Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Dauerbellen

Thema: Allgemeines
  Baden-Württemberg
sc schrieb am 27.12.2014   Baden-Württemberg
Angaben zum Hund: Lakeland Terrier, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Mein Hund spielt und rennt mit anderen Hunden. Bleiben diese jedoch stehen fängt er an zu bellen und hört nicht mehr auf. Da hört er auch auf kein Kommando oder nur ganz kurz fünf Sekunden dann fängt er wieder an. Rennen die anderen wieder mit ihm ist es ok. Vertragen tut er sich nur, wenn er nicht angeleint ist,

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Antworten(3)

  • Hundetrainer Götz Logemann
    Götz Logemann
    schrieb am 27.12.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo
    das ihr Hund beim spielen bellt wenn der andere Hund stehen bleibt wird sicher daran liegen das ihr Hund möchte das der andere Hund weiter rennt und zeigt an das ihr Hund in einer hohen Erregungslage ist, aus diesem Grund kann er dann auch keine weiteren Komandos von ihnen umsetzen.
    Hier sollte ihr Hund erstmal eine Erregungskontrolle erlernen.
    Bei dem Verhalten an der Leine könnte es sich um eine Leinenagression handel, dieses habe sehr viele Hunde, hierzu ein kleiner Text

    SOZIALKONTAKTE AN DER LEINE TABU

    Es ist eine ganz einfache Regel: Hunde an der Leine haben an anderen Hunden nichts zu suchen, schon gar nicht, wenn der andere Hund ebenfalls an der Leine ist oder ohne zu fragen oder wenn sich die Hunde nicht kennen.

    ÜBER DEN SINN UND ZWECK DER LEINE
    Einfache Frage: Was ist eigentlich eine Hundeleine, bzw. wozu dient sie? Eine Leine ist „… ein Riemen … an dem ein Tier, meistens ein Hund, geführt wird.“ Da haben wir es: Die Leine ist dazu da, den Hund zu führen, ihm zu sagen oder zu zeigen, wo es lang geht. Die Hundeleine ist NICHT dazu da, dass der Hund den Menschen dahin zieht, wo er ihn haben will – das gilt natürlich und im Besonderen auch für die so weit verbreitete Flexileine.

    Eigentlich würde es als Grund gegen Sozialkontakte an der Leine schon reichen, wenn ein Hundehalter sagt: „Bitte nein“ – da diese nette Bitte aber oftmals mehr Fragen und Widersprüche provoziert als Verständnis, seien in der Folge auch „handfeste“ Gründe aufgeführt, die dagegen sprechen, angeleinte Hunde zueinander zu lassen.

    DIE LEINENREICHWEITE IST EIN PRIVATER BEREICH
    Die Leine gibt dem Hund einen – durchaus kleinen – Radius, in dem er sich frei bewegen kann und darf – er darf aus diesem Bereich nicht raus und im Gegenzug soll auch niemand sonst in seinen privaten Bereich, seine „Schutzzone“ eindringen. Hunde, die permanent an der Leine von anderen „belästigt“ werden, empfinden logischerweise der Leinenradius nicht mehr als geschützten Bereich. Im besten Fall hat das zur Folge, dass der Hund die Leine (und damit Herrchen oder Frauchen) nichtmehr ernst nimmt, im schlechtesten Fall wird er ängstlich oder angstaggressiv, weil ihm ständig jemand in seinen Schutzbereich latscht.

    DIE LEINE BIETET SCHUTZ
    Viele Hunde empfinden eine Leine oftmals als Schutz, sie gibt ihnen durch die fühlbare Verbindung zum Hundehalter Sicherheit. Werden diese Hunde nun permanent von anderen belästigt, beschnuppert oder sonst wie kontaktiert, so kann das einen Hund verunsichern, er empfindet die Hundeleine, die Verbindung und letztlich seinen Menschen nicht mehr als vertrauenswürdig.

