Dackelmischling unerziehbar

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Patricia A. schrieb am 19.09.2018
Liebes Team,

ich brauche Ihre Hilfe.
Wir bekamen vor knapp 4 Jahren unsere damals 4 Monate alte Dackel-Terrier-Mischlingsdame, die von Anfang an schwierig war und sehr laut und viel bellte, jaulte und sehr nervös war und immer noch ist. Wir haben feste Regeln aufgestellt und uns mehrere Hundetrainer rangezogen um ihren Zustand zu ändern, leider nicht wirklich mit Erfolg. An irgendeiner Stelle machen wir wohl Fehler. Wir lassen sie nicht vor uns laufen, sondern generell neben uns oder hinter uns (sie versucht aber immer noch bei jedem Gang, sich vor uns zu drängeln), wir gehen bis zu 4 Stunden täglich mir ihr raus, unternehmen Such- und Jagdspiele, joggen mit ihr und lassen sie auch von der Leine, damit sie auch mal nur Hund sein darf. Auffällig ist, dass sie zwischen den Gassigängen niemals ruht oder schläft, sie hat einen festen, ruhigen Platz, auf den sie geschickt wird, den sie IMMER wieder verlässt, wir schicken sie sofort wieder ruhig aber bestimmt zurück, bis zu 20 mal am Stück, am Ende binden wir sie an ihrem Platz an, dort beginnt sie zu jaulen oder bellen, wir binden sie erst ab, wenn sie ruhig und leise ist, das "Spiel" läuft über den ganzen Tag. Generell beachte oder füttern wir sie nur dann, wenn sie entspannt ist, aber sobald wir sie leise und ruhig mit FEIN loben, bellt sie sofort aufgeregt los, auch Leckerlis verursachen sofortiges Bellen, auch auf Streicheln reagiert sie aufgeregt. Sind wir nicht im Haus, bleibt sie ruhig, sobald wir aber eintreten, bellt sie offenbar erfreut aber doch hysterisch los, wir beachten sie nicht, reden nicht, kommentieren ihr Bellen nicht, und wenden uns ihr nur dann freundlich zu, wenn sie sich nach ca. 20 Minuten beruhigt hat. Die Spaziergänge sind laut und sie bellt alles und jeden an. Wir haben das Signal LEISE eingeführt, welches sie ignoriert, außerdem halten wir bei jedem Bellen an und gehen erst weiter, bis sie aufhört zu bellen. Einen Richtungswechsel haben wir probiert, ohne Erfolg. Sobald ich sie in der Wohnung zu mir rufe, kommt sie bellend und aufgeregt zu mir, setzt sich direkt vor mich hin und uriniert vor mir. Meine Reaktion ist ein scharfes NEIN, aber ihr Verhalten wiederholt sie täglich. Auch wenn ich die Hundeleine nehme, um mir ihr loszugehen, uriniert sie sofort und ist so aufgeregt, dass ich insgesamt bis zu 30 Minuten brauche, um sie runterzufahren und loszugehen, aber draußen beginnt sie wieder zu bellen. Unser Hundetrainer motiviert uns, weiter am Ball zu bleiben, aber ich sehe gar keinen Erfolg und mir geht die Kraft aus, da wir eine Familie mit 3 Kindern sind und ein gemeinsames Losgehen oder Unternehmen völlig unmöglich ist. Unsere Hündin grölt und maßregelt uns täglich. Ich denke, dass wir jedes Handeln konsequent durchziehen, ein NEIN ist ein NEIN, das ziehen selbst die Kinder mit durch, aber es ist ein täglicher Kampf und am Ende ohne Erfolg. Am nächsten Tag beginnen wir früh sofort mit den gleichen Regeln, mit der gleichen Routine, aber es scheint, als hätte sie alles vergessen. Sie kommt absolut nicht zur Ruhe. Irgendwas machen wir falsch.

Ich hoffe, Sie haben Rat.

Herzlichst,

LILA!5
6 Antworten
Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 19.09.2018
Hallo,
so, wie Sie die Situation schildern, scheinen Sie alles richtig zu machen. Aber, wie gesagt, SCHEINEN.
Ohne die geschilderten Situationen gesehen zu haben, ist es natürlich schwer bis unmöglich, raus zu finden, warum die Kleine so aufgeregt ist.
Allerdings ist ein scharfes "Nein" nicht geeignet, einen aufgeregten Hund zu beruhigen. Meiner Erfahrung nach regt das Hunde nur noch mehr auf.
Möglich ist auch noch, dass Sie zuviel mit der Kleinen unternehmen. Sie hat das Gefühl, es muss immer was passieren. Gerade bei temperamentvollen Hunden denkt man, sie müssen ausgelastet werden. Aber gerade diese Hunde brauchen Ruhe sehr viel mehr. Das würde auch erklären, dass sie sich, sobald Sie nach Hause kommen, sofort aufregt: Super, es geht wieder los.
Wenn Sie die Hündin zur Ruhe zwingen, indem Sie sie auf ihren Platz schicken, immer wieder, kann sie nicht entspannen, denn die ganze Situation ist dann alles andere als entspannt.
Nun hätte ich noch ein paar Fragen:
Was macht die Hündin, wenn Sie sie nicht an einen Platz schicken, sie einfach nicht beachten?
Ist die Leine draußen gespannt oder locker?
Wie beruhigen Sie die Kleine, wenn sie sich aufregt, sobald Sie die Leine nehmen?

