geworden. Nur wenn wir unterwegs sind und zu viele Männer auf uns zukommen, muss ich ihn noch unterstützen und ich schützend zwischen ihm und den Menschen laufen. Aber auch das wird immerzu besser.
Um meinen Hund von etwas abzuhalten, was er nicht soll, genügt ein "scht" und die Zuweisung eines Platzes oder - in der etwas stärkeren Massregelung - ein ganz leichtes Zupfen an der Leine oder auch ein Anstubsen mit dem Finger. Pablo ist ein sensibler Hund, bei ihm genügt das.
Und nochmal zurück zu den problembehafteten Verhalten, wenn es um meinen Vater geht. Wenn ich meinen Vater rechtzeitig höre, schicke ich Pablo auf seine Decke und ins Platz, bevor mein Vater ins Zimmer kommt. Dann ist alles gut. Aber meist bekomme ich das zu spät mit und Pablo schießt schon vor. Das ist ein kleines Zimmer. Bis ich "scht" sagen kann, hat er meinen Vater schon in den Schuh gebissen. Freilich kann ich ihn dann sofort wieder auf die Decke schicken und Pablo macht das auch umgehend. Kommt jemand anders in das Zimmer, passiert auch nichts. Dann bleibt Pablo friedlich liegen. Ich vermute Pablos Aggression kommt vom Verhalten meines Vaters. Pablo wollte ihm schon immer aus dem Weg gehen als er klein war und hat sämtliche Beschwichtigungssignale aus dem hündischen Kommunikationsreportoir angewandt. Kopf weg drehen, weg schauen, über die Lippen lecken, am Boden schniefeln. Aber mein Vater ist halt ein alter Mann, er ist laut, gestikuliert viel, er ist hektisch, beugt sich über den Hund, starrt den Hund lächelnd an (und zeigt Zähne, weil der Hund ja so süß ist) obwohl ich ihm schon 1000 mal gesagt habe, das soll er nicht machen. Meinem alten Herrn bringe ich nichts mehr bei, deshalb muss ich bei Pablo ansetzen. Und deshalb fragte ich, wie ich die Erwartungshaltung von Pablo gegenüber meinem Vater ändern kann.

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 11.05.2013
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Frau Wolfrum,
    da haben Sie vollkommen Recht. Gewalt und Einschüchterung haben in der Hundeerziehung nichts zu suchen.
    Nun zu Ihrem Problem: Offensichtlich fühlt sich Ihr Pablo von Ihrem Vater bedroht und meint, er muss sich gegen ihn verteidigen. Es wird sehr schwer sein, ohne die Mitarbeit Ihres Vaters etwas dagegen zu tun. Aus Sicht des Hundes wird er nunmal bedroht, Sie reagieren nicht (weil alles so schnell geht), also muss Pablo reagieren. Sie schreiben, er lässt sich sofort auf seine Decke schicken und bleibt auch da. Haben Sie schonmal versucht, ihn, wenn er aufhört, sofort zu belohnen? Oder ist es möglich, dass Ihr Vater sich bemerkbar macht, bevor er das Zimmer betritt und Sie dann vorab reagieren können?
    Liebe Grüße
    Ellen Mayer

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