Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Entspannung und Ruhe erlernbar?

Thema: Allgemeines
  Sachsen
Maria_Tyson schrieb am 08.03.2015   Sachsen
Angaben zum Hund: Australian Shepherd, männlich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Liebes Team, wir haben vor 3,5 Jahren unseren Tyson kennengelernt. Tyson ist ein Hütehund und wurde mit 1,5 Jahren von seiner Vorbesitzerin aufgrund von Zeitmangel abgegben. Wir haben sehr viel mit Tyson gearbeitet - zum einen um ihm einen Grundgehorsam beizubringen und damit er lernt, dass wir ihm die Auslastung geben, die er braucht. Er hatte durch seine Vorbesitzerin gelernt, dass er nur 1-2 mal richtig rauskommt und da so viel Action wie möglich kommt, da sie die andere Zeit nicht bei ihm zu Hause bleibt. Tyson wollte egal welche Uhrzeit draußen spielen, nahm sich Stöcker und forderte uns zum Spielen mit ihm auf und bellte uns an, wenn wir ihn ignorierten. Wir haben durch Ignoranz und Geduld ihm beibringen können, dass wir bestimmen wann gespielt wird. Wir spielen viel mit dem Dummy, machen Suchspiele mit ihm und fährten hundesportlich 1-2 mal in der Woche.Agility hatten wir anfangs mit Tyson versucht, er hat sich dabei immer zu sehr hoch gepusht, sodass wir uns auf ruhigere "Sportarten" konzentrierten, bei denen er ausgelastet wird. Wir bauen Spaziergänge ein, an denen auch mal gar nichts passiert und Spaziergänge, wo wir mit ihm arbeiten und Tricks üben.
Soweit so gut - alles gut.
Zu Hause in unseren 4 Wänden, kann Tyson sich gut entspannen und schläft bei Ruhezeiten. Sind wir allerdings bei jemanden zu Besuch, ist er sehr gestresst, läuft auf und ab, hechelt und kann sich einfach nicht entspannen. Gleiches ist teilweise noch draußen. Bei Spaziergängen ist er gerade zu Beginn des Spaziergangs angespannt und wenn wir jemand Bekanntes treffen und uns mit diesem unterhalten, legen wir Tyson ins "Platz" es dauert nicht lange und Tyson fängt anzubellen (Sprechpartner und mich selbst). Wir haben versucht, dies zu ignorieren und erst weiter zu gehen, wenn er ruhig ist. Allerdings hat er auch kein Problem damit, bis zu einer Dreiviertel Stunde durchzubellen / zu jaulen.
Wir würden uns wünschen, dass Tyson für ihn gestresste Situationen entspannter erlebt. Da er so noch öfter bei uns mit könnte (besipielsweise mit in ein Restaurant, zu Besuchen bei Freunden oder gegebenfalls auch mit zu meinem Arbeitsplatz könnte - ohne dass es für ihn so eine enorme Stresssituation ist).
Habt ihr vielleicht Ideen was wir falsch oder besser machen könnten?

