Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Ruhe lernen

  Nordrhein-Westfalen
Michelle S. schrieb am 06.11.2017   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Australian Cattle Dog, männlich, nicht kastriert, Alter 6-12 Monate

Hallo,
wir haben einen 6 Monate alten Australian Cattle Dog Rüden. Unser Problem: Er kann nicht gut zur Ruhe kommen und fordert extrem viel Aufmerksamkeit. Bei uns zu Hause passiert das meistens abends. Ganz schlimm ist dieses Verhalten allerdings draußen. Ob wir nun in ein Cafe gehen wollen oder zu Besuch bei Freunden sind. Er bellt, jault und steigert sich so enorm da rein, dass er auch nach mehreren Stunden einfach nicht Ruhe geben will. Wir sind dann völlig gestresst und fertig, laden den kleinen Kerl dann ins Auto, wo er augenblicklich "ins Koma" fällt. Besonders peinlich ist sowas natürlich in Restaurants, die wir deshalb nicht mit ihm besuchen können. Denn dort kann ich ihn einfach nicht ignorieren. Wir haben jetzt begonnen zu Hause die Box aus dem Auto hinzustellen (da er diese wirklich sehr mag und da immer zur Ruhe kommt). Dort packen wir ihn rein, wenn er wieder hibbelig wird. Manchmal bewegt er sich darin noch einige Minuten viel und ist unruhig, bellt auch vielleicht kurz mal, fällt dann aber in einen tiefen Schlaf, weshalb ich glaube, dass er das auch wirklich braucht. Ich frage mich aber, ob das so richtig ist wie wir das machen? Und vor allem draußen bin ich ratlos. Wenn wir spazieren gehen im Wald und ich setze mich da auf eine Bank und übe das "warten", ist er lange nicht so hibbelig wie, wenn wir irgendwo zu Besuch sind. Dass uns eigentlich niemand mehr mit Hund empfangen möchte, muss ich wohl nicht sagen.
Das einzige, was uns bisher in solchen extremen Situationen geholfen hat, ist die Spritzflasche. Die muss ich 2 mal anwenden, dann legt er sich hin und schläft ein. Aber ist das der richtige Weg? Ich kann meinen Hund doch nicht nass spritzen, wenn ich im Restaurant sitze. Irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass ich ihm Unrecht tue und damit nicht das Problem, sondern nur das Symptom bekämpfe. HILFE!
Liebe Grüße

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Antworten(3)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 07.11.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Michelle,
    Sie haben ja sehr ausführlich geschrieben, wann der Hund so hibbelig ist. Wichtig für mich zu wissen wäre allerdings, wie Sie, außer mit der Spritzflasche, reagieren? Versuchen Sie ihn abzulenken, zu beruhigen, schimpfen sie, sagen "Aus", "Nein" oder ähnliches?

    Auf Ihre Antwort freut sich
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • Michelle S.
    Michelle S.
    schrieb am 07.11.2017

    Hallo Ellen,
    wir haben es zuerst mit vollkommener Ignoranz versucht. Da unser Kleiner sich aber wirklich extrem lange ranhält, konnten wir das so nicht mehr weitermachen. Denn sowohl in Restaurants, als auch zu Hause (wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus) wäre das nicht so gut und würde irgendwann stören. Wir haben es dann damit versucht ihm das Bellen und Fiepen mit "Schluss" zu verbieten. Sind dann auch eindringlicher und lauter geworden. Alles ohne Erfolg. Er ist dann solange wir uns ihm zuwenden (auch, wenn wir mit ihm schimpfen) ruhig, fängt aber sofort wieder an. Also zu Hause unterbinden wir dieses Verhalten jetzt, indem wir einfach weg gehen oder es garnicht erst so weit kommen lassen und ihn vorher eine Zwangspause in der Box verordnen. Auch haben wir 1 mal versucht die Box mit zu meiner Familie nach Hause zu nehmen und ihn dort reinzusetzen, damit er "sein zu Hause" dabei hat. Das war schon angenehmer und besser, er war aber immernoch hibbelig, hat gefiept und ist nicht eingeschlafen. Ich habe ihn dann einfach die komplette Zeit ignoriert. Die Box stand dabei so, dass er mich immer sehen konnte. Zu Hause angekommen ist er dann nach 2 sekunden in einen tiefen Schlaf gefallen. Müde war er also schon. Ich muss zugeben, dass ich natürlich in diesen Situationen ebenfalls total angespannt bin und glaube, dass er das merkt.

    Liebe Grüße

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 07.11.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Michelle,
    dass der Hund Ihre Anspannung merkt, haben Sie richtig erkannt.
    Sie schreiben, der Hund ist, wenn Sie lauter werden, solange ruhig, wie Sie sich ihm zuwenden. Das beweist, dass er mit diesem Verhalten Aufmerksamkeit will und sie ja auch erhält. Auch schimpfen bedeutet für einen Hund Aufmerksamkeit. Sie müssen da durch und ihn JEDESMAL ignorieren. Nehmen Sie ihn nur noch mit hin, wo Sie selbst durch dieses Verhalten keinen Stress bekommen, das verschlimmert diese Situationen nur. Weggehen, wenn er fiept, ist gut. Aber auch das sollten Sie ohne Kommentar jedesmal tun. Auch wenn Sie ihn in seine Box bringen, machen Sie das kommenatarlos. Jedes Wort, das wir sagen, regt einen aufgeregten Hund nur noch mehr auf.
    Was bei diesen Hunden auch noch ein Problem ist, dass sie oft unterfordert oder überfordert sind. Unterfordert sind die Hunde, wenn man einmal am Tag um den Block geht.
    Überfordert sind sie, wenn man, weil man ja einen Arbeitshund hat, zuviel unternimmt: Agility, Fahrradfahren, Fährten suchen.....In dem Fall kommen Hunde nicht zur Ruhe, meinen, es muss immer was passieren.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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