Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

mein Hund beschützt mich

  Baden-Württemberg
hagysline schrieb am 04.12.2015   Baden-Württemberg
Angaben zum Hund: Jack Russel Parson, männlich, kastriert, Alter über 5 Jahre

Mit wenigen Monaten wurde mein Hund von einem Schäferhund gebissen! Über die Jahre hinweg wird seine Angst/Schutz mir gegenüber immer grösser! An der Leine lässt er keinen anderen Hund mehr in die Nähe! Hilfe!!!

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Antworten(1)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 04.12.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, mit großer Sicherheit hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Aber ihr Hund hat es für sich als lohnenswertes Verhalten entdeckt. Sie beschäftigen sich mit ihm - auch wenn sie ihn möglicherweise dafür rügen (Nein, lass das etc.) . Aber er hat ihre Aufmerksamkeit.
    Es ist (auch wenn man es gerne so sieht) kein Schutzverhalten, sondern ein Verhalten um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen.
    Agieren sie bei Hundebegegnungen und reagieren sie bitte nicht erst, wenn ihr Hund aktiv geworden ist. Ihr Hund muß lernen, dass andere Hunde trotzdem da sein dürfen, auch wenn es ihm nicht passt. Weil SIE es so wollen.
    Üben sie die Begegnung mit anderen Hunden. Wenn sie nun andere Hunde treffen, versuchen sie ihren Hund mit einem Spiel/besonders gutem Leckerli abzulenken.
    Belohnen sie den Hund nur, wenn er leise ist. Dies kann Leckerchen/Spiel oder einfach nur viele Streicheleinheiten sein, je nachdem was ihm am besten gefällt.
    Bellt er, hat er Pech und sie erhöhen beim nächsten Treffen die Distanz zum anderen Hund. Bleibt er leise und orientiert sich an ihnen, können sie schrittwiese die Distanz verringern.
    Für ihren Hund soll es ein Ritual werden. Er soll lernen: andere Hunde sind okay, ich brauche nicht zu bellen, sondern bekomme immer etwas tolles, wenn ich sie ignoriere und statt dessen Frauchen anschaue.
    Nehmen sie sich viel Zeit und überfordern sie ihn nicht. Übernehmen sie bitte mehr die Führung. Damit sind sie der souveräne Rudelführer auf den er sich verlassen kann. Dann kann und wird sich ihr Hund auch bei Hundebegegnungen entspannen.
    Ich würde ihnen weiterhin empfehlen sich an eine Hundeschule zu wenden, wo ihr Hund wieder lernt, dass andere Hunde keine Bedrohung für ihn sind.
    Anfangs werden sie mit ihm kein großartiges Training machen können, er soll nur lernen, dass auf eine bestimmte Distanz Hunde okay sind. Diese Distanz wird nach und nach verkürzt, dann darf er mit einem, zwei, drei Hunden gemeinsam trainieren, später in einer kleinen Gruppe, irgendwann wechseln auch die Hunde.
    Er soll und muß nicht mit anderen Hunden spielen. Sozialpartner für ihren Hund sind sie. Er soll aber lernen, dass er ihnen vertrauen kann und andere Hunde auch wieder ihren Weg kreuzen dürfen. Das ist meines Erachtens das Wichtigste Trainingsziel - der Hund muß Vertrauen in ihre Führungsqualitäten aufbauen.
    Es wird ein langer Weg, der von ihnen viel Geduld erfordert und vor allem ein einfühlsames Training, welches den Hund nicht überfordert.
    Aber sie können das Problem lösen.
    Adressen für Hundetrainer finden sie z.B. auf den Seiten des BHV unter http://www.bhv-net.de/

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick

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