Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Für mein lieben Welpen

Thema: Allgemeines
  Nordrhein-Westfalen
Fidan schrieb am 12.11.2015   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Malteser, männlich, nicht kastriert, Alter 0-3 Monate

Er hat angst wen er alleine bleibt was kann ich tun ? Er spielt gerne beim spielen beißt er Hände wie kann ich es vermeiden? Und wenn.wir Gase gehen ist er alles auf dem Boden ?

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 16.11.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo,

    das Alleinebleiben muss Ihr Welpe noch lernen. Hier müssen Sie sehr sorgfältig vorgehen und den Hund immer nur kurze Zeit alleine lassen. Wie das trainieren können, schreibe ich Ihnen im Anschluss.
    Auch die Beißhemmung muss noch erlernt werden. Dabei müssen die Hunde lernen, dass unsere Haut empfindlicher ist, als Hundefell. Geben Sie daher bei jeder Berührung der Zähne einen Schmerzenslaut von sich, auch wenn es noch nicht wehgetan hat. Beenden Sie dann das Spiel. Nach kurzer Zeit (1-2 Minuten) können Sie dann wieder zum Spiel auffordern. Akzeptiert Ihr Welpe das Ende des Spieles nicht, schieben Sie ihn sanft aber bestimmt weg und gehen weg.
    Auch das Aufheben von allem möglichen ist für Welpen normal. Ähnlich wie kleine Kinder nehmen sie alles in den Mund. Hat Ihr Welpe etwas aufgenommen, versuchen Sie es gegen ein gutes Leckerchen zu tauschen. Bringen Sie Ihrem Welpen bei, etwas zu unterlassen. Auch hier schreibe ich Ihnen im Anschluss wie Sie das trainieren können.

    Ich habe sehr gute Erfahrung damit gemacht, mit den Hunden Leckerchen zu suchen oder Fährten zu folgen. Die Hunde können dann ihren Schnüffeltrieb gezielt ausleben.

    Ich rate Ihnen den Besuch einer guten Welpengruppe an. Kompetente Hundeschulen finden Sie unter www.bhv-net.de oder unter www.bvft-online.de.

    ALLEINE BLEIBEN
    Um Trennungsstress zu vermeiden, ist es wichtig, Ihrem Hund beizubringen, dass alleine zuhause zu bleiben eine angenehme Erfahrung ist. Eine Zeit in der er sich entspannen kann oder schöne Dinge tun kann. Die effektivste Möglichkeit zur Vermeidung von Trennungsstress ist ihm von Beginn an beizubringen, dass Alleinsein Spaß macht. Um dies zu erreichen ist eine schrittweise Erhöhung der Abwesenheitszeit wichtig, so dass Ihr Hund sich nie ängstigen muss und diese Zeit immer mit etwas Schönem verbindet. Die wichtigsten Aspekte dieses Trainings sind, dass die Zeiten des Alleine seins langsam gesteigert werden. Wie langsam hängt von der Entspannung ihres Hundes ab. Lassen Sie ihn nie so lange alleine, dass er verzweifelt. Bitten Sie ggfs. Freunde oder Familie in der Zeit der Abwesenheit auf ihn zu achten.
    Belohnen Sie ihren Hund, wenn er entspannt alleine geblieben ist. Belohnung kann ein Spiel, ein Leckerchen, eine Liebkosung oder ein Lob sein. Wenn er ängstlich ist, schicken Sie ihn wieder auf seine Decke. Reduzieren Sie dann die Zeit, in der er alleine bleibt.
    Wiederholen Sie die folgenden Trainingsstufen bis Sie sicher sind, dass Ihr Hund glücklich ist.
    1. Starten Sie damit, Ihren Hund auf seine Decke zu schicken. Dort soll er eine kurze Zeit verweilen. Bleiben Sie bei ihm stehen. Belohnen Sie ihn dafür.
    2. Als nächstes schicken Sie Ihren Hund auf seine Decke und bewegen Sie sich, solange er dort bleibt. Belohnen Sie ihn dafür.
    3. Steigern Sie die Zeit und die Distanz zu Ihrem Hund. Bleibt er auf der Decke, wird er belohnt. Steht er auf oder jammert er, wird er nicht belohnt. Gehen Sie dann aber wieder einen Schritt zurück.
    4. Beginnen Sie dann, den Raum zu verlassen und die Tür hinter sich zu schließen.
    5. Beginnen Sie dann, die Abwesenheit zu verlängern.
    6. Wenn Ihr Hund dies eine Stunde lang erträgt, sollte es kein Problem sein, ihn länger alleine zu lassen. Geben Sie ihm etwas, womit er sich beschäftigen kann, damit er sich nicht langweilt.


    Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie tun können, damit sich Ihr Hund beschäftigen kann, während Sie weg sind.
    Geben Sie ihn einen Knochen oder ein Spielzeug, wenn Sie den Raum verlassen. Stellen Sie sicher, dass das besondere Spielzeug oder Knochen dem Hund nur zur Verfügung steht, wenn er alleine gelassen wird.
    Geben Sie Ihrem Hund einen gefüllten Kong oder einen Leckerchenball. Verstecken Sie Leckerchen im Haus, die er suchen kann oder basteln Sie ihm ein Überraschungspaket. Diese Dinge beschäftigen Ihren Hund geistig.
    Räumen Sie diese Dinge wieder weg, wenn Sie heimkommen.
    Ihr Hund wird leichter alleine bleiben, wenn er zuvor beschäftigt wurde. Gehen Sie vor dem Alleinebleiben spazieren. Warten Sie dann noch 30 Minuten, bevor Sie ihn alleine lassen.
    Geben Sie ihm eine halbe Stunde vor dem Alleine bleiben eine Mahlzeit. Geben Sie ihm noch einmal die Möglichkeit sich zu lösen, bevor er alleine gelassen wird.
    Vermeiden Sie jegliche Strafen.
    Sollte Ihr Hund sich schlecht benehmen, während Sie ihn alleine gelassen haben, schimpfen Sie nicht mit ihm. Die häufigsten Gründe für Verhaltensprobleme beim Alleine bleiben liegt in daran, dass die Besitzer mit ihren Hunden schimpfen, wenn sich der Hund während der Zeit des Alleine bleiben schlecht benommen hat. Ihr Hund kann Ihre Strafe nur mit ihrem Zurückkommen verbinden, nicht mit der Zerstörung, dem Bellen oder dem Unsauber sein. Ihr Hund wird dann besorgt über Ihre Reaktion beim nächsten Zurückkehren sein und dies wird sein „schlechtes Verhalten“ eher noch bestärken

    "NEIN"
    Wir nehmen zwei Leckerlis unterschiedlicher Qualität. Das nicht so begehrte Leckerli halten wir dem Hund hin. Dieses Leckerli darf der Hund NIE! bekommen. In der anderen Hand halten wir das bessere Leckerli, die Hand halten wir hinter dem Rücken.
    Wir halten unserem Hund das nicht so begehrte Leckerli hin, lassen die Hand immer an der gleichen Stelle, ziehen sie nicht weg und sagen in gleichbleibend freundlicher Stimme unser Abbruchsignal z.B. äh-äh. Wendet der Hund sich nach erfolglosen Versuchen das Leckerli zu bekommen ab, dann wird er augenblicklich gelobt und bekommt aus der anderen Hand das bessere Leckerli.
    Diese Übung wiederholen wir mehrmals am Tag bei fünf bis 10 Wiederholungen. Sobald unser Hund beim ersten Abbruchsignal zurückgeht und auf die andere Hand sieht, wechseln wir die Hände. Im nächsten Schritt präsentieren wir das nicht so begehrte Leckerli in der offenen Hand. Während wir in den Schritten davor das Abbruchsignal noch mehrmals wiederholten, geben wir es in diesem Schritt nur noch einmal. Versucht er das Leckerli auf der offenen Hand zu bekommen, schließen wir schnell die Hand und gehen zu den ersten Schritten zurück. Geht der Hund aber beim ersten Mal zurück, dann bekommt er die Belohnung aus der anderen Hand.
    Dann werden die Ablenkungen gesteigert. Während der Übungsaufbau noch ohne Ablenkung im Wohnzimmer stattfand, wird diese Übung nun auch draußen an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Ablenkungen trainiert.
    Schafft unser Hund das auch, dann legen wir das Leckerli auf den Boden. Zur Not können wir immer noch mit dem Fuß darauf treten. Danach steigern wir die Distanz.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de

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