Hund bellt wenn er andere Hunde sieht und tickt aus

Aggressivität ❯ Gegenüber anderen Hunden
Nicole M. schrieb am 12.11.2023
Hallo unsere 5 jährige Mischlingshündin Malaika (aus dem Tierheim) tickt jedes mal aus wenn sie andere Hunde sieht. Bellt und zieht wie verrückt an der Leine und stellt ihre Nackenhaare auf. Würde man sie von der Leine lassen würde sie direkt zu dem Hund rennen. In der Hundeschule funktioniert es super mit den anderen Hunden. Das liegt wahrscheinlich daran dass sie sobald sie den Hund kennt kein Problem mit ihm hat.
Ich schau auch immer beim Gassi gehn das wir den anderen Hunden aus dem Weg gehen. Aber sobald sie nur einen Hund riecht aber nicht sieht tickt sie auch aus und rennt wie irre umher. Ich bleib ruhig und versuch sie zu beruhigen aber nichts hilft. Keine Leckerlis und kein Spielzeug.
Die ignoriert alles und jeden.
Ich geh dann in die andere Richtung um aus der Situation raus zu kommen aber das interessiert sie auch nicht. Erst wenn sie den anderen Hund nicht mehr sieht beruhigt sie sich irgendwann.
Sogar im Auto wenn sie andere Hunde sieht eskaliert sie total. Hört sich immer nach einem ziemlich aggressiven bellen an.
Und da sie ein sehr ausgeprägten Jagdinstinkt können wir sie nicht von der Leine lassen da die Straßen zu nahe sind. Und würde auch anderen Hunden hinterher rennen.
Es ist ziemlich zum verzweifeln.
Würde mich über eine Antwort freuen.

Liebe Grüße Nicole
1 Antwort
Guten Tag,
ich habe Ihre Frage schon öfter durchgelesen, sie ist sehr schwer zu beantworten, weil Sie alles richtig machen.
Schauen Sie mal, ob Sie von diesem Text etwas gebrauchen können:
Bitte versuchen Sie folgendes:
Ab sofort führen Sie noch konsequenter: Der Hund geht an der kurzen Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis ABGEWANDTEN Seite.
Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen, von uns wegzukommen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit. Hunde brauchen Regeln und Rituale, die Sie festlegen und durchsetzen. Dann fühlt sich ein Hund gut, weil er weiß, dass er sich auf uns verlassen kann. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
Um Ereignisse (Menschen und Dinge) gehen Sie Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den BLICKKONTAKT heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht/Unsicherheit ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
Viele Grüße
Inge Büttner-Vogt
www.hundimedia.de
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