Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Leinenaggresion.

Thema: Allgemeines
  Sachsen
GissisMama95 schrieb am 09.09.2015   Sachsen
Angaben zum Hund: Boxer-Rottweiler / Jagdhund-Dackel Mix, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo.

Und zwar hab ich mal eine Frage wie ich das Training verbessern kann.
Mein Hund bellt jeden Hund an wenn er angeleint ist. Wir clickern zur Zeit. Für jeden Blick zu einem Hund kommt ein Clickertraining und dann ein Leckerli. Das hat sich jetzt schon gebessert. Da heißt von der Ferne lässt er sich schneller runterbringen. Aber ist der/die andere/anderen Hund/Hunde zu nah dreht er noch völlig frei und lässt sich nicht mehr aufs Clickern ein.
Was kann ich da noch verbessern.?

Dazu kommt noch dass mein Hund ein ausgeprägten Jagdtrieb hat. Sieht er irgendwas, was sich schnell bewegt sei es Kinder oder andere Tiere z.Bsp. Hasen macht er immer ein Sprung nach vorn und würde am liebsten hinterher. Auch wenn er schon Katzen, Hasen oder Igel sieht setzt es bei ihm aus. Er hat auch keine Hemmungen den Igel mit der Pfote um zudrehen.
Kann man da was machen.?

Liebe Grüße
Yvonne und Gismo

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 11.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Yvonne,

    Ihr Ansatz bei der Leinenaggression ist sehr gut. Ich nehme nur an, dass Sie ein wenig zu schnell für Ihren Hund sind. Der Ansatz war ja, jeder Blick zum Hund wird geclickert und belohnt. Bei der Gabe der Belohnung ist es wichtig, dass der Hund den Blick wieder abwenden muss. Die Belohnung muss bei Ihnen gegeben werden. nach einer gewissen Zeit sollte der Hund den Blick von alleine abwenden können und sich das Leckerli abholen können,
    Dann wird nur noch das Blickabwenden geclickert. Damit hätten Sie dann auch einen Indikatior welche Distanz zur Zeit noch handelbar ist. Diese Distanz ist dann der grüne Bereich. An der Grenze sollte dann die Distanz wieder erhöht werden. Distanz zu erhöhen ist eine Belohnung für den Hund. Wenn Sie immer im grünen Bereich arbeiten, wird dieser immer größer werden, respektive die Distanz zum anderen Hund kann immer kleiner werden. Dies zeigt Ihnen Ihr Hund aber an. Lassen Sie sich und Ihrem Hund die nötige Zeit. Wenn die Distanz auf 2 bis 3 Meter verkürzt werden konnte, kann es Ihnen helfen, wenn Sie sich zum Gassi gehen mit jemanden verabreden, der einen netten Hund hat. Dann könnten Sie ein wenig parallel zueinander laufen, die Distanz immer wieder annähern und wieder vergrößern. Meistens eignen sich Stadtparks hierzu, da man auf verschiedenen Wegen auch mal parallel laufen kann.

    Trainieren Sie das 10-Leckerli-Spiel auf. Mit dem 10-Leckerchen-Spiel lernt der Hund in den unterschiedlichsten Situationen gelassener auf Umweltreize zu reagieren.

    Sie brauchen eine Schüssel oder einen Beutel mit Leckerchen und einen Clicker. Sie setzen oder stellen sich hin und zeigen Ihrem Hund die Leckerchen (die sollten natürlich auch tatsächlich lecker sein). Dann fangen Sie ganz langsam an zu zählen: „Eins“ und nachdem Sie das ausgesprochen haben, greifen Sie langsam mit einer Hand in den Leckerchenbeutel, nehmen ein Leckerchen raus und legen es demonstrativ in die andere Hand. Jetzt zählen Sie „Zwei“, greifen wieder in den Leckerchenbeutel und legen das zweite Leckerchen in die Hand, dann zählst Sie „Drei“ usw. Achten Sie auf die Reihenfolge: zuerst wird die Zahl genannt, dann wird in den Leckerchenbeutel gegriffen.