    „AN DIE LEINE NEHMEN“ IST EINE AKTIVE BEZEICHNUNG
    Wer den Hund angeleint hat, der gibt Richtung und Tempo vor und fordert vom Hund Konzentration auf sich selbst. Wer seinen Hund an der Leine zu anderen hingehen lässt, der tut das in den wenigsten Fällen „aktiv“ – meistens wird der Mensch vom Hund richtig gehend zum Artgenossen gezerrt. Die Folge: der Hund lernt, dass der Mensch folgt, wenn er nur fest genug zieht. Das war´s dann mit der Leinenführung.

    VERLETZUNGEN SIND VORPROGRAMMIERT
    Treffen sich zwei angeleinte Hunde ist das Risiko von Verletzungen relativ groß. Einerseits für die Hunde selbst – durch (spielerische) Sprünge ins Halsband, aber auch für die Hundehalter. Wem jemals ein 40kg-Hund vollmotiviert in die Leine gesprungen ist, der weiß, wovon die Rede ist: von Zerrungen, Schürfwunden oder Schlimmerem. Natürlich können sich die Hunde auch in den Leinen verheddern – die Rollleinen sind hier besonders gefährlich – und sich durch ungeschickte Befreiungsversuche eine Zerrung oder Verrenkung zuziehen.

    HUNDE RIECHEN WEITER ALS DIE LEINE REICHT
    „Die müssen sich auch mal beschnuppern können“ hört man. Ach… schon mal was von Mantrailing gehört? Oder von Rettungshunden? Oder von Drogenspürhunden? Was glauben Sie eigentlich, wie gut Hunde riechen können? Und sie glauben tatsächlich, ein Hund müsste dem anderen die Nase in den Hintern rammen, damit er ihn als Weibchen oder Rüden erkennt? Vielleicht möchte er das, aber müssen tut er es nicht. Ein Hund kriegt auch an der Leine und ohne direkten Kontakt alles Relevante von seinem Artgenossen mit.

    DIE LEINE VERHINDERT EINE NORMALE KÖRPERSPRACHE
    Was passiert, wenn ein Hund seinen Menschen in Richtung eines anderen Hundes zieht? Richtig, er zerrt… nach vorne gelehnt, keuchend, hechelnd, starrend – das sind körpersprachliche Ausdrucksweisen, die vom anderen Hund als Aggression gewertet werden können und es oft auch werden; wenn dann ein dermaßen bedrängter Hund knurrt oder den anderen lautstark zurechtweist, dann ist das Geschrei wieder groß, weil der Hund ja „nur mal eben hallo sagen wollte“.

    FAZIT: KEINEN SOZIALKONTAKT AN DER LEINE
    Es muss ja nichts passieren, wenn sich zwei Hunde an der Leine begegnen und aneinander rumschnuppern – aber es kann. Und es gibt einfach keinen vernünftigen Grund, warum man einen angeleinten Hund an einen anderen ranlassen soll. Man kann ihn ja einfach von der Leine lassen, wenn es denn unbedingt sein muss und der andere auch frei läuft. Es könnte so einfach sein. Wer übrigens seinen Hunden die viel beschworenen Sozialkontakte nur und ausschließlich an der Leine geben kann, der sollte vielleicht von Hundehaltung generell Abstand nehmen – das allererste und wichtigste ist und bleibt aber: Mindestens zuerst fragen, ob man die Hunde zueinander lassen darf und ein “Nein” einfach akzeptieren.

    Das sollte einiges Erklären
    LG

  • sc
    sc
    schrieb am 27.12.2014

    wie bringe ich meinem Hund Erregungskontrolle bei?

  • Hundetrainer Götz Logemann
    Götz Logemann
    schrieb am 28.12.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (3)

    Da giebt es verschiedene Methoden die auf den jeweiligen Hund angepasst werden sollten, meistens wird es über sein Futter gemach. Um aber genau sagen zu können welche Methode für Sie und ihrem Hund die passende ist, ist es Notwendig Sie und ihren Hund kennen zu lernen.

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