Meine Hündin jagt und reagiert auch nicht mehr auf mein Rufen!Was kann ich tun?

Aggressivität ❯ Gegenüber anderen Tieren
Stephie E. schrieb am 31.01.2012
Meine Hündin ist inzwischen 11 Jahre alt und ich seit sie 5 Monate alt ist lebt sie bei mir. Von der Rasse her ist sie vermutlich ein Mix aus Jack-Russel und Beagle (Der Jagdtrieb kommt nicht von ungefähr). Erwähnt werden sollte vielleicht, dass sie aus Spanien von der Strasse kommt und dort gut gelernt hat für sich selbst zu sorgen.

Sonst hört sie sehr gut, aber sobald sie z.B. einen Hasen sieht ist sie komplett weg. Auch an der Leine kann man ihre Aufmerksamkeit dann nicht mehr erlangen. Leider ist es auch schon öfter vorgekommen, dass sie dann losgesprintet ist und in der Regel endet das dann mit dem Tod des gejagten Tieres ;-( Durch dieses Verhalten sind Waldspaziergänge (oder auch nur in der Nähe) leider überhaupt nicht möglich und auch nur an der Leine nicht entspannt.

Nach dem Jagen kommt sie auch immer wieder zurück, aber zum einen möchte ich nicht, dass ein armer Hase oder sonstiges dran glauben muss und zum anderen habe ich auch Angst, dass sie eines Tages über eine Strasse, Zuggleise etc. läuft und überfahren wird.

Da sie dieses Verhalten schon von klein auf an den Tag legte, waren wir auch schon in der Hundeschule. Dort wurde uns aber leider nur gesagt, dass das natürliches Verhalten ist (was ja auch stimmt, aber trotzdem gefährlich) und man das nicht ändern könne.

Ich habe auch schon von einem Training gelesen in dem man den Hund quasi an Beutetiere gewöhnen soll, aber auch da macht sie einen ganz klaren Unterschied. Unsere Katze beispielsweise hat sie heiß und innig geliebt, andere Katzen jagt sie.

Wir haben auch Hasen und Meerschweinchen gehalten damit sie sich an den Geruch gewöhnt, aber der Unterschied war gleich 0!

Gibt es nicht doch eine Möglichkeit das abzutrainieren?Ich hoffe ihr könnt mir helfen!



Liebe Grüsse Stephie
1 Antwort
Hallo Stephie,

 

wenn Ihr Hund jagen geht, gilt es grundsätzlich erst einmal, dass Sie Problemsituationen  vermeiden. Zum einen sollten Sie den Hund an einer Leine führen (auch Schleppleine, nach Einführung in das korrekte Handling durch einen verhaltenstherapeutisch tätigen Tierarzt oder zertifizierten Hundetrainer). Zum anderen sollten Sie an Orten und zu Zeiten spazierengehen, wo Ihnen und Ihrem Hund keine Begegnungen mit Wild oder Wildgeruch passieren können, da bereits das Hinschauen / Hinwittern zum Jagdverhalten gehört und damit für den Hund selbstbelohnend ist.

 

Zusätzlich zu diesen Managementmaßnahmen gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, an dem Problemverhalten zu arbeiten. Die Maßnahmen müssen dabei individuell auf Sie und Ihren Hund abgestimmt werden; auf die Entfernung hin Tipps zu geben, ist schwer möglich. Inwieweit ein solches Training erfolgreich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig ist: ein Jagdproblem kann man nicht komplett "weg"trainieren, sondern höchstens unter Kontrolle bringen. Eine Gewöhnung an Tiere ist dabei in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle nicht ausreichend, sondern es ist intensives weitergehendes Training notwendig.

 

Viele Grüße,

Stefanie Ott

 
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