Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Leinendollheit bei Hundebegegnung

Paula86 schrieb am 08.05.2015
Angaben zum Hund: Jack Russel Parson, weiblich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Meine Paula ist eigentlich nicht Aggressiv. ..
Nur haben wir beim Spazieren gehen einen Hunde Kontakt das sich unsere Wege Kreuzen und ich habe sie an der Leine Zickt sie Bellen den anderen Hund an und zerrt auch in dessen Richtung. Sind wir dran vorbei wird sich geschüttelt und alles ist wieder gut.
Ohne Leine kann sie jeden Sozialen Hund egal wie groß egal welche Rasse normal Hallo sagen.
Spielen ? Ja Oder Nein ? Und es gibt überhaupt keinen Stress.
Nur habe oder nehme ich sie dann an die Leine Spinnt sie so rum und wiegt gar nicht mehr wie sonst so Süss und Freundlich.

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 10.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, das ist leider oft so. Leider kann sich das Verhalten auch noch auf Begegnungen ohne Leine ausdehnen. Oftmals wird das Verhalten aus Unsicherheit gezeigt. Dafür würde auch das nachträgliche Schütteln sprechen, das sprichwörtlich "Stress abschütteln". An der Leine können Hunde oft nicht so kommunizieren, wie sie es gerne möchten. Schon alleine, weil Ihnen die Fluchtmöglichkeit fehlt.
    Zur Zeit haben wir in unserer Hundeschule große Erfolge mit einer neuen Strategie. Wir bringen den Hunden bei, den Blick wieder abwenden zu können. Wir beginnen in einer Entfernung, in der die Hunde bereits den anderen Hund ansehen, aber noch ansprechbar sind. Dann loben wir die Hunde für "den Blick" und belohnen sie bei uns. Um das Leckerchen zu bekommen, müssen die Hunde den Blick wieder abwenden. Wir verlangen kein "Guck", sondern loben den Hund mit einem "Markerwort z.B. Click" und belohnen bei uns. Da wir hinter dem Hund stehen, muss er den Kopf abwenden um das Leckerchen abzuholen. Dadurch trainieren wir zusätzlich das Muskelgedächtnis. Dann lassen wir wieder den anderen Hund ansehen und loben wieder und belohnen wieder bei uns. Der Hund lernt nun, sich mit dem anderen Hund auseinander zusetzen und er lernt, dass man schauen kann und wegschauen kann. Hat er dieses System begriffen, geben wir das Markerwort nur noch für das selbständige Wegsehen. Dann kann an der Entfernung gearbeitet werden. Die Distanz richtet sich danach, wie lange der Hund noch ansprechbar ist. Das ideale Training ist, wenn wir die Situationen so gestalten, dass der Hund diese gerade noch bewältigen kann.
    Selbstverständlich geben wir den Hunden auch Gelegenheit, sich artgerecht auszuarbeiten und wir trainieren sehr viel Impulskontrolle. In der Gesamtheit muss ich aber sagen, dass alle Hunde in den letzten Wochen durch diese neue Taktik sehr große Fortschritte gemacht haben. Teilweise ertragen sie es jetzt schon, selbst verbellt zu werden und können trotzdem noch den Blick abwenden. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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