Gesucht werden Tips für "Ablenkungen" beim Spaziergang mit Hund

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sneubrand schrieb am 07.11.2014
Wir haben seit 3 Monaten eine sehr liebe Hündin aus Griechenland. Sie ist geschätzt zwei Jahre alt und hat auf der Straße gelebt. Sie hat kein Interesse an jeglichem Spielzeug wie Bällen oder Frisbee Scheiben. Müllsäcke am Straßenrand interessieren sie da schon mehr :-) Das Apportieren im Garten klappt mittlerweile ganz gut, allerdings nur kurz, dann lässt ihr Interesse schon wieder nach. Wenn wir unterwegs sind, ist sie an der Umwelt sehr interessiert, wir am Ende der Leine sind jedoch völlig uninteressant. Daher können wir sie leider auch (noch) nicht ableinen, sie würde wegrennen und allem hinterher jagen. Wir haben jetzt versucht mit ihr unterwegs Spielchen zu machen. Futter versteckt, apportieren mit Futtersäckchen ... alles ... es interessiert sie maximal zweimal, dann lässt sie sogar ihre heißgeliebten Leckerlis zurück und marschiert lieber weiter. Zuhause ist sie übrigens sehr verfressen. Meine Frage ist nun: Hat jemand Tipps, wie ich Spaziergänge interessanter gestalten kann und wir nicht nur unserem Hund hinterher laufen? Ich würde sie gerne von der Umwelt ablenken können und ihr Interesse auf mich lenken. Vielleicht hat ja einer eine Idee.
3 Antworten
Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 09.11.2014
Hallo, wenn sie zuhause sehr verfressen ist, würde ich sie da nicht mehr füttern sondern nur noch unterwegs. Oder besser, lassen Sie sie nur noch für ihr Futter arbeiten. Das hört sich vielleicht schlimm an, ist aber für alle Lebewesen das natürlichste der Welt. Ihre Hündin musste früher auch für ihr Futter etwas tun. Jetzt wird sie wahrscheinlich wie eine Prinzessin behandelt, was auch verständlich ist. Aber die Hündin langweilt sich und sucht sich, wie früher auch, selbst ihre Beschäftigung.
Sie schreiben, Sie wollen Ihrem Hund nicht mehr hinterherlaufen. Dann machen Sie es doch einfach nicht und lassen Ihren Hund hinterherlaufen, wie das auch sein sollte. Führen Sie Ihre Hündin und lassen Sie sich nicht führen, dann werden Sie als "Rudelführer" auch ernst genommen.

Viel Erfolg..
Ellen Mayer
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sneubrand | Fragesteller/in
schrieb am 10.11.2014
Hallo Frau Mayer,
Vielen Dank für die Antwort. Izzy hat die ganze Zeit auch morgens und abends Futter bekommen. Vielleicht ist es ihr ja wirklich zu leicht gemacht worden. Wir haben jetzt eine Schale mit ihrer täglichen Ration gemacht und werden sie erst mal nur noch unterwegs füttern, wenn sie auch etwast dafür tut.

Wenn sie direkt bei Fuß geht müssen wir das kaum regulieren aber sobald sie am der SchleppLeine am Ende angekommen ist, sind wir nur noch das Anhängsel... Wir versuchen es, ich werde berichten.

Herzliche Grüße
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Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 10.11.2014
Hallo,
die meisten Leute benutzen die Schleppleine, damit der Hund sich mehr bewegen kann. Dabei ist sie ein super Werkzeug, dem Hund beizubringen, auf seine Menschen zu achten. Drehen Sie den Spieß doch einfach um, benehmen Sie sich, wie Ihre Hündin sich im Moment benimmt. Gehen Sie dorthin, wo Sie möchten, ohne den Hund zu beachten. Das ist nämlich oft das Problem: die Menschen haben ihren Hund immer im Blick, schauen, was er macht, rufen u.s.w.. So benimmt sich kein Rudelführer. Der Rudelführer benimmt sich wie die meisten Hunde es tun, nämlich vollkommen ignorant.
Rufen Sie Ihre Izzy an der Schleppleine auch immer mal wieder zu sich, vor allem, wenn sie sehr abgelenkt ist. Wenn sie nicht hört, ziehen Sie sie zu sich und belohnen sie. Dabei nicht sitzen lassen oder sonst etwas, einfach nur loben und wieder laufen lassen. Wenn das sicher funktioniert, ohne dass Sie sie ziehen müssen, können Sie versuchen, Ihr Ende der Leine auf dem Boden schleifen zu lassen. So haben Sie immer noch Kontrolle. Auch später, wenn sie ohne Leine laufen kann und gehorcht einmal nicht, laufen Sie NIE hinterher sondern immer weg.

Liebe Grüße
Ellen Mayer
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