Lieben Dank
Maria und Tyson

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Antworten(3)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 09.03.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Maria,
    falsch gemacht haben Sie gar nichts. Ich finde Ihr Vorgehen sehr gut, auch dass Sie gemerkt haben, dass Agility Ihren Hund zu hoch peitscht. Tricks mit ihm zu üben ist auch eine ganz tolle Sache, da die Hunde hier lernen, andere Lösungswege zu suchen.
    Für den Besuch bei fremden Leuten oder am Arbeitsplatz kann ich zwei Dinge raten. Zum einen würde ich immer eine Decke mitnehmen, damit etwas von ihm auch in der fremden Wohnung ist. Wenn Tyson eine Hundebox kennt, ist dies auch eine Möglichkeit. Im Restaurant wäre die Box nichts, die Decke aber schon. Auch Kauen beruhigt. Ein gut gefüllter Kong oder ein Kauknochen kann Ihnen auch weiterhelfen.
    Arbeiten Sie mit dem Clicker? Clicker ist eine gute Möglichkeit zu belohnen, ohne Aufmerksamkeit schenken zu müssen. Hier würde ich das Ruhigverhalten belohnen.
    Ansonsten bieten sich noch alle Übungen an, in denen Tyson etwas warten muss, bevor es losgeht. Zum Beispiel: Sie werfen den Dummy, während Tyson noch neben Ihnen sitzt. Warten Sie eine Weile. Bestätigen Sie das Warten mit dem Clicker. Erst dann schicken Sie ihn los. Sie können nach dem Werfen des Dummy auch erst eine andere Tätigkeit verlangen.
    Warten kann auch erlernt werden, wenn es nach draußen geht, oder wenn es Futter gibt. Es eignen sich eigentlich alle Tätigkeiten, die Ihr Hund gerne macht. Bauen Sie es langsam auf und versuchen Sie Ihr Timing so zu gestalten, dass er keinen Frust bekommt. Wobei - auch Frust muss erlernt werden. Aber er muss immer wieder die Möglichkeit bekommen, die Aufgabe zu meistern.
    Weiterhin haben Sie die Möglichkeit, ein sogenanntes Entspannungswort anzutrainieren. Dies kommt aus der Neuro-Linguistischen-Programmierung (NLP). Hierzu nutzen Sie die entspannten Situationen zu Hause, legen Ihre Hand auf seine Schulter und sagen ein Wort, dass in Ihrem Wortschatz ansonsten wenig bis gar nicht vorkommt. Am besten eines, das auch auf Sie beruhigend wirkt. Wiederholen Sie das Wort einige Male. Es ist ein langfristiges Training, das leider nicht in einer Woche schon Erfolge bringt. Mit Geduld lässt sich das aber aufbauen. Sie bemerken, dass das Training sich auswirkt, wenn Sie Tyson in einer nicht entspannten (aber auch noch nicht aufregenden) Situation mit diesem Wort ansprechen können und er z.B. tief durchatmet oder eine entspannte Körperhaltung einnimmt.
    Dann haben Sie noch die Möglichkeit, Tyson mit Entspannungsmassagen, gerade an gewissen Akupunkturpunken (z.B. zwischen den Augen) zu massieren. Hier bietet sich an, mal ein wenig über Tellington-Touch nachzulesen.

    Ich wünsche Ihnen noch viel Spaß bei Ihrem weiteren Training, stehe Ihnen aber gerne noch mit weiteren Anregungen zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

  • MariaTyson
    MariaTyson
    schrieb am 09.03.2015

    Liebe Frau Holz,

    lieben Dank für die tolle Rückmeldung und Ihre hilfreichen Tips.
    Die Übung mit dem Dummy haben wir auch schon für uns entdeckt. Tyson konnte durch diese Übung sehr viel konzentrierter arbeiten und ist auch beim Spiel abrufbar. Wirklich für alle Ungeduldsnasen zu empfehlen.
    Die weiteren Tips werden wir versuchen, selbst mit Geduld :), anzuwenden.

    Über das Clicker-Training und den "Tellington-Touch" werde ich mich mal näher belesen und probieren, ob dies was für Tyson ist. Das Clickertraining ist sicher eine gute Idee, da Tyson zum einen keine direkte Aufmerksamkeit bekommt und auch nicht durch meine eigene Stimmlage oder direkten Körperhaltung animiert wird, seine Entspannung aufzulösen. Denn auch dies konnte ich beobachten - Tyson war ruhig, ich habe ihn gelobt und schon fing er wieder an zu jaulen.
    Daher wird ein Clicker bestimmt Anwendung bei uns finden.

    Mit lieben Grüßen
    Maria & Tyson

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 09.03.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Maria,
    noch ein kleiner Tipp zur Auswahl des Clickers. Hütehunde sind manchmal etwas geräuschempfindlich. Ich benutze dann immer einen Soft-Clicker, z.B. von Trixie.
    Viel Spaß beim Üben.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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