Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Hundebegegnungen an der Leine

  Bayern
Kvinna schrieb am 15.05.2017   Bayern
Angaben zum Hund: Ridgeback Dt. Dogge, männlich, nicht kastriert, Alter 1-3 Jahre

Benji läuft super an der Leine neben uns. Aber sobald er andere Hunde sieht, fängt er an sie zu fixieren und schleckt sich die Schnauze, einfach umdrehen ist gar nicht so einfach, da er sich nur schwer von ablenken lässt und weiter gucken will. Wenn wir an einem Hund vorbei laufen, nehmen wir ihn schon extra auf die andere Seite, also weg vom Hund,sodass wir dazwischen sind. Die Leine lassen wir locker, aber trotzdem pöbelt er dann einmal und springt kurz Richtung Hund, aber zieht nicht wirklich. Da er aber groß ist, haben viele angst. Wenn er ohne Leine ist, muss er auch immer erst pöbelnd zum Hund rennen und dann ist alles gut. Wenn er angepöbelt wird ist er ruhig, ist dann eher der schisser. Wir wollen ihm Sicherheit geben, haben aber das Gefühl dass er sie nicht annehmen will. Wir lenken ihn nun immer mit leckerlie ab, was auch manchmal gut funktioniert. Aber sobald er das weg hat, dreht er sich sofort um zum Hund.
Was können wir tun, damit ihm andere Hunde egal sind? Ich bin sehr viel spazieren, auf Feldern, treffe mich viel mit einer Freundin, wo er einen anderen Hund zum Spielen hat. Ich habe welpenspielgruppe, hundeschule alles gemacht.

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Antworten(2)

  • Marina Krieg
    Marina Krieg (Hundetrainer)
    schrieb am 01.06.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    die Managementmaßnahmen, die Sie bisher anwenden, sind schonmal richtig. Versuchen Sie Bögen um andere Hunde zu gehen, auszuweichen etc.
    Auch das Ablenken mit Leckerlis ist eine gute Managementmaßnahme, wenn die Situation eng wird bzw. es nicht mehr abzuwenden ist. Dafür eignen sich z.B. Leberwursttuben oder ein Schleckerchen (http://www.schleckerchen.com/) sehr gut.
    Aber dies ist eben nur Management, parallel dazu muss ein Training stattfinden.

    Suchen Sie gezielt eine Situation, in der Sie einen kontrollierten Auslöser haben (z.B. befreundete Hundebesitzer, auf deren Hund Ihrer so reagiert).
    Jetzt beginnen Sie das Training in einer Distanz, in der Ihr Hund den Auslöser zwar wahrnimmt, aber noch kein schlechtes Verhalten zeigt.
    Für das ruhige Anschauen des Auslösers belohnen Sie Ihren Hund, sagen Sie Ihr Lobwort oder nutzen den Clicker, belohnen Ihren Hund (bspw. mit Futter) und gehen Sie als zusätzliche Belohnung wieder vom Auslöser weg.
    Diese Vergrößerung der Distanz ist für ihn dann die größte Belohnung.
    Eine andere Möglichkeit wäre noch, dass sich der Auslöser entfernt.
    Klappt es in dieser Distanz gut, können Sie die Distanz schrittweise verkleinern.

    Da bei diesem Training die Körpersprache des Hundes sowie das Timing von entscheidender Bedeutung ist, rate ich Ihnen, einen Experten hinzuzuziehen. Qualifizierte Trainer in Ihrer Nähe finden Sie unter https://trainieren-statt-dominieren.de/trainer-umkreissuche .

    Viele Grüße
    Marina von den Ostseepfoten
    www.ostseepfoten.com

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 01.06.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    Zurzeit haben wir in unserer Hundeschule große Erfolge mit einer neuen Strategie. Wir bringen den Hunden bei, den Blick wieder abwenden zu können. Zuerst bringen wir unseren Hunden ein Markerwort bei. Ein Markerwort ist ein Wort, das in unserem Sprachgebrauch nicht häufig vorkommt, z.B. "Click". Das Markerwort trainieren wir wie einen Clicker auf. Dazu nehmen wir uns eine Schüssel mit Leckerlis und sprechen unser Markerwort aus und geben innerhalb einer Sekunde das Leckerli. Nach ca. 30 Wiederholungen müsste der Hund das Wort mit dem Leckerli verbunden haben. Ob dies der Fall ist können Sie einfach überprüfen. Sagen Sie Ihr Markerwort einmal wenn Ihr Hund nicht aufmerksam ist, aber auch nicht unbedingt wahnsinnig abgelenkt ist. Wendet er den Kopf und "fragt" nach dem Leckerli hat er das Wort richtig verknüpft.
    Dann beginnt das eigentliche Training. Wir beginnen in einer Entfernung, in der die Hunde bereits den anderen Hund ansehen, aber noch ansprechbar sind. Dann loben wir die Hunde für "den Blick" und belohnen sie bei uns. Um das Leckerchen zu bekommen, müssen die Hunde den Blick wieder von dem anderen Hund abwenden. Wir verlangen kein "Guck", sondern loben den Hund mit dem zuvor beschriebenen "Markerwort z.B. Click" und belohnen bei uns. Da wir hinter dem Hund stehen, muss er den Kopf abwenden, um das Leckerchen abzuholen. Dadurch trainieren wir zusätzlich das Muskelgedächtnis. Dann lassen wir wieder den anderen Hund ansehen und loben wieder und belohnen wieder bei uns. Der Hund lernt nun, sich mit dem anderen Hund auseinanderzusetzen und er lernt, dass man schauen kann und wegschauen kann. Hat er dieses System begriffen, geben wir das Markerwort nur noch für das selbständige Wegsehen. Dann kann an der Entfernung gearbeitet werden. Die Distanz richtet sich danach, wie lange der Hund noch ansprechbar ist. Das ideale Training ist, wenn wir die Situationen so gestalten, dass der Hund diese gerade noch bewältigen kann.

    Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    Hundeschule wolf-inside

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