Was tun, wenn Hund bei mir Schutz sucht? / Vergesellschaftung

  
ulrike drewes schrieb am 12.04.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,
Ich habe einen einjährigen intakten Rüden (ca. 6 kg, also eher klein). Mein Hund kommt soweit mit allen Hunden gut zurecht und fängt nie Streit an (es kam noch nie zu einer Auseinandersetzung mit irgendeinem anderen Hund, obwohl wir recht oft welche treffen). Wenn einer ruppig wird oder unfreundlich, kommt er zu mir oder geht weg, je nach Situation.
Mein Freund hat einen Foxterrier Mix 12 Jahre, 8 kg, kastriert, allerdings scheint ein Hoden im Bauch verblieben zu sein, spanischer Tierschutzhund). Dieser Hund kommt mit den meisten Hunden nicht gut zurecht, ganz selten, dass mal ein Spiel zustande kommt. Er kennt es aber mit großen Hunden zusammenzuleben. Wenn wir bei einem von uns zuhause sind, oder der Hund meines Freundes sich irgendwo zuhause fühlt, knurrt er meinen Hund bei jeder Gelegenheit an oder zeigt ihm die Zähne oder schnappt ihn ab. Auch, wenn meiner ihn eigentlich gerade gar nicht beachtet. Meiner beschwichtigt dann immer, ist aber viel unruhiger in Gegenwart des anderen. Legt sich z.B. weniger hin. Von allein geht mein Hund nie auf den meines Freundes zu. Der Hund meines Freundes verteidigt auch alle Ressourcen, wie Futter (auch seinen leeren Napf und auch gegen Menschen), Spielzeug (nicht gegen Menschen) durch knurren.


Wir sind jetzt zusammengezogen und der Hund meines Freundes ist noch bei einer Bekannten, weil er mit Umzügen inkl. dem ganzen Einpacken nicht gut zurecht kommt, er wird aber bald auch einziehen. Wie sollten wir uns zu den beiden Hunden verhalten, damit sie irgendwann entspannt zusammen leben können? Wenn wir mit beiden spazieren gehen, ist der Hund meines Freundes quasi immer an der Flexileine, weil er jagt. Meiner kann frei laufen. Manchmal stürmt der Hund meines Freundes auf meinen zu und will ihn glaube ich jagen. Meiner setzt sich dann schnell zwischen meine Beine. Nach vielen Diskussionen hält mein Freund ihn nun auch fest in dieser Situation.
Mein Freund meint, seiner wolle nur spielen und ich sollte Poldi (mein Hund) nicht immer beschützen, er müsste lernen, Situationen selbst zu regeln. Wenn Poldi Schutz bei mir sucht, schicke ich den anderen Hund (egal welcher) weg und die Situation ist dann auch beendet. Wenn er aber Schutz vor dem Hund meines Freundes sucht, klappt das nicht immer so schnell. Der ist da recht aufdringlich und hat auch schon einmal nach mir geschnappt und dabei ein Loch in meinen Handschuh gemacht (Ich habe keine Angst vor ihm). Wenn ich also den Hund meines Freundes wegschicken muss, dann zeigt Poldi zwischen meinen Füßen auch die Zähne und geht schon etwas mit nach vorn. Wenn ich nichts mache, weil der Hund meines Freundes an der Leine ist, aber noch ziemlich dicht vor uns, dann zeigt Poldi auch Zähne. Ich gehe dann ein paar Schritt mit ihm weg, um die Distanz zu vergrößern.
Verhalte ich mich richtig? Es kommt auch schon mal vor, dass meiner aus sicherer Entfernung um den Hund meines Freundes herumrennt und eine Spielaufforderung (oder jedenfalls einen abgesenkten Vorderköper) zeigt. Der Hund meines Freundes stürmt dann wieder auf ihn zu und Poldi sucht gleich Schutz. Ich glaube eigentlich nicht, dass das von einer Seite wirklich Spiel ist, oder?

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 19.04.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Ulrike,
    wenn Poldi Schutz bei Ihnen sucht sollten Sie ihn auch beschützen. Tun Sie das nicht, verlieren Sie sein Vertrauen und bekommen echte Probleme.
    Dass Hunde etwas unter sich regeln sollen ist ein Märchen. Die Menschen sollten "Rudelführer" sein und für den Frieden im Rudel sorgen. Der Hund Ihres Freundes schein einfach nicht erzogen zu sein und kennt auch keine Grenzen. Diese Aufzuzeigen wäre Aufgabe Ihres Freundes.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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