Auf Ihre Antwort freut sich
Ellen Mayer
www.lesloups.de
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Patricia A. | Fragesteller/in
schrieb am 19.09.2018
Liebe Frau Mayer,

Wenn ich Sie nicht auf Ihren Platz schicke, kontrolliert sie mich und läuft mir überall hinterher, deswegen schicke ich sie eigentlich auch auf ihren Platz. Die Leine draussen ist locker, sobald sie gespannt ist, also wenn sie ziehen will, bleibe ich stehen und sie kommt wieder zu mir an meine Seite, winselt dabei aber vor Aufregung. Um sie generell zu beruhigen, rede ich überhaupt nicht, gebe nur ruhige Handsignale, stelle oder setze mich in eine entspannte Situation, gähne eventuell noch, bin einfach nur langweilig und nach 20 bis 30 Minuten liegt sie dann neben mir, ohne zu bellen aber schon noch in Erwartungshaltung.

Danke für Ihre schnelle Antwort! Das "scharfe" Nein hielt ich instinktiv auf für falsch aber das Ignorieren half auch nicht. Danke für den Hinweis.

LILA15
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Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 20.09.2018
Hallo Lila15,
seien Sie noch langweiliger. Gehen Sie immer mal wieder aus dem Zimmer, schließen die Tüt, kommen sofort wieder rein, durchqueren das Zimmer, wieder raus, wieder rein, ohne die Kleine zu beachten. Sie wird das irgendwann wirklich langweilig finden und sich hin legen.
Nehmen Sie, ohne Gassi zu gehen, immer wieder die Leine, hängen sie sich um, und reagieren ansonsten nicht. Sie muss lernen, dass Leine nehmen keine Aufregung bedeutet.
Wenn sie beim Geben von Leckerchen bellt, legen Sie es wieder weg, gehen fort. Weg gehen, wenn sie bellt, wäre sowieso auch eine Option.
Sie bellt, weil sie irgendwann Vorteile davon hatte.
Leider kann ich Ihnen sonst nichts raten, weil ich die eventuellen Fehler nicht sehen kann. Durchhalten, wie Ihr Hundetrainer Ihnen empfohlen hat, ist schon mal gut.

Viel Erfolg..
Ellen Mayer
www.lesloups.de
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Patricia A. | Fragesteller/in
schrieb am 20.09.2018
Liebe Frau Mayer,

die neuem Tipps finde ich schon mal gut und ich werde sie befolgen. Ich habe noch eine Frage: Wenn sie draussen bellt, ignoriere ich das, warte den nächsten ruhigen Moment aber ab und belohne sie durch ruhiges Ansprechen oder auch durch Werfen eines Stöckens, was sie sich auf Signal und wenn sie leise bleibt, holen darf. Sobald sie bellt, beende ich das Spiel. Aussenstehende, die das beobachten sind mir generell egal aber oft werde ich kritisiert, weil ich das Bellen unbeachtet lasse und nicht korrigiere. Aus meiner Sicht korrigiere ich es indirekt. Mir fällt keine andere Alternative ein. Sie beispielsweise ins Platz zu schicken, macht sie noch nervöser und sie bellt dann weiter. Liege ich damit richtig? Danke nochmal!
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Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 20.09.2018
Hallo,
das ruhige Ansprechen würde ich auch weg lassen. Sie haben ja weiter oben geschrieben, dass sie auf ein ruhiges "Fein" wieder aufgeregt bellt. Ein Spielzeug werfen ist super, allerdings würde ich kein Stöckchen nehmen, wegen der Verletzungsgefahr.
Man muss ausprobieren, jeder Hund ist anders. Ich habe auch so eine aufgeregte Hündin, Malinois/Terrier Mix. Bei ihr hilft es, wenn ich sofort, wenn sie quiekt oder bellt, wie angewurzelt stehen bleibe. Sie ist dann sofort ruhig. Bei ihr weiß ich, dass sie das tut, um mich anzutreiben. Ich habe eine Zeitlang auch alles versucht, das stehen bleiben hilft.

Liebe Grüße
Ellen Mayer
www.lesloups.de
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Patricia A. | Fragesteller/in
schrieb am 20.09.2018
Das probiere ich so. Danke!
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