    Hat der Hund ruhig abgewartet, bis bis Zehn gezählt wurde, dann hat er sich die Leckerchen wirklich verdient. Sie clickern oder loben und werfen das erste Leckerchen auf den Boden. Der Hund wendet sich von Ihnen ab, um das Leckerchen zu holen. Sie warten, dass er anschließend wieder Blickkontakt zu Ihnen aufnimmt, clickern und werfen das nächste Leckerchen. Das setzen Sie solange fort, bis alle zehn Leckerchen verfüttert sind. Die Dauer der Leckerchengabe sollte so lange sein, wie das Anzählen.


    Fängt der Hund an zu bellen, zu winseln oder hochzuspringen oder bedrängt Sie sonst irgendwie, sagen Sie „Schade“ und legen die Leckerchen wieder zurück in den Beutel. Danach warten Sie etwa 10 Sekunden, dann beginnt das Spiel wieder von vorne.

    Die wenigsten Hund werden anfangs tatsächlich bis Zehn ruhig warten können. Wenn nun jedes Mal die Leckerchen wieder zurück in den Beutel wandern, verliert der Hund sehr schnell die Lust am Spiel Achten Sie deshalb darauf, bei welcher Zahl es Ihr Hund nicht mehr aushalten konnte. Hat er z.B. kurz vor der Zahl Vier angefangen, ungeduldig zu werden, dann zählen Sie beim nächsten Mal nur bis Drei und verteilen dann die Leckerchen. So merkt Ihr Hund, dass es sich lohnt, ruhig abzuwarten. Auch in den nächsten Durchgängen zählen Sie erst einmal nur bis Drei, so dass Ihr Hund immer die Leckerchen bekommt. Dann kann die Anforderung langsam wieder gesteigert werden.

    Viele Hunde erkennen das Spiel als Ritual an. Sie finden ein Muster, in dem sie sich sicher fühlen. Dies kann in der Leinenaggressivität genauso eingesetzt werden, wie im Antijagdtraining.

    Für das Antijagdtraining würde ich Ihnen gerne das gleichnamige Buch von Pia Gröning und Ariane Ullrich empfehlen, da eine Beschreibung eines guten Antijagdtrainings den Rahmen hier sprengen würde.

    Zur Impulskontrolle eignet sich ein Futterbeuteltraining, wobei der Hund den Beutel erst holen darf, wenn Sie es erlauben. Je nach Leistungsstand ist es auch möglich, den Hund während des Holvorganges noch abzurufen.

    Auch ein gut aufgebautes Reizangeltraining ist ein adäquates Mittel im Antijagdtraining.
    Der Hund wird hingesetzt. Die Beute an der Reizangel wird am Anfang sehr langsam vor dem Hund hin- und herbewegt. Manche Hunde können bei einer Beute in der Luft leichter sitzen bleiben, andere eher, wenn die Beute auf dem Boden ist. Das muss man ausprobieren. Auf eine Freigabe hin darf der Hund der Beute nun hinterher hetzen. Wichtig ist es, dass der Hund die Beute nicht erwischt. Zeigt der Hund einen Moment eine Vorstehhaltung oder ein Stoppen, wird dieses benannt, die Beute bleibt auf dem Boden und der Hund erhält sofort die Erlaubnis die Beute zu packen.
    Der Hund lernt daraus, die Impulskontrolle, das Hetzen mit Erlaubnis und dass die Beute leichter zu packen ist, wenn sie reglos verharrt.
    Als Beute eignen sich Dummy, Quietschetiere oder auch futterbeute. Der Hund wird für das Packen der Beute belohnt und das Spiel kann von vorne losgehen. Achten Sie darauf, öfter die Richtung zu wechseln, damit die Muskulatur gleichmäßig belastet wird.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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