Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Futterneidischer Zweithund

  Thüringen
susijena schrieb am 21.06.2017   Thüringen
Angaben zum Hund: Mischling = Franz.Bulldogge/Rehpinscher -weibl.(Mila)+Mopsrüde (Willi), weiblich, nicht kastriert, Alter 1-3 Jahre

Sehr geehrte Damen und Herren,
im März 2016 habe ich einen Mopsrüden (Willi) als Welpen erworben. Erziehung problemlos, sehr liebes, verspieltes Tier, unkastriert. Kein Futterneid, kommt mit allen Hunden super zurecht. Würde auch Einbrecher ins Haus lassen und sein Freßchen teilen...

Vor 2 Wochen übernahm ich den Franz.Bulldoggen-Mischling (weiblich), geb. 30.4.2016. Bisher 1 x läufig im Januar 2017. Diese Hundedame (Mila) gehörte meinem Gartennachbarn (bereits ihr 2. Besitzer). Da er sich nicht ausreichend um sie kümmern konnte, musste ich sie schließlich aus dem Tierheim abholen. Nun hat sie bei mir dauerhaft ein Zuhause, und das soll auch so bleiben.
Beide Hunde lieben und kennen sich seit Februar 2017 - sie spielen, lecken, kampeln.

Nun mein Problem:
Mila ist futterneidisch. Sobald sie ihr Futter vor der Nase hat (jeder hat seinen eigenen Napf), geht sie an Willis Napf und will daraus fressen. Jetzt setze ich mich immer dazwischen und schiebe ihr Köpfchen beiseite, damit es keinen Kampf gibt. Mila knurrt Willi an und will ihn wegbeißen. Zur Zeit füttere ich beide mit der Hand oder sitze genau zwischen beiden.
Genau so verhält es sich mit dem Spielzeug. Alles, was rumliegt, "gehört ihr", denkt sie. Willi darf gar nichts mehr zum Spielen haben, da kommt sie gleich und er zieht sich mit eingezogenem Schwanz ängstlich zurück. Ich maßregel sie sofort, indem ich mit ihr schimpfe und laut "nein, pfui" rufe. Sie hört super auf den Menschen. Aber wehe, ich habe ihr den Rücken zugedreht... Da versucht sie wieder, Willi alles wegzunehmen.
Spielzeug habe ich jetzt erstmal verbannt. Aber es geht doch nicht, dass Willi nicht mehr spielen darf in ihrer Gegenwart...? Er ist schon sehr eingeschüchtert.
Beide schlafen mit in unserem Bett - da gibts überhaupt keine Probleme. Nur beim Futter und den Spielsachen dreht Mila völlig durch. Ich kann ihr allerdings ins Maul fassen und ihr alles wegnehmen, ohne dass sie auch nur knurrt. Sie denkt, sie ist jetzt der Chef unter den beiden Hunden. Kann sie ja auch, nur soll mein Willi (der Ersthund) keinesfalls darunter leiden.

Wie kann ich - evtl. mit Übungen - diese Situation entschärfen. Ich bin berufstätig und beide Hunde sind seit Anfang der Woche in einem eingezäunten Bereich im Garten zusammen. Die Woche zuvor hatte ich sie noch getrennt, sicherheitshalber. Sie haben dort ihre Sonnenliege und -schirm, ein Badebecken, eine Hundehütte und können auch jederzeit durch die Hundeklappe ins Haus gehen. Bis jetzt gab es noch keine größeren Probleme. Aber ich würde den beiden gern auch tagsüber ein bißchen Trockenfutter hinstellen. Kann ich zwar machen, nur kriegt Willi davon nichts ab.

Diese Situation ist sehr frustrierend für mich. Auch mein Mann macht mich diesbezüglich fertig mit seinen unqualifizierten Kommentaren. Erst seit gestern empfinde ich es so extrem mit Milas Verhalten und möchte gleich entgegensteuern. Vielleicht ist es mir vorher auch nicht aufgefallen? Ich habe Angst, dass es noch schlimmer wird! Einen nochmaligen Halterwechsel will ich ihr keinesfalls zumuten.
Einen Kastrationstermin für Mila habe ich Ende Juli 2017 in der Tierklinik. Vielleicht entspannt sie sich nach der OP?

Können Sie mir einen hilfreichen Tipp geben. Das wäre sehr schön!!!

Mit den besten Grüßen
Susanne Langen-Fritz (Handy 0157-58229316) mit Mila und Willi

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Antworten(1)

  • Sabine Busch
    Sabine Busch (Hundetrainer)
    schrieb am 22.06.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo Susijena,
    es gibt Hunde, die Futterneidisch sind und welche, die es nicht sind. Das können Sie auch nicht ändern. Trennen Sie die Futterbereiche. Jeder hat seinen Platz, sie regeln, das jeder dort bleibt. Sind die Hunde alleine, können Sie nichts regeln. Das bedeutet, die Hündin wird dem Rüden immer alles weg nehmen. Sie brauchen den beiden tagsüber kein Trockenfutter hinstellen. Wenn Sie morgens und/oder abends gefüttert werden ist das absolut ausreichend. Wasser sollte zur Verfügung stehen, wird in der Regel auch nicht verteidigt. Es gibt auch noch andere Gründe kein Futter zur freien Verfügung stehen zu lassen. Erstens sollte sich kein Hund die Hauptressource Futter selbst einteilen können und zweitens ist es sinnvoll, dass Sie wissen, wann Ihr Hund was und wie viel gefressen hat. Denken Sie an Magendrehung oder andere gesundheitliche Probleme. Aus diesem Grunde geben Sie den beiden bitte nichts zu fressen in Ihrem Auslauf, auch keine Kauknochen. Diese könnten wieder verteidigt werden.
    Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
    Liebe Grüße
    Sabine Busch
    www.mobile-hundeschule-hinterland.